Nadelpferdchen und Fetzenfische

Nadelpferdchen und Fetzenfische
Großer Fetzenfisch (Phycodurus eques)

Großer Fetzenfisch (Phycodurus eques)

Systematik
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorpha)
Ordnung: Seenadelartige (Syngnathiformes)
Überfamilie: Syngnathoidea
Familie: Seenadeln (Syngnathidae)
Unterfamilie: Nadelpferdchen und Fetzenfische
Wissenschaftlicher Name
Solegnathinae
Gill, 1859
Australisches Dornen-Nadelpferdchen (Solegnathus spinosissimus)

Die Unterfamilie der Nadelpferdchen und Fetzenfische (Solegnathinae) umfasst verschiedene Seenadelarten aus dem Indopazifik, darunter die bekannten Fetzenfische von den Küsten Australiens. Die Fetzenfische unterscheiden sich durch ihre blattartigen, der Tarnung dienenden, Hautauswüchse von den übrigen Mitgliedern der Gruppe.

Allen Nadelpferdchen und Fetzenfischen fehlt eine Schwanzflosse. Der Schwanz der Nadelpferdchen wird, wie der der Seepferdchen, als Greiforgan gebraucht.

Fortpflanzung

Wie bei allen Seenadeln übergeben die Weibchen die Eier an die männlichen Fische, die sie bis zum Schlupf an der Schwanzunterseite tragen. Es gibt kein pelagisches Larvenstadium. Die geschlüpften Jungfische gehen sofort zur versteckten Lebensweise der Eltern in Bodennähe über. Deshalb haben alle Arten nur ein relativ kleines Verbreitungsgebiet.

Eine Ausnahme ist das Doppelenden-Nadelpferdchen (Syngnathoides biaculeatus). Hier trägt das Männchen die Eier an der Bauchunterseite. Die Jungen halten sich nach dem Schlupf in treibenden Sargassum-Tangen auf. Das erklärt auch das große Verbreitungsgebiet der Art.

Arten

Es gibt fünf Gattungen, von denen vier monotypisch sind. Die Nadelpferdchen (Solegnathus) umfassen sieben beschriebene und einige bisher unbeschriebene Arten.

  • Haliichthys
    • Bänder-Fetzenfisch (Haliichthys taeniophorus) Gray, 1859, 30 cm lang, Nordküste von Western Australia.
  • Phycodurus
  • Phyllopteryx
    • Kleiner Fetzenfisch oder Seedrachen (Phyllopteryx taeniolatus)
  • Solegnathus
    • Dunckers Nadelpferdchen (Solegnathus dunckeri), 50 cm lang, Küste von New South Wales bis Süd-Queensland.
    • Hardwicks Nadelpferdchen (Solegnathus hardwickii), 50 cm lang, Chinesisches Meer bis Süd-Japan.
    • Indonesisches Nadelpferdchen (Solegnathus lettiensis), 45 cm lang, Bandasee, Java, Molukken, Flores.
    • Robustes Dornen-Nadelpferdchen (Solegnathus robustus), 40 cm lang, Küste von Flinders Island.
    • Australisches Dornen-Nadelpferdchen (Solegnathus spinosissimus), 50 cm lang, Küste von Tasmanien.
  • Syngnathoides
    • Dreieckige Seenadel oder Doppelenden-Nadelpferdchen (Syngnathoides biaculeatus), 28 cm lang, Rotes Meer, Indischer Ozean, westlicher und zentraler Pazifik.

Literatur

  • Rudie H. Kuiter: Seepferdchen, Seenadeln, Fetzenfische und ihre Verwandten, 2001, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, ISBN 3-8001-3244-3

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.
27.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Neue Möglichkeiten: Topologie in der biologischen Forschung
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
27.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Viel mehr als Gehen
Jahrzehntelang dachte man, dass ein Schlüsselbereich des Gehirns lediglich das Gehen reguliert.
26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.