Angenehme Akelei

Angenehme Akelei
Angenehme Akelei (Aquilegia grata)

Angenehme Akelei (Aquilegia grata)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Isopyroideae
Tribus: Isopyreae
Gattung: Akeleien (Aquilegia)
Art: Angenehme Akelei
Wissenschaftlicher Name
Aquilegia grata
F.Maly ex Zimmeter

Die Angenehme Akelei (Aquilegia grata, Пријатна кандилка (serb.), Prijatni pakujac (kroat.)), auch Dinarische Malvenfarbige Akelei genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Der botanische Name leitet sich von lat. gratus = dankbar, angenehm ab.

Die Angenehme Akelei ist eine endemische Art aus dem mittleren Teil der westlichen Balkanhalbinsel im Einflussbereich der Drina.[1] Sie ist in ihren Heimatländern als seltene Art eine geschützte Wildpflanze.

Beschreibung

Die Angenehme Akelei ist eine mehrjährige, krautige Pflanze.

Sprossachse Die aufrechten, 15-30 (45) cm hohen drüsig-klebrig und mit Flaumhaaren untermischten Stängel wachsen aus der Mitte der lockeren Blattrosette. An den Blütenzweigen sitzen 3-5 (gelegentlich auch mehr) traubenartig angeordnete gespornte glockenförmige Blüten.

Blatt Die Blätter sind beiderseits drüsig behaart. Die grundständigen Blätter sitzen an langen Stängeln, bis 10 cm lang, doppelt dreiteilig, und ebenso wie die Blätter drüsig behaart, auf der Oberseite grün und blattunterseits silbern. Die oberen Blätter der Stängel sind dreiteilig und mit mehr linealischen Abschnitten gleichfalls dicht drüsenhaarig.[2]

Blüte Die Blüten sitzen auf langen Stängeln, sie sind zweihäusig, Aktinomorph, hellblau bis hellviolett, beim Verblühen ins Rötliche (rotviolett) übergehend, Anfangs etwas nickend, später aufrecht. Sie erscheinen in der Zeit von Mai bis Juni und haben einen Durchmesser von drei bis fünf Zentimetern. Sie haben fünf kronblattartige Perigonblätter, die jeweils bis 3 cm lang und bis 1,1 cm breit sind. Nektarblätter bis 3 cm lang; der Sporn ist gerade oder leicht gebogen, 1,4 bis 2 cm lang, am Ende kopfartig verdickt und dunkel gefärbt und deutlich länger als die Blätter der Nektarien. Die zahlreichen Staubblätter sind lang und reichen 5 mm über die Blätter der Nektarien hinaus. Die 5 bis 10 drüsig behaarten Balgfrüchte (Folliculus) enthalten eine Vielzahl von dunklen glänzenden Samen.[3]

Die Blüten können aber auch rötlich, violett oder rot gefärbt sein.[4] Auch können die Kronblätter am unteren Ende von rotviolettblau nach weiß verlaufen. Erstere Variante ist im Orjen (Montenegro), zweite im überwiegenden Verbreitungsgebiet (Ost-Bosnien, West-Serbien, Nordwest-Montenegro) verbreit. Die Staubblätter treten bei A. grata deutlich über die Kronblätter hervor.

Ein charakteristisches Merkmal ist die Behaarung von Blättern und Stängel der Pflanze. Sowohl vorder- als auch rückseite der Blätter ist feinbehaart.

Verbreitung

Die Angenehme Akelei ist in den Südöstlichen-Zentraldinariden auf der westlichen Balkanhalbinsel verbreitet. Die Erstbeschreibung durch Aufsammlung von Joseph Karl Maly stammt aus dem OrjenGebirge wo sie auf den Bereich der Bijela gora beschränkt ist. Häufiger ist sie aber vor allem in Schluchtwäldern in Gebirgen in Serbien, Montenegro und Bosnien am Mittellauf der Drina. Im Orjen wird die malvenfarbige Akelei an Hängen der Pazua in feuchten, grobblockhalden am Rand von Tannen-Buchenwäldern (Dinarischer Karst-Blockhalden-Tannenwald) gefunden.

Standort

Sie ist vor allem in krautreichen und meist lichten Buchen-Mischwäldern in Schluchten der Drina, des Lim sowie der Piva zu finden. Außerdem lokal an feuchten nordseitigen Hängen der Bijela gora an Waldrändern. Sie kommt im Randbereich von Hecken, auf Trocken- und Halbtrockenrasen sowie im Saumbereich von Wiesen vor. Sie gedeiht auf mäßig trockenen bis frischen Böden, die nährstoff- und basenreich sind und präferiert dabei kalkhaltigen Untergrund. Je sonniger der Standort ist, desto frischer sollte der Boden sein.

Bestand und Bedrohung

Die Mauve Akelei ist eine seltene, da endemische Art, die als paläoendemisches Relikt nur von wenigen Standorten bekannt ist. Sie steht in Ihrem Verbreitungsgebiet unter Naturschutz.

Einzelnachweise

  1. Silic, C. Endemicne biljke. - 3. izd. - Sarajevo: Svjetlost, 1990. - 227 s.
  2. Ascherson, Paul und Graebner, Paul (1896). Synopsis der mitteleuropäischen Flora. Vol. I, pp. 655-656.
  3. Analitička Flora Jugoslavije. vol 2, pp. 367, Zagreb, 1973.
  4. ФЛОРА СР СРБИЈЕ I. Edt. МЛАДЕН ЈОСИФОВИЋ. pp. 225, Belgrad, 1970.

Literatur

Niketic Marjan 1992: A taxonomical-chorological differentiation of species Aquilegia grata F. Maly ex Zimmeter and Aquilegia ottonis Orph. ex Boiss. (Ranunculaceae). Glasnik Prirodnjackog Muzaja u Beogradu, vol. 47. pp 53–66, Belgrade (1992).

Weblinks

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