Sozialverhalten von Fischen: Freundschaft mit dem springenden Punkt

Bio-News vom 01.11.2018


Woran erkennt ein Fisch einen Artgenossen? Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried zeigen, dass Zebrafische bereits einen virtuellen Punkt als Schwarmpartner erkennen - vorausgesetzt, der Punkt bewegt sich wie ein Fisch.

Wenn Vogel- oder auch Fischschwärme ihr anmutiges Ballett aufführen, scheint es fast unglaublich, dass die vielen Tiere nicht zusammenstoßen. Ein paar grundlegende Regeln sind mittlerweile bekannt, die dem entgegenwirken: „Ausweichen, wenn der Nachbar zu nahe kommt“ oder „Annähern, wenn der Nachbar zu weit weg ist“. An welchen Merkmalen Tiere solch einen Nachbarn jedoch überhaupt als Artgenossen erkennen, ist weitgehend ungeklärt.

Form, Farbe, Gerüche, Laute und eine ganze Reihe anderer Faktoren könnten eine Rolle spielen. Lange gingen Biologen auch von einer Kombination verschiedener Merkmale aus, die ein „holistisches Bild“ eines Artgenossen zeichnen. Nun zeigen Versuche mit Zebrafischen in virtueller Realität, dass bereits ein Fisch-ähnliches Bewegungsmuster einen Fisch überzeugt, dass er es mit einem Artgenossen zu tun hat.