Perianalthrombose

Klassifikation nach ICD-10
I84.3 Äußere thrombosierte Hämorrhoiden, Analvenenthrombose
ICD-10 online (WHO-Version 2011)
Hervortretende Vene mit blutiger Auflagerung bei perianaler Thrombose

Bei der Perianalthrombose (auch Analthrombose) handelt es sich um eine schmerzhafte Schwellung im Bereich des Afters, die durch ein Blutgerinnsel in den oberflächlichen Venen verursacht wird. Sie wird häufig mit einer Hämorrhoide verwechselt und wird daher auch als unechte Hämorrhoide bezeichnet.

Ursache

Nach neueren prospektiven Studien ist neben intensiver körperlicher Betätigung die ausgiebige Nassreinigung ein Risikofaktor.[1][2] Diese Studien sind Gegenstand von Kontroversen.[3] In der nicht mehr aktualisierten Patienteninformation Analthrombose der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie, AMWF-Mitglied, steht u. a. folgendes: „Häufig […] akut nach dem Sitzen auf kalten Flächen, […] oder bei Frauen während der Periode.“ „Schwangerschaft, Entbindung, Drucksteigerungen im Leib beim Husten, Heben oder Pressen, aber auch möglicherweise bestimmte Nahrungsmittel (Gewürze, Alkohol) können [sie] verursachen“. „Manchmal löst Durchfall die Entstehung […] aus.“ Dort wird auch vermutet, dass „das Vorhandensein großer Hämorrhoiden die Bildung von Analthrombosen“ begünstigt.[4] Auch langes Sitzen unabhängig von der Temperatur der Sitzfläche kann begünstigend wirken.

Symptome

Kommt es zu einer Perianalthrombose, bilden sich innerhalb kurzer Zeit ein oder mehrere bläulich-rote schmerzhafte Knoten am Afterrand. Ein Knoten kann dabei mehrere Thromben enthalten und Kirschgröße erreichen, in seltenen Fällen sogar Pflaumengröße.

Therapie

Die Thrombose kann sich nach wenigen Tagen oder Wochen selbstständig zurückbilden. In akuten Fällen, vor allem bei starken Schmerzen, wird die Perianalthrombose unter örtlicher Betäubung mit einem Schnitt eröffnet und die Thromben werden herausgedrückt. Danach tritt in der Regel schnell eine folgenlose Heilung ein. Gelegentlich können später als Komplikation Marisken entstehen. Diesen Eingriff können Proktologen, Chirurgen, Dermatologen und einige Hausärzte durchführen.

Als lindernde Maßnahmen eignen sich orale Schmerzmittel, etwa nichtsteroidale Antirheumatica (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen, spezielle Salben oder Zäpfchen. Letztere sollten frei von Bufexamac sein, weil aufgrund der Auslösung von Kontaktekzemen die Zulassung mit sofortiger Wirkung am 5. Mai 2010 vom BfArM widerrufen wurde.[5] Bisher war es in vielen Mitteln zur Behandlung von Hämorrhoiden enthalten.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ätiologie der thrombosierten äußeren Hämorrhoiden: eine Fragebogen-Studie. veröffentlicht am 23. Oktober 2009, abgerufen am 30. Mai 2010
  2. H. Rohde: Schädigung der Analhaut DURCH Nassreinigung. In: Dtsch Med Wochenschr, 130 (15), 15. April 2005, S. 974 f.
  3. W. Sonnentag: Injury to the anal mucosa by anal cleaning using water. Kommentar. In: Dtsch Med Wochenschr, 15. April 2005, 130 (15), S. 974 f., PMID 15812727
  4. Patienteninformation Analthrombose der AWMF (PDF; 150 kB) erstellt am 1. November 2002, Überprüfung geplant im Dezember 2007, abgerufen 17. August 2011
  5. Bufexamac-haltige Arzneimittel zur topischen Anwendung … keine zweijährige Frist für Abverkauf. BfArM-Feststellungsbescheid vom 5. Mai 2010, abgerufen am 30. Mai 2010
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