Totengebeinsflechte

Totengebeinsflechte
Totengebeinsflechte (Thamnolia vermicularis)

Totengebeinsflechte (Thamnolia vermicularis)

Systematik
Klasse: Lecanoromycetes
Unterklasse: Ostropomycetidae
Ordnung: Pertusariales
Familie: Icmadophilaceae
Gattung: Thamnolia
Art: Totengebeinsflechte
Wissenschaftlicher Name
Thamnolia vermicularis
(Sw.) Ach. ex Schaer.

Die Totengebeinsflechte (Thamnolia vermicularis, auch Wurmflechte) ist eine Flechte, deren hohle, bleiche Thallusäste an wettergebleichte Knochen von Kleinsäugern oder Vögeln erinnern.

Beschreibung

Die Flechte besteht aus weißen, spitz zulaufenden Thallusästen von 2 - 7 cm Länge und 1 - 2,5 mm Durchmesser. Diese sind unregelmäßig geformt und besitzen eine grubig gequetschte Oberfläche. Sie ist wurmförmig kriechend oder bildet dichte Polster, wobei sie nicht immer am Untergrund festgewachsen ist, sondern manchmal lose aufliegt. Die sterile (=unfruchtbare) Flechte (Deuteromycetes) bildet keine Fruchtkörper und verbreitet sich rezent nur mit Thallusbruchstücken. Die Flechte gehört in die Familie Icmadophilaceae. Der Algenpartner in der Symbiose (Phycobiont) ist Trebouxia.

Standort

Thamnolia vermicularis ist weltweit auf allen Kontinenten in arktischen und alpinen Klimaten verbreitet. Sie ist in Gämsheidebeständen und Krummseggenrasen, meist auf saurem Gestein, häufig an windexponierten Stellen anzutreffen. In den Alpen trifft man sie in Höhenlagen von über 2000 müM auf kalkarmen Böden regelmässig an. In Nordamerika kommt sie in den Rocky Mountains sowie in Nordkanada und in Alaska vor. Es existieren zwei Chemotypen (var. subuliformis und var. vermicularis) die ziemlich gut arealgeographisch getrennt sind. Das heutige Verbreitungsgebiet dürfte aufgrund der Vermehrungsmethode ziemlich alte Ursprünge haben.

In Yunnan, China, wird aus Thamnolia vermicularis auch ein Tee gemacht. Die Flechte beinhaltet ein Polysaccharid (Thamnolan), welches eine physiologische Wirkung haben soll.

Literatur

  • Bernhard Marbach, Christian Kainz: Moose, Farne und Flechten. Häufige und auffällige Arten erkennen und bestimmen (BLV Naturführer). BLV, München 2002, ISBN 3-405-16323-4.
  • Irwin E. Brodo, Sylvia Duran Sharnoff, Stephen Sharnoff: " Lichens of North America" (Yale University Press). New Haven 2001,ISBN 978-0-300-08249-4

Weblinks

 Commons: Totengebeinsflechte – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.