Carl Bonstedt

Carl Bonstedt (* 8. April 1866 in Naumburg (Saale); † 14. Februar 1953) war ein Gärtner und Botaniker, der vor allem den Botanischen Garten in Göttingen sehr prägte. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Bonstedt“; früher war auch „Bonst.“ in Gebrauch.

Leben und Wirken

Carl Bonstedt war gelernter Gärtner, und nach einer Ausbildung im pomologischen Institut in Proskau verbrachte er eine Reihe von Jahren in Großbritannien. Zu seinen Stationen dort gehörte unter anderem der angesehene Kew Gardens. Von 1892 bis 1900 leitete er den Botanischen Garten in Rostock. 1900 kam er dann nach Göttingen, wo er bis 1931 als technischer Leiter des Botanischen Gartens tätig war. Auf ihn geht das Alpinum zurück, eine Gartenanlage, in der vor allem Pflanzen der Alpen gepflegt werden. Bekannt wurde er auch für seine Pflege tropischer Orchideen und anderer Epiphyten.

Gärtnerisch trat Carl Bonstedt auch als Züchter zahlreicher neuer Blumensorten hervor. Zu seinen Zuchtgebieten zählten Primeln, Lilien, Kalla, Caladium, Sarracenia, Nepenthes und Fuchsien. Auf ihn gehen die sogenannten traubenblütigen Fuchsien zurück, die Hybriden der Fuchsia triphylla sind. Neben seiner Leitungsfunktion im Botanischen Garten hielt er Vorlesungen über Gartenbau an der Universität Göttingen und in Witzenhausen. Er war außerdem Herausgeber von Nachschlagewerken wie Parey's Blumengärtnerei und anderen Fachpublikationen.

Ehrentaxon

Ihm zu Ehren wurde die Gattung Bonstedtia der Pflanzenfamilie der Berberitzengewächse (Berberidaceae) benannt.

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.