Inuleae



Inuleae

Rauer Alant (Inula hirta)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Inuleae
Wissenschaftlicher Name
Inuleae
Cass.

Die Tribus Inuleae gehört zur Unterfamilie Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie enthält etwa 40 bis 60 Pflanzengattungen mit etwa 500 bis 600 Arten.

Beschreibung

Illustration von Buphthalmum salicifolium.
Fruchtstand von Dittrichia viscosa.

Vegetative Merkmale

Es sind meist ein- oder zweijährige bzw. ausdauernde krautige Pflanzen, seltener Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume. Die grundständig in Rosetten oder am Stängel verteilt, meist wechselständig, selten gegenständig angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt und meist einfach oder selten fiedrig geteilt. Die Blattränder sind glatt, gezähnt oder gesägt.

Generative Merkmale

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen manchmal einzeln oder oft in verzweigten, doldentraubigen, rispigen oder traubigen Gesamtblütenständen zusammen. Die Blütenkörbe sind mehr oder weniger scheibenförmig. Die mehr oder weniger in Form und Größe verschiedenen Hüllblätter stehen in selten nur zwei, meist drei bis mehr als sieben Reihen zusammen; ihre Ränder und Spitzen sind meist papierartig. Der flache bis konvexe, selten konkave Blütenstandsboden ist meist unbehaart. Im körbchenförmigen Blütenstand befinden sich Zungen- und Röhrenblüten. Alle Blüten sind meist gelb, manchmal rötlich bis selten purpurfarben. Am Rand befinden sich meist eine, selten zwei oder mehr Reihen zygomorpher Zungenblüten, sogenannte Strahlenblüten; sie sind meist weiblich und fertil. Die radiärsymmetrischen Röhrenblüten, sogenannte Scheibenblüten sind zwittrig und alle fertil mit meist vier-, selten fünf Kronzipfel. Die Staubbeutel besitzen Anhängsel. Am Griffel sind meist keine Anhängsel erkennbar.

Alle Achänen eines Fruchtstandes sind meist gleich und oft gerippt. In diesem Tribus ist meist ein Pappus vorhanden. Die Pappusborsten sind meist bärtig bis selten fedrig.

Verbreitung

Die Taxa der Tribus Inuleae haben ihre ursprüngliche Heimat hauptsächlich in der Alten Welt. In Nordamerika breiteten sie sich mit einigen Gattungen und vielen Arten hauptsächlich durch den Menschen aus (Neophyten). Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Eurasien und im nördlichen Afrika. Sie gedeihen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Gebieten.

Systematik

Die Tribus Inuleae wurde 1819 durch Alexandre Henri Gabriel de Cassini in Journal de Physique, de Chimie, d'Histoire Naturelle et des Arts, 88, S. 193–195 aufgestellt. Typusgattung ist Inula L.. [1] Der botanische Gattungsname Inula leitet sich aus dem griechischen Wort hinaein für ausleeren, reinigen her, dies bezieht sich auf die abführende Wirkung des „Wurzelstocks“ einiger Inula-Arten.

Aus der früher viel größeren Tribus Inuleae wurden die Tribus Gnaphalieae ausgegliedert; davor hatte dieser Tribus einen Umfang von bis zu 200 Gattungen und 2000 Arten. Die Verwandtschaftsverhältnisse der Gattung der Tribus Inuleae Cass. und Plucheeae (Cass. ex Dum.) Anderberg wurde lange diskutiert und es handelt sich seit Anderberg et al. 2005 um zwei Subtribus Plucheinae Cass. ex Dum. und Inulinae (Cass.) Dum. innerhalb der Tribus Inuleae.

Blütenkörbchen von Asteriscus sericeus.
Ausschnitt eines Blütenstandes von Dittrichia viscosa mit vielen Blütenkörbchen.
Habitus und Gesamtblütenstand mit mehreren Blütenkörbchen von Inula magnifica.
Blütenkörbchen von Pallenis spinosa mit vielen Zungen- und noch knospigen Röhrenblüten.
Habitus. Laubblätter und Gesamtblütenstand mit mehreren Blütenkörbchen von Pulicaria wightiana

Alphabetische Gattungsliste

Die Tribus Inuleae enthält etwa (40 bis) 60 Gattungen mit etwa 500 bis 600 Arten.

