Groppen

Groppen
Groppe  (Cottus gobio)

Groppe (Cottus gobio)

Systematik
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorpha)
Ordnung: Groppenartige (Cottiformes)
Unterordnung: Groppenverwandte (Cottoidei)
Überfamilie: Cottoidea
Familie: Groppen
Wissenschaftlicher Name
Cottidae
Bonaparte, 1832

Die Groppen (Cottidae) sind eine Familie der Knochenfische. Sie leben in den Meeren der nördlichen Erdhalbkugel und mit der Gattung Cottus auch in kalten Süßgewässern der Nordkontinente. Lediglich die vier Arten der Gattung Antipodocottus kommen im südwestlichen Pazifik um Australien und Neuseeland vor. Ihren größten Artenreichtum haben sie entlang der Küste des nördlichen Pazifiks.

Zu den Groppen gehört als bekannteste und einheimische Art die Groppe (Cottus gobio). Weitere in Deutschland vorkommende Arten sind die Scheldegroppe (Cottus perifretum) und die Rheingroppe (Cottus rhenanus). Am Grund der europäischen Atlantikküsten sowie der Nord- und Ostsee lebt der Seeskorpion (Myoxocephalus scorpius) und der Langstachelige Seeskorpion (Taurulus bubalis).

Merkmale

Groppen haben einen dicken Körper, der sich hinten stark verjüngt. Der große Kopf ist oft abgeplattet, teilweise gepanzert und trägt Stacheln. Erwachsene Tiere haben keine Schwimmblase. Die Augen sind meist groß und sitzen hoch am Kopf, ein Seitenlinienorgan ist vorhanden. Ihre weit vorn liegenden Bauchflossen haben eine Hart- und zwei bis fünf Weichstrahlen. Groppen haben zwei Rückenflossen und werden drei bis 78 Zentimeter lang.

Systematik

Pseudoblennius argenteus

Die Groppen gehören zur Ordnung der Groppenverwandten und werden mit einigen verwandten Familien in die Unterordnung Cottoidei eingeordnet. Es gibt etwa 70 Gattungen und etwa 250 bis 275 Arten. Eine phylogenetische Untersuchung der Groppenverwandten stellt die Polyphylie der Groppen in Bezug auf die Panzergroppen (Agonidae), Dickkopf-Groppen (Psychrolutidae), Seehasen (Cyclopteridae) und Scheibenbäuche (Liparidae), sowie die endemisch im Baikalsee lebenden Baikal-Ölfische (Comephoridae), Cottocomephoridae und Abyssocottidae fest. Alle diese Familien stehen phylogenetisch tief innerhalb der Cottidae, die letzten drei sogar in der Gattung Cottus [1].

Man kann Groppen fossil seit dem Oligozän nachweisen. Ihr Entstehungraum ist wahrscheinlich der nördliche Pazifik, atlantische und Süßwasserformen sind abgeleitet.

Gattungen

Artedius corallinus
Myoxocephalus scorpius
Ocynectes maschalis
Orthonopias triacis
Pseudoblennius zonostigma
Scorpaenichthys marmoratus
  • Alcichthys Jordan & Starks, 1904
  • Andriashevicottus Fedorov, 1990
  • Antipodocottus Bolin, 1952
  • Archistes Jordan & Gilbert in Jordan & Evermann, 1898
  • Argyrocottus Herzenstein, 1892
  • Artediellichthys Taranetz, 1941
  • Artediellina Taranetz, 1937
  • Artedielloides Soldatov, 1922
  • Artediellus Jordan, 1885
  • Artedius Girard, 1856
  • Ascelichthys Jordan & Gilbert, 1880
  • Asemichthys Gilbert, 1912
  • Astrocottus Bolin, 1936
  • Atopocottus Bolin, 1936
  • Batrachocottus Berg, 1903 [2]
  • Bero Jordan & Starks, 1904
  • Bolinia Yabe, 1991
  • Chitonotus Lockington, 1879
  • Clinocottus Gill, 1861
  • Cottiusculus Schmidt in Jordan & Starks, 1904
  • Cottocomephorus Pellegrin, 1900 [2]
  • Cottus Linnaeus, 1758
  • Daruma Jordan & Starks, 1904
  • Enophrys Swainson, 1839
  • Furcina Jordan & Starks, 1904
  • Gymnocanthus Swainson, 1839
  • Hemilepidotus Cuvier, 1829
  • Icelinus Jordan, 1885
  • Icelus Krøyer, 1845
  • Jordania Starks, 1895
  • Leiocottus Girard, 1856 [2]
  • Leocottus Taliev, 1955
  • Lepidobero Qin & Jin, 1992
  • Leptocottus Girard, 1854
  • Megalocottus Gill, 1861
  • Melletes Bean, 1880
  • Mesocottus Gratzianov, 1907
  • Micrenophrys Andriashev, 1954
  • Microcottus Schmidt, 1940
  • Myoxocephalus Tilesius, 1811
  • Ocynectes Jordan & Starks, 1904
  • Oligocottus Girard, 1856
  • Orthonopias Starks & Mann, 1911
  • Paracottus Taliev in Berg, 1949 [2]
  • Paricelinus Eigenmann & Eigenmann, 1889
  • Phallocottus Schultz, 1938
  • Phasmatocottus Bolin, 1936
  • Porocottus Gill, 1859
  • Pseudoblennius Temminck & Schlegel, 1850
  • Radulinopsis Soldatov & Lindberg, 1930
  • Radulinus Gilbert, 1890
  • Rastrinus Jordan & Evermann, 1896
  • Ricuzenius Jordan & Starks, 1904
  • Ruscarius Jordan & Starks, 1895
  • Scorpaenichthys Girard, 1854
  • Sigmistes Rutter in Jordan & Evermann, 1898
  • Stelgistrum Jordan & Gilbert in Jordan & Evermann, 1898
  • Stlegicottus Bolin, 1936
  • Stlengis Jordan & Starks, 1904
  • Synchirus Bean, 1890
  • Taurocottus Soldatov & Pavlenko, 1915
  • Taurulus Gratzianov, 1907
  • Thyriscus Gilbert & Burke, 1912
  • Trachidermus Heckel, 1837
  • Trichocottus Soldatov & Pavlenko, 1915
  • Triglops Reinhardt, 1830
  • Vellitor Jordan & Starks, 1904
  • Zesticelus Jordan & Evermann, 1896

Quellen

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Leo Smith, Ward C. Wheeler: Polyphyly of the mail-cheeked fishes (Teleostei: Scorpaeniformes): evidence from mitochondrial and nuclear sequence data, Molecular Phylogenetics and Evolution Volume 32, Issue 2, August 2004, Pages 627-646 Abstract online
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Wird bei Fishbase in die Familie Cottocomephoridae gestellt.

Weblinks

 Commons: Groppen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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