Neues über ein Pflanzenhormon

Bio-News vom 12.12.2018


Das Pflanzenhormon Jasmonsäure übernimmt auch eine Funktion, die bislang unbekannt war: Es sorgt dafür, dass sich die Blattporen schließen, sobald Blätter verletzt werden. Für die Pflanze könnte das ein Notsignal sein.

Die Jasmonsäure ist nicht nur für das Aroma der Jasminpflanze (Jasminum grandiflorum) verantwortlich, die in der Kosmetik- und Parfümindustrie verwendet wird. Auch andere Pflanzen produzieren sie, sobald sie von Insekten angefressen oder mechanisch verletzt werden. Dann wirkt die Jasmonsäure wie ein Hormon, das Abwehrreaktionen in Gang bringt – es werden zum Beispiel giftige Stoffe gebildet. Attackierte Pflanzen nutzen auch Abwandlungen der Jasmonsäure, die sich leicht verflüchtigen, über die Luft zu Nachbarpflanzen gelangen und diese vor der Bedrohung warnen.

Über die Jasmonsäure gibt es jetzt neue Erkenntnisse: Sie wirkt auch an der Regulation der Blattporen mit. Das berichtet ein internationales Forschungsteam um den Pflanzenbiologen Dirk Becker von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Publiziert ist die Arbeit in der renommierten Fachzeitschrift „Developmental Cell“.