Lund-Wasserratte

Lund-Wasserratte
Schädel des Lectotyp (Voss und Carleton, 1993, Seite 6)

Schädel des Lectotyp (Voss und Carleton, 1993, Seite 6)

Systematik
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Sigmodontinae
Oryzomyalia
Tribus: Oryzomyini
Gattung: Lundomys
Art: Lund-Wasserratte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Lundomys
Voss & Carleton, 1993
Wissenschaftlicher Name der Art
Lundomys molitor
Winge, 1887

Die Lund-Wasserratte (Lundomys molitor) ist eine in Südamerika lebende Nagetierart aus der Gruppe der Neuweltmäuse.

Diese Nagetiere erreichen eine Kopfrumpflänge von 16 bis 24 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 20 bis 29 Zentimeter und ein Gewicht von 227 bis 250 Gramm. Ihr Fell ist lang und weich, der auffallend lange Schwanz ist unbehaart. Die Fellfärbung ist am Rücken gelbbraun oder braun, wobei sie nach oben hin fast schwarz wird, und am Bauch hellbraun. Die kleinen Ohren sind behaart, die Hinterfüße tragen Schwimmhäute und lange, borstenartige Haare.

Lund-Wasserratten sind im Süden Brasiliens (Rio Grande do Sul) und in Uruguay beheimatet. Sie bewohnen Grasländer und Wälder und sind immer in der Nähe vom Wasser zu finden. Sie sind nachtaktive, ans Wasserleben angepasste Tiere, die gut schwimmen können. Sie leben in Nestern mit 30 Zentimeter Durchmesser, die im Schilf rund 1 Meter über dem Wasser errichtet werden. Die Art dürfte ein reiner Pflanzenfresser sein.

Die Art war zunächst nur von Fossilfunden aus dem Pleistozän bekannt. Später wurden auch lebende Tiere entdeckt, aber zunächst als Art der Sumpfratten (Holochilus magnus) beschrieben. Nachdem es sich aber um die gleiche Art handelt, hat der ältere, dem Fossil zugedachte Namen, Vorrang.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999, ISBN 0801857899
  • D. E. Wilson, D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005, ISBN 0801882214

Weblinks

  • Lundomys molitor in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: J. Baillie, 1996. Abgerufen am 2. August 2008

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

16.06.2021
Genetik
Genome aus ihren Puzzleteilen wieder zusammensetzen
Ein Forscherteam des Friedrich-Miescher-Labors für biologische Arbeitsgruppen hat eine neue Methode zur DNA-Sequenzierung entwickelt, die schnelles und effizientes Aufspüren von genetischer Information ermöglicht.
16.06.2021
Ökologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Kleingewässer in Agrarlandschaften stark mit Pestiziden belastet
Pestizide sichern die Erträge in der Landwirtschaft, indem sie schädliche Insekten, Pilze und Unkräuter bekämpfen.
13.06.2021
Anthropologie | Virologie | Immunologie
Wie Viren Immunzellen zu Trojanischen Pferden machen
Zytomegalieviren programmieren Fresszellen der Lunge so um, dass sie selbst Viren produzieren und diese in der Lunge verbreiten.
13.06.2021
Bionik und Biotechnologie | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Zuckerhirse: Süßes Versprechen für die Umwelt
Zuckerhirse lässt sich zur Herstellung von Biogas, Biokraftstoffen und neuen Polymeren nutzen, zudem kann sie dazu beitragen, Phosphatdünger zu ersetzen.
13.06.2021
Botanik | Physiologie
Todesduft der Pfeifenwinde lockt Sargfliegen in die Blüten
Ein internationales Pflanzenforscherteam hat in einer neuen Studie eine ungewöhnliche und bisher unbekannte Fortpflanzungsstrategie bei Pflanzen entdeckt.
11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.