Avaceratops

Avaceratops
Spekulative Lebendrekonstruktion von Avaceratops

Spekulative Lebendrekonstruktion von Avaceratops

Zeitraum
Oberkreide (spätes Campanium)
76,4 bis 70,6 Mio. Jahre
Fundorte
  • USA
Systematik
Marginocephalia
Ceratopsia
Neoceratopsia
Ceratopsidae
Centrosaurinae
Avaceratops
Wissenschaftlicher Name
Avaceratops
Dodson, 1986
Art
  • A. lammersi Dodson, 1986

Avaceratops ist eine wenig bekannte Gattung von Vogelbeckensauriern aus der Gruppe der Ceratopsidae innerhalb der Ceratopsia.

Merkmale

Von Avaceratops sind bislang nur zwei schlecht erhaltene Schädel und ein teilweise erhaltenes Körperskelett bekannt. Die Funde stammen von subadulten (halbwüchsigen) Tieren, die rund 2,5 Meter lang waren – die Länge der ausgewachsenen Tiere ist nicht bekannt.

Der Körperbau glich mit dem stämmigen Rumpf, den kräftigen Gliedmaßen und dem massiven Kopf dem der übrigen Ceratopsidae. Das Nasenbein und das Postorbitale sind nicht erhalten, dementsprechend lassen sich auch keine genaue Angaben über Nasen- oder Überaugenhörner machen. Der Nackenschild war wie bei allen Ceratopsidae aus dem Scheitel- und dem Schuppenbein gebildet. Er war verglichen mit anderen Ceratopsidae sehr kurz.

Entdeckung und Benennung

Die fossilen Überreste von Avaceratops wurden in der Judith-River-Formation im US-Bundesstaat Montana gefunden und 1986 erstbeschrieben. Der Gattungsname leitet sich von „Ava“, dem Vornamen der Frau des Finders der Überreste, und keratops (griech. für „Horngesicht“), einem häufigen Namensbestandteil der Ceratopsia, ab. Typusart und einzig bekannte Art ist A. lammersi. Die Funde werden in die Oberkreide (spätes Campanium) auf ein Alter von 75 bis 70 Millionen Jahre datiert.

Systematik

Avaceratops zählt zu den Ceratopsidae, das jugendliche Alter der gefundenen Tiere und das Fehlen diagnostischer Schlüsselknochen machen eine genauere systematische Einordnung schwierig. Dodson et al. (2004) sehen aufgrund des Baus des Schuppenbeins und des Zwischenkieferbeins eine Zugehörigkeit zu den Centrosaurinae gegeben. Eine andere Studie kommt hingegen zu dem Ergebnis, Avaceratops hätte innerhalb der Ceratopsidae eine urtümliche Position eingenommen und bilde eine Übergangsform zwischen den beiden Unterfamilien Centrosaurinae und Chasmosaurinae. [1]

Literatur

  • Peter Dodson, Catherine A. Forster und Scott D. Sampson: Ceratopsidae. In: D. Weishampel, P. Dodson und H. Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. University of California Press, 2004, ISBN 0520242092, S. 494–513.
  • Michael J. Ryan und Anthony P. Russell, 2005 (S. 1384, Blatt 16), PDF
  1. P. Penkalski und P. Dodson: The morphology and systematics of Avaceratops, a primitive horned dinosaur from the Judith River Formation (Late Campanian) of Montana, with the description of a second skull. In: Journal of Vertebrate Paleontology 19 (4), 1999, S. 692–711.

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.
07.06.2021
Ökologie | Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Art der Waldnutzung beeinflusst Lebensrhythmus der Wildpflanzen
Durch die Klimaerwärmung verschieben sich bei vielen Pflanzen die jahreszeitlichen Rhythmen, zum Beispiel die Blütezeit.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Junge Seeadler bleiben länger im elterlichen Revier
Seeadler reagieren sensibel auf Störungen durch den Menschen, weshalb in unmittelbarer Umgebung der Horste forst- und landwirtschaftliche Nutzungen beschränkt sind.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Vertrauen bei Rabenvögeln
Rabenvögel benutzen soziale Informationen, um sich vor Täuschung durch Artgenossen aus Nachbarterritorien zu schützen.