Lichtnelken-Eule

Lichtnelken-Eule
Hadena bicruris.jpg

Lichtnelken-Eule (Hadena bicruris)

Systematik
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Noctuoidea
Familie: Eulenfalter (Noctuidae)
Unterfamilie: Hadeninae
Gattung: Hadena
Art: Lichtnelken-Eule
Wissenschaftlicher Name
Hadena bicruris
(Hufnagel, 1766)

Die Lichtnelken-Eule (Hadena bicruris) oder Gemeine Kapseleule ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae).

Merkmale

Falter

Die Flügelspannweite der Falter beträgt 33 bis 40 Millimeter.[1] Die Grundfarbe der Vorderflügel variiert von graubraun bis zu schwarzbraun. Ring- und Nierenmakel sind weißlich umrandet und berühren sich nicht, nähern sich gelegentlich aber an. Ebenfalls weißlich hebt sich die Wellenlinie ab. Charakteristisch ist ein schwarzer Fleck am Innenrand der Vorderflügel unterhalb der Ringmakel. Die Hinterflügel sind einfarbig graubraun.

Raupe

Erwachsene Raupen sind bräunlich gefärbt und zeigen eine helle Rückenlinie sowie dunkle Winkelflecke auf den Rückensegmenten.

Ähnliche Arten

  • Hadena capsincola wird erst seit 1996 nach einer Neubearbeitung der Gattung Hadena durch Hacker als eigenständige Art geführt. Während bicruris überwiegend in Westeuropa heimisch ist, kommt capsincola in östlichen Regionen vor.[1] Sie ist meist etwas dunkler gefärbt. Zur sicheren Unterscheidung sollte jedoch eine genitalmorphologische Untersuchung durchgeführt werden.
  • Die Leimkraut-Nelkeneule (Hadena perplexa) unterscheidet sich hauptsächlich durch das Fehlen des schwärzlichen Flecks am Innenrand der Vorderflügel unterhalb der Ringmakel. Hingegen sind schwarze Pfeilflecke an der Wellenlinie erkennbar. Die Falter sind in der Regel kleiner als diejenigen von bicruris.

Geographische Verbreitung und Lebensraum

Die Art wird als atlanto-mediterran verbreitet eingestuft.[2] Bevorzugter Lebensraum sind trockene Wegränder, warme Hänge und Böschungen, Steinbrüche, Unkrautfluren sowie Gärten und Parkanlagen. In den Alpen steigt sie bis auf etwa 2000 Meter Höhe.[3]

Lebensweise

Die Falter sind dämmerungs- und nachtaktiv, saugen gerne an den Blüten verschiedener Nelkengewächse (Caryophyllaceae), besuchen aber auch Köder sowie künstliche Lichtquellen. Hauptflugzeit sind die Monate Mai bis Juli. Zuweilen bildet sich eine zweite Generation im Spätsommer aus. Weibliche Falter legen nur jeweils ein Ei in die Blüte einer Futterpflanze ab.[2] Die Raupen ernähren sich dann vorwiegend von den Samenkapseln von Roter Lichtnelke (Silene dioica), Weißer Lichtnelke (Silene latifolia) sowie von Taubenkropf (Silene vulgaris). Die Art überwintert als Puppe.

Gefährdung

Die Lichtnelken-Eule kommt in Deutschland in unterschiedlicher Häufigkeit vor und ist auf der Roten Liste gefährdeter Arten als nicht gefährdet eingestuft,[4] in Baden-Württemberg jedoch auf der Vorwarnliste.[2]

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1  Hermann Hacker, László Ronkay & Márton Hreblay: Hadeninae I. In: Michael Fibiger, David Agassiz & Martin Honey (Hrsg.): Noctuidae Europaeae. Band 4, Entomological Press, Sorø 2002, ISBN 87-89430-07-7.
  2. 2,0 2,1 2,2  Günter Ebert (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 7. Nachtfalter V Noctuidae 3. Teil. 1. Auflage. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1998, ISBN 3-8001-3500-0.
  3. W. Forster, T. A. Wohlfahrt: Die Schmetterlinge Mitteleuropas, Band IV, Eulen. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1971.
  4.  Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster 1998, ISBN 3-89624-110-9.

Literatur

  •  Günter Ebert (Hrsg.): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 7. Nachtfalter V Noctuidae 3. Teil. 1. Auflage. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1998, ISBN 3-8001-3500-0.
  •  Hermann Hacker, László Ronkay & Márton Hreblay: Hadeninae I. In: Michael Fibiger, David Agassiz & Martin Honey (Hrsg.): Noctuidae Europaeae. Band 4, Entomological Press, Sorø 2002, ISBN 87-89430-07-7.

Weblinks

 Commons: Lichtnelken-Eule – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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