Europa-Hornmelde

Europa-Hornmelde
Krascheninnikovia ceratoides sl 3.jpg

Europa-Hornmelde (Krascheninnikovia ceratoides)

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Unterfamilie: Chenopodioideae
Tribus: Axyrideae
Gattung: Hornmelden (Krascheninnikovia)
Art: Europa-Hornmelde
Wissenschaftlicher Name
Krascheninnikovia ceratoides
(L.) Gueldenst.

Die Europa-Hornmelde oder Europäische Hornmelde (Krascheninnikovia ceratoides) ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Chenopodioideae innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Sie ist in Zentral- und Ostasien verbreitet und tritt an wenigen Standorten in Europa als eiszeitliches Kaltsteppenrelikt auf.

Merkmale

Detailaufnahme

Die Europa-Hornmelde ist ein kleiner Strauch, erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 100 cm und seine Zweige hängen meist bogig herab. Die Pflanzenteile sind dicht mit Sternhaaren besetzt, die sich beim Trocknen rotbraun verfärben. Die Laubblätter sind ganzrandig, 1 bis 4,5 cm lang und 0,3 bis 1,6 cm breit.

Die Europäische Hornmelde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die eingeschlechtigen Blüten erscheinen zwischen Juli und September. Die männlichen Blüten besitzen vier Blütenhüllblätter, aber keine Vorblätter. Die weiblichen Blüten besitzen keine Blütenhüllblätter, aber Vorblätter. Die zwei 4 bis 9 mm langen Vorblätter sind zur Fruchtreife zu 2/3 bis 3/4 verwachsen und schließen die Nussfrucht völlig ein.

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=36.[1]

Vorkommen

Fundort Blauer Berg bei Oberschoderlee

Die Europäische Hornmelde hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Zentral- und Ostasien. In Europa tritt sie inselartig in Spanien, Ungarn, Russland, der Ukraine und auf der Balkanhalbinsel sowie im pannonischen Gebiet Österreichs auf. Die österreichischen Fundorte befinden sich am Blauen Berg bei Oberschoderlee sowie bei Goggendorf, beide im niederösterreichischen Weinviertel gelegen. Die europäischen Vorkommen gelten als Kältesteppenrelikt der letzten Eiszeit. Die Europäische Hornmelde gedeiht auf kiesigen und felsigen Gebirgssteppen, sowie auf trockenen Lösshängen. Es wird vermutet, dass sie eine Zeigerpflanze für Bor ist.

Gefährdung und Schutz

In Niederösterreich gilt die Europäische Hornmelde als stark gefährdet. In Oberschoderlee werden vom Niederösterreichischen Naturschutzbund gemeinsam mit der Gemeinde Stronsdorf laufend Schutzmaßnahmen, wie die Entfernung konkurrierender Gehölze, vorgenommen.

Systematik

Diese Art wurde als Axyris ceratoides durch Carl von Linné erstveröffentlicht. Johann Anton Güldenstädt hat sie 1772 in Novi Comment. Acad. Sci. Imp. Petrop., 16, S. 555 in die Gattung Krascheninnikovia verschoben.

Synonyme für Krascheninnikovia ceratoides (L.) Gueldenst., die auf demselben Typusexemplar beruhen, sind Axyris ceratoides, Diotis ceratoides (L.) Willd. und Eurotia ceratoides (L.) C.A.Mey.[1] Als weitere Synonyme gelten Ceratoides latens (J.F.Gmel) Reveal & N.H.Holmgren, Ceratoides papposa Botsch. & Ikonn., Ceratospermum papposum Pers., Krascheninnikovia latens J.F.Gmel.[2] sowie Eurotia lenensis Kumin., Krascheninnikovia lenensis (Kumin.) Tzvelev und Eurotia ferruginea Moq.[3]

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Eintrag bei Tropicos, abgerufen 20. Februar 2012
  2. Eintrag bei GRIN.
  3. Pertti Uotila, 2011: Chenopodiaceae (pro parte majore): Krascheninnikovia ceratoides – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity., abgerufen 20. Februar 2012

Weblinks

 Commons: Europa-Hornmelde (Krascheninnikovia ceratoides) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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