Rostflanken-Spottdrossel


Rostflanken-Spottdrossel

Rostflanken-Spottdrossel

Systematik
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Spottdrosseln (Mimidae)
Gattung: Spottdrosseln
Art: Rostflanken-Spottdrossel
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Mimus
Boie, 1826
Wissenschaftlicher Name der Art
Mimus patagonicus
(d'Orbigny & Lafresnaye, 1837)

Die Rostflanken-Spottdrossel (Mimus patagonicus) oder manchmal Patagonienspottdrossel ist eine Vogelart aus der Familie der Spottdrosseln (Mimidae). Diese Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das sich auf die Länder Argentinien, Chile und die britischen Überseegebiete Falklandinseln sowie Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln beschränkt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale

Rostflanken-Spottdrossel

Die Rostflanken-Spottdrossel erreicht eine Körperlänge von etwa 23 bis 25 Zentimetern, wobei sie einen ziemlich kurzen Schnabel hat. Die Oberseite ist gleichmäßig rauchgrau. Die Flügel kann man zwei weiße Striche erkennen, wobei die schwarzen großen Handdecken weiße Sprenkel und die schwärzlichen Handschwingen im mittlern Teil weiße Ränder aufweisen. Die weiß gesprenkelten Schwungfedern haben gelbbraune bis braune Ränder. Der Bürzel ist schwach gelbbraun gefärbt. Beim schwärzliche Schwanz sind die zentralen Steuerfedern stark weiß gepunktet sowie die Außenfahne eng weiß umrandet. Der kurze breite Augenstrich ist vorne weiß, wird nach hinten dünner und geht in ein Schwarzbraun über. Der Rest des Kopfes ist hell graubraun, wobei die Färbung an den Ohrdecken bräunlich wirkt. Die blassgraue Unterseite wirkt eintönig und wird am Bauch weiß. Seite und Flanken zieren eine ausgewaschene Zimtfarbe teils mit schwacher dunkler Färbung an den Schäften. Der Bereich um die Kloake ist weiß bis gelbbraun. Das Gefieder der Juvenile ist an der Brust von schwarzen Flecken durchzogen. Ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus existiert bei dieser Art nicht.[1]

Verbreitung und Lebensraum

Sie bewegen sich in wüstenähnlichen Gebieten mit Gestrüpp in Höhen bis 1800 Meter. Die typische Vegetation ihres Habitats ist geprägt von Larrea aus der Familie der Jochblattgewächse, Trockenwälder mit Chañar (Geoffroea decorticans) und Prosopis aus der Familie der Hülsenfrüchtler. An Flussauen sieht man sie auch an Melden. In Chile findet man sie in der Región de Aisén sowie der Provinz Valdivia. In Argentinien sind sie vom Norden der Provinz San Juan über Córdoba und Buenos Aires bis auf die Isla Grande de Tierra del Fuego präsent. Im Winter migrieren sie in den Norden bis Jujuy und Santiago del Estero. Außerdem wurden vereinzelte Exemplare auf den Falklandinseln sowie Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln beobachtet. Man findet sie praktisch nie in der Nähe von Siedlungen.[2]

Verhalten

Normalerweise sieht man Braunrücken-Spottdrosseln in Paaren oder kleinen Familiengruppen. Sie sitzen meist wachsam auf einem Busch oder suchen am Boden nach Insekten, indem sie herumhüpfen. Sie zeigen aber kein ausgeprägtes territoriales Verhalten, wie beispielsweise die sehr ähnliche Camposspottdrossel (Mimus saturninus). Hin und wieder stellen sie den Schwanz auf und wackeln mit ihm. Sobald sie Gefahr wittern, verziehen sie sich ins dornige Gebüsch. Wenn sie in den Buschkronen sitzen, kann man sie das gesamte Jahr singen sehen. Ihr Gesang wird als sehr dünn beschrieben.[3]

Forschungsgeschichte und Etymologie

D'Orbigny und Lafresnaye verwendeten bei ihrer Erstbeschreibung des Taxon Orpheus patagonicus. Erst später wurde der Vogel in der Gattung Mimus kategorisiert. Das Wort Mimus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet nachmachen, imitieren. Der Artepitheton patagonicus leitet sich von dem Gebiet Patagonien ab, in dem der Vogel typischerweise relativ häufig vorkommt.

Literatur

  • Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America. Apollo Books, Stenstrup 1990, ISBN 87-88757-16-1.
  • Robert S. Ridgely, Guy Tudor: Field Guide to the Songbirds of South America: The Passerines. University of Texas Press, Austin, Texas 2009, ISBN 978-0-292-71979-8.
  • Robert S. Ridgely, Guy Tudor, William Liddle Brown: The Birds of South America Vol. I. The Oscine Passerines: Jays and Swallows, Wrens, Thrushes, and Allies, Vireos and Wood-Warblers, Tanagers, Icterids, and Finches. University of Texas Press, Austin, Texas 1989, ISBN 978-0-292-70756-6.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Robert S. Ridgely u.a (2009), S. 548
  2. Jon Fjeldså u.a., S. 549f
  3. Robert S. Ridgely u.a (1989), S. 135

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