Urfarne

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu der auch als Urfane bezeichneten rezenten Farnklasse siehe Gabelblattgewächse (Psilotaceae)

Für die systematische Einteilung der Lebewesen existieren neben- und nacheinander verschiedene Vorschläge. Das hier behandelte Taxon entspricht nicht der gegenwärtig in der deutschsprachigen Wikipedia verwendeten Systematik oder ist veraltet.

Als Urfarne (Psilophytopsida; griechisch psilos = „nackt, kahl“) werden manchmal die ursprünglichen Gruppen der Gefäßpflanzen zusammengefasst.

Es ist die primitivste Gruppe der Gefäßsporenpflanzen, mit Urtelomen, völlig glatt oder mit Emergenzen, mit Proto- oder Actinostele. Echte Wurzeln fehlten. Die Sporangien standen einzeln und endständig oder in Ähren angeordnet, mit einer mehrschichtigen Sporangienwand, sie waren isospor. Sie entstanden vor rund 420 Millionen Jahren, im Ludfordium am Übergang vom Silur zum Devon, und waren schon im Oberdevon wieder ausgestorben.

Da die Urfarne jedoch nicht näher miteinander verwandt sind, wurden sie später auf die drei Sippen Rhyniophyta, Trimerophytophyta und Zosterophyllophyta aufgeteilt.

Literatur

  • Eduard Strasburger, Peter Sitte, Elmar Weiler, Andreas Bresinsky, Christian Körner: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. Begründet von E. Strasburger. Gustav Fischer, Stuttgart 1998 (34. Aufl.). ISBN 3-4372-5500-2
  • Paul Kenrick, Peter R. Crane: The Origin and Early Diversification of Land Plants. A Cladistic Study. Smithsonian Institution Press, Washington und London 1997. ISBN 1-56098-729-4

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