Triops cancriformis

Triops cancriformis
Triops cancriformis

Triops cancriformis

Systematik
Unterstamm: Krebstiere (Crustacea)
Klasse: Kiemenfußkrebse (Branchiopoda)
Ordnung: Rückenschaler (Notostraca)
Familie: Triopsidae
Gattung: Triops
Art: Triops cancriformis
Wissenschaftlicher Name
Triops cancriformis
Bosc, 1801

Triops cancriformis ist ein Kiemenfußkrebs der Gattung Triops aus Europa. Er gilt als die älteste rezente (heute lebende) Tierart.

Stammesgeschichte

Auch Triops cancriformis ist, wie alle Groß-Kiemenfußkrebse (Groß-Branchiopoden) ein sogenannter „Urzeitkrebs“, ein „lebendes Fossil“. Fossilien der ausgestorbenen Unterart Triops cancriformis minor wurden in den mehr als 220 Mio. Jahre alten Sedimenten der Obertrias gefunden, damit sind die frühesten Belege etwa so alt wie die ersten Dinosaurier. Seit dieser Zeit hat sich Triops cancriformis bis auf eine geringe Größenzunahme morphologisch nicht wesentlich ersichtlich verändert.

Beschreibung

Der griechische Gattungsname „Triops“ bedeutet „der Dreiäugige“. Etwas oberhalb der Komplexaugen besitzen die Tiere ein weiteres Lichtsinnesorgan, das Naupliusauge, ein Einzelauge (Ocellus) zur Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden. Die Arten der Gattung Triops haben etwa 35 bis 71 Paar blattförmiger Beine, die zum Schwimmen und zur Nahrungsaufnahme dienen. Das erste Beinpaar hat lange Y-förmige Fortsätze.

Der etwa sechs bis acht Zentimeter lange Triops cancriformis (das größte bekannte Exemplar erreichte eine Länge von elf Zentimetern) wird im Mittel etwas größer als der amerikanische Triops longicaudatus und begnügt sich mit etwas geringeren Temperaturen (ca. 20 bis 24 °C) als diese Art. Triops cancriformis benötigt jedoch höhere Temperaturen als der im selben Lebensraum anzutreffende Schuppenschwanz (Lepidurus apus), der darum auch als „Frühjahrsschildkrebs“ bezeichnet wird, während der wärmeliebendere Triops als „Sommerschildkrebs“ gilt. Beide Arten sind typische Bewohner der sich im Frühjahr bildenden Überschwemmungstümpel der Flussauen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Nach dem Schlupf aus den „Dauereiern“ (in Zysten verkapselte Embryonen in einer Diapause mit jahrzehntelanger Schlupffähigkeit) durchläuft die Nauplius-Larve mehrere weitere Larvenstadien. Bereits nach wenigen Wochen erreichen die Tiere ihre endgültige Größe und die Geschlechtsreife. Die Vermehrung erfolgt meist auf ungeschlechtlichem Weg durch Selbstbefruchtung (Autogamie) mit Hilfe einer Zwitterdrüse.

Aus Nachzuchten werden die oft als „Eier“ bezeichneten Zysten von T. cancriformis und des amerikanischen T. longicaudatus im Heimtierhandel angeboten, die der europäischen Art jedoch seltener. Zur Aufzucht empfiehlt sich ein größeres Aquarium zur artgerechten Haltung.

Unterarten

Es werden drei rezente Unterarten unterschieden. Das lateinische Artepitheton „cancriformis“ hat die Bedeutung „krebsförmig“, „krebsartig gestaltet“[1]

  • Triops cancriformis cancriformis
  • Triops cancriformis simplex
  • Triops cancriformis mauretanicus

Einzelnachweise

  1. Erwin J. Hentschel, Günther H. Wagner: Zoologisches Wörterbuch (UTB; Bd. 367). 6. Aufl. Gustav Fischer Verlag, Jena 1996, ISBN 3-334-60960-X, S. 150.

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