  • Adelostigma Steetz
  • Allagopappus Cass.: Mit zwei auf den Kanarischen Inseln beheimateten immergrünen Sträuchern.
  • Allopterigeron Dunlop
  • Amblyocarpum Fisch. & Mey.: Mit der einzigen Art:
    • Amblyocarpum inuloides Fisch. & Mey.
  • Antiphiona Merxm.: Mit zwei in Namibia endemischen Arten.
  • Anvillea DC.
  • Asteriscus Tourn. ex Mill.
  • Blumea DC. (Syn.: Blumeopsis Gagnepain.): Mit etwa 50 bis 100 Arten im tropischen Asien, Afrika und Australien sowie auf pazifischen Inseln, davon etwa 30 (sechs endemische) Arten in China.
  • Ochsenaugen (Buphthalmum L.): Mit nur zwei bis drei Arten in Europa, beispielsweise:
  • Caesulia Roxb.: Mit der einzigen Art:
    • Caesulia axillaris Roxb.: Sie kommt im Himalaya: Indien, Nepal, Burma vor.
  • Calostephane Benth.: Mit sechs Arten im tropischen Afrika und Madagaskar.
  • Kragenblumen (Carpesium L.): Mit etwa 20 Arten in Eurasien, davon 16 in China.
  • Chiliadenus Cass.
  • Chrysophthalmum Sch.Bip.
  • Coleocoma F.Muell.
  • Cratystylis S.Moore: Mit drei Arten in Australien, sie sind diözisch.
  • Delamerea S.Moore
  • Dittrichia Greuter: Mit zwei im Mittelmeerraum beheimateten Arten; sie sind fast weltweit Neophyten.
    • Dittrichia graveolens
    • Dittrichia viscosa
  • Duhaldea DC.: Mit etwa 14 Arten in Afrika, im zentralen und östlichen Asien sowie Südostasien, davon acht (drei endemische) Arten in China.
  • Epaltes Cass.: Mit etwa 14 Arten in Afrika, Asien, Australien, Zentral- und Südamerika.
  • Geigeria Griess.: Mit etwa 27 Arten, davon 21 in der Capensis, die restlichen Arten in anderen Teilen Afrikas.
  • Ighermia Wikl.
  • Alant (Inula L.): Mit etwa 100 Arten in Afrika und Eurasien, davon 17 (drei endemische) Arten in China.
  • Iphiona Cass.: Die elf Arten sind in Ägypten, Israel, Jordanien, Sudan, Äthiopien, Somalia, Saudi Arabien, Jemen, Oman, Iran und Pakistan beheimatet.
  • Iphionopsis A.Anderb.: Mit drei Arten in Afrika einschließlich Madagaskar.
  • Jasonia Cass.: Mit etwa fünf Arten im Mittelmeerraum, z.B.
  • Karelinia Less.: Mit der einzigen Art:
    • Karelinia caspia (Pallas) Lessing: Sie kommt im zentralen und südwestlichen Asien, Kaspische Region.
  • Laggera Schultz Bip. ex C. Koch,: Mit etwa 17 Arten im tropischen Afrika, Arabien und Asien.
  • Limbarda Adans.: Mit den beiden Arten:
    • Salz-Alant (Limbarda crithmoides (L.) Dumort.)
    • Limbarda salsoloides (Turcz.) Ikonn.
  • Lifago Schweinf. & Muschl.
  • Monarrhenus Cass.
  • Merrittia Merr.: Mit der einzigen Art:
    • Merrittia benguetensis (Elm.) Merr.: Heimat sind die Philippinen.
  • Nanothamnus Thoms.: Mit der einzigen Art:
    • Nanothamnus sericeus Thoms.
  • Neojeffreya Cabr.: Mit der einzigen Art:
    • Neojeffreya decurrens (L.) Cabrera: Sie stammt aus Madagaskar und ist heute in Teilen Afrikas verbreitet.
  • Ondetia Benth.: Mit der einzigen Art:
    • Ondetia linearis aus Namibia.
  • Pallenis Cass.
  • Pechuel-Loeschea O.Hoffm.: Mit der einzigen Art:
    • Pechuel-Loeschea leubnitziae aus der Capensis.
  • Pegolettia Cass.: Die etwa neun Arten sind in Afrika und im Nahen Osten beheimatet; alle kommen auch in der Capensis vor.
  • Pentanema Cass.: Mit etwa 17 bis 18 Arten in Afrika, zentralen und südlichen Asien sowie Südostasien.
  • Perralderia Coss.: Mit drei Arten und zwei Unterarten in Nordafrika.
  • Pluchea Cass.: Mit etwa 80 Arten in Afrika, Südostasien, Australien, der Neuen Welt und auf pazifischen Inseln.
  • Pseudoblepharispermum Lebrun & Stork
  • Pseudoconyza: Mit der einzigen Art:
    • Pseudoconyza viscosa (Mill.) D’Arcy
  • Pterocaulon Elliot: Mit etwa 18 Arten in Südostasien, Australien, Nord- und Südamerika.
  • Flohkräuter (Pulicaria Gaertn.): Mit etwa 77 bis über 100 Arten in Afrika und Eurasien.
  • Rhanteriopsis S.Rauschert: Mit vier Arten: Mit einem westlichen Verbreitungsgebiet im Libanon und Syrien und einem östlichen Verbreitungsgebiet im Iran und Irak entlang der iranischen Grenze.
  • Rhanterium Desf.: Mit drei Arten im westlichen Nordafrika, der Arabischen Halbinsel, Irak und Iran.
  • Schizogyne Cass.
  • Sphaeranthus L.: Mit drei Arten im tropischen bis subtropischen Afrika und Asien, einige Arten auch in Australien.
  • Stenachaenium Benth.
  • Telekia Baumg.: z. B.
  • Thespidium F.Muell. Ex Benth.
  • Triplocephalum O.Hoffm.
  • Varthemia DC.
  • Vieraea Webb & Berth.

