Frederick Griffith

Frederick Griffith.

Frederick Griffith (* 1877 in Hale (Cheshire); † 1941 in London) war ein britischer Mediziner und Bakteriologe.

Griffith arbeitete als Bakteriologe im Pathologie-Labor des britischen Gesundheitsministeriums in London. Er starb in seinem Labor bei einem deutschen Bombenangriff auf London 1941.

Bekannt wurde Griffith durch den nach ihm Griffith's Experiment genannten Versuch mit Pneumokokken (1928), bei denen er die Aufnahme eines genetischen Faktors durch einen Stamm von Pneumokokken nachwies: Griffith arbeitete mit zwei Stämmen, einem R- und einem S-Stamm. Hierbei steht "s" für "smooth" (glatt), da sie in der Lage sind Schleimkapseln zu bilden und "r" für "rough" (rau), weil sie ihre erbliche Fähigkeit zur Kapselbildung verloren haben.

In einem Tierversuch erwies sich der S-Stamm für Mäuse als tödlich, der R-Stamm als harmlos, da dieser ja nicht über eine schützende Schleimkapsel verfügt und somit von den Enzymen der Wirtszelle zersetzt wird. Tötete man die Bakterien im tödlichen S-Stamm ab und injizierte sie der Maus, nahm das Tier keinen Schaden. Injizierte man ihr aber eine Mischung aus lebenden R-Bakterien und abgetöteten S-Bakterien, so starben sie. Die vorher harmlosen R-Pneumokokken hatten den tödlichen Faktor des S-Stamms übernommen.

Heute weiß man, dass die DNA der S-Bakterien den Erhitzungsprozess überstanden hatte und somit von den R-Pneumokokken aufgenommen werden konnte. Die DNA des S-Stamms enthielt das entscheidende Gen, das vor dem Immunsystem des Wirts geschützt hat.

Griffith beschrieb so als einer der ersten eine Möglichkeit des Genaustauschs zwischen Bakterien. Heute ist dieser Vorgang als Transformation bekannt.

Siehe auch: Oswald Avery

Literatur

  • Griffith F.: The significance of pneumococcal types, in: J. Hyg. 27 (1928) 113-159
  • Artikel Fred Griffith in Daintith (Hrsg.) Biographical Encyclopedia of Scientists, CRC Press 2009

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

20.06.2021
Physiologie | Paläontologie
Kleiner Elefant hörte tiefe Töne
Der ausgestorbene Zwergelefant Palaeoloxodon tiliensis von der griechischen Insel Tilos besaß offenbar ein ähnliches Hörspektrum wie seine großen, heute lebenden Verwandten.
20.06.2021
Biodiversität | Insektenkunde
In Deutschland Gewinner und Verlierer: Libellen
In den letzten 35 Jahres hat sich die Verteilung der Libellenarten in Deutschland stark verändert.
18.06.2021
Ethologie | Insektenkunde
Die komplexe Organisation einer Ameisenkolonie
Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie über räuberische Ameisen erklärt, wie kleine Unterschiede zwischen Einzeltieren die kollektive Organisation der Kolonie verändern.
18.06.2021
Ethologie | Primatologie
Schimpansen-Waisen erholen sich vom Verlust der Mutter
Chronischer Stress könnte ein Grund dafür sein, warum manche Tierwaisen eine kürzere Lebenserwartung haben und weniger Nachkommen bekommen.
18.06.2021
Ökologie | Insektenkunde
Stickstoffüberschuss gefährdet Schmetterlinge
Stickstoff aus Landwirtschaft, Verkehrsabgasen und Industrie bringt Schmetterlinge in der Schweiz in Bedrängnis.
18.06.2021
Insektenkunde | Entwicklungsbiologie
Steinfliegen: Jugend beeinflusst Erwachsenenleben
Die Metamorphose führt bei Insekten meist zu völlig verschieden aussehenden Larven- und Erwachsenenstadien: Schmetterlinge unterscheiden sich etwa drastisch von ihren Jungstadien, den Raupen.
18.06.2021
Ökologie | Vogelkunde
Dramatische Veränderung der Brutvogelgemeinschaft
Im Bonner Stadtteil Dottendorf hat die Zahl der Brutvogelarten in den vergangenen 50 Jahren deutlich abgenommen.
16.06.2021
Genetik
Genome aus ihren Puzzleteilen wieder zusammensetzen
Ein Forscherteam des Friedrich-Miescher-Labors für biologische Arbeitsgruppen hat eine neue Methode zur DNA-Sequenzierung entwickelt, die schnelles und effizientes Aufspüren von genetischer Information ermöglicht.
16.06.2021
Ökologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Kleingewässer in Agrarlandschaften stark mit Pestiziden belastet
Pestizide sichern die Erträge in der Landwirtschaft, indem sie schädliche Insekten, Pilze und Unkräuter bekämpfen.