Ruwet-Weber

Ruwet-Weber
Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeridae)
Familie: Webervögel (Ploceidae)
Gattung: Ammerweber (Ploceus)
Art: Ruwet-Weber
Wissenschaftlicher Name
Ploceus ruweti
Benson & Louette, 1982

Der Ruwet-Weber (Ploceus ruweti) ist eine wenig erforschte Vogelart aus der Familie der Webervögel. Das Artepitheton ehrt den belgischen Ornithologen Jean-Claude Ruwet, der diese Art 1960 entdeckt hatte.

Merkmale

Das Brutgefieder des erwachsenen Männchens ist an der Unterseite orange-kastanienfarben. Die Schwarzfärbung am Kopf erreicht nicht den Nacken. Der Rücken ist tief gelb. Die Unterschwanzdecken sind rötlichbraun verwaschen. Die Iris ist dunkelrot. Der Schnabel ist schwarz und die Beine sind grau-beige. Männchen, die nicht in Brutverfassung sind, haben einen grünlichen Oberkopf und eine gelbe Kehle. Die Weibchen sind allgemein grünlich gefärbt. Sie weisen keine Schwarzfärbung und nahezu keine rötlichbraune Färbung im Gefieder auf. An den mittleren Flügeldecken ist eine auffällige obere Flügelbinde und an den großen Flügeldecken ist eine unauffällige untere Flügelbinde zu erkennen. Die Augen sind dunkel und der Schnabel ist grau. Die Körpergröße beträgt 13 Zentimeter und das Gewicht 17 Gramm. Die Flügellänge (gemessen vom Flügelbug) beträgt 68,5 bis 71 mm, die Schwanzlänge 45 mm, die Lauflänge 20,5 bis 21,0 mm und die Schnabelfirstlänge 16 mm. (Diese Körpermasse beziehen sich auf den Holotypus von 1960 und auf einen toten Vogel von 2009).

Vorkommen und Lebensraum

Der Ruwet-Weber ist endemisch am Lac Tshangalele (auch als Lake Lufira bekannt) in der Provinz Katanga im Südosten der Demokratischen Republik Kongo. Er bewohnt Sumpfland und Röhricht, das von den Gattungen Phragmites und Typha dominiert ist.

Lebensweise

Die Brutzeit ist während der Regenzeit zwischen Januar und April. Das Gelege besteht aus zwei Eiern mit einer hellgrünen Grundfärbung und vielen braunen Flecken. Die Koloniengröße variiert zwischen drei und 20 Nestern. Das Männchen webt das Nest und verteidigt es gegen andere Männchen, die Nistmaterial stehlen.

Systematik und Status

Der Ruwet-Weber war lange nur vom Holotypus aus dem Jahre 1960 bekannt, bevor er im Februar 2009 wiederentdeckt wurde. Von der IUCN wird die Art in die Kategorie Unzureichende Datenlage (Data deficient) klassifiziert. Zeitweise wurde der Ruwet-Weber als Unterart des Reichardwebers (Ploceus reichardi) betrachtet.

Literatur

  • Constantine Walter Benson & Michel Louette (1982): Swamp-dwelling weavers of the Ploceus velatus / vitellinus complex, with the description of a new species. In: Bulletin fo the British Ornithological Club. Nummer 102:S. 24–31.
  • Michel Louette & Michel Hasson: Rediscovery of the Lake Lufira Weaver Ploceus ruweti In: Bulletin of African Bird Club. Vol 16 No 2 (2009): S. 168-173 PDF-Online

Weblinks

  • Ploceus ruweti in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: BirdLife International, 2008. Abgerufen am 17. November 2011

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

11.06.2021
Ökologie | Biodiversität | Meeresbiologie
Untermieter auf Manganknollen: Schwämme sorgen für Artenreichtum
Tief auf dem Meeresgrund lagern wertvolle Rohstoffe – beispielsweise Knollen aus Mangan, Eisen, Kobalt und Kupfer.
11.06.2021
Morphologie
Das Metallgebiss des Borstenwurms
Metallatome sind für die bemerkenswerte Stabilität von Borstenwurm-Kiefern verantwortlich, zeigen Experimente der TU Wien.
11.06.2021
Paläontologie | Entwicklungsbiologie
Versteinert: 99 Millionen Jahre alte Geburt
Einem Forschungsteam ein außergewöhnlicher Fund gelungen: Sie fanden eine fossile weibliche Landschnecke, die gemeinsam mit ihren fünf Jungtieren in einem 99 Millionen Jahre alten Bernstein eingeschlossen wurde.
09.06.2021
Genetik | Neurobiologie
Menschen-Gen macht Mäuse schlauer
Ein Gen, das nur beim Menschen vorkommt, führt bei Mäusen zu einem größeren Gehirn, erhöhter Flexibilität des Gedächtnisses und weniger Ängstlichkeit.
09.06.2021
Taxonomie
„Zombie-Frosch“ entdeckt
Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben mit einem internationalen Team drei neue Froscharten aus dem nördlichen Amazonasgebiet beschrieben.
09.06.2021
Klimawandel | Primatologie
Kein Platz für Menschenaffen
Der Klimawandel wird das Verbreitungsgebiet afrikanischer Menschenaffen in den nächsten 30 Jahren drastisch verkleinern.
07.06.2021
Ökologie | Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Art der Waldnutzung beeinflusst Lebensrhythmus der Wildpflanzen
Durch die Klimaerwärmung verschieben sich bei vielen Pflanzen die jahreszeitlichen Rhythmen, zum Beispiel die Blütezeit.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Junge Seeadler bleiben länger im elterlichen Revier
Seeadler reagieren sensibel auf Störungen durch den Menschen, weshalb in unmittelbarer Umgebung der Horste forst- und landwirtschaftliche Nutzungen beschränkt sind.
07.06.2021
Ethologie | Vogelkunde
Vertrauen bei Rabenvögeln
Rabenvögel benutzen soziale Informationen, um sich vor Täuschung durch Artgenossen aus Nachbarterritorien zu schützen.