Quellen

  • Theodore M. Barkley, Luc Brouillet & John L. Strother: Asteraceae: Tribus Inuleae, S. 471 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 19 - Magnoliophyta: Asteridae (in part): Asteraceae, part 1., Oxford University Press, New York und Oxford 2006, ISBN 0-19-530563-9 (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
  • Chen Yousheng & Arne Anderberg: Tribe Inuleae, S. 820-845 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-Yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Herausgeber): Flora of China, Volume 20–21 - Asteraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 12. November 2011. ISBN 978-1-935641-07-0 (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
  • Jose L. Panero, Vicki A. Funk: The value of sampling anomalous taxa in phylogenetic studies: Major clades of the Asteraceae revealed. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 47, Nr. 2, 2008, S. 757-782, DOI:10.1016/j.ympev.2008.02.011, PDF-Datei.
  • Arne A. Anderberg, Pia Eldenäs: Tribe Inuleae. In: Joachim W. Kadereit, Charles Jeffrey (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Volume 8: Flowering Plants: Eudicots, Asterales. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2007, ISBN 978-3-540-31050-1, S. 374–391.
  • Arne A. Anderberg, Pia Eldenäs, Randall J. Bayer & Markus Englund: Evolutionary relationships in the Asteraceae tribe Inuleae (incl. Plucheeae) evidenced by DNA sequences of ndhF; with notes on the systematic positions of some aberrant genera. In: Organisms Diversity & Evolution. Band 5, Nr. 2, 10. Juni 2005, S. 135-146, DOI:10.1016/j.ode.2004.10.015, Volltext.

Einzelnachweise

Weblinks

Commons: Inuleae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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