Schnalle (Pilze)

Hyphe mit Schnalle

Schnallen sind buckelförmige Auswüchse über den Septen (Querwände) der Hyphen der meisten Basidiomyzeten. Sie sind auch an den askogenen Hyphen im Fruchtkörper weniger Ascomyceten vorhanden. Als Ausbildungen des dikaryontischen Myzels tragen sie dazu bei, die Zweikernigkeit aufrechtzuerhalten und stellen sicher, dass bei der Mitose einer Zelle mit Zellkern A und B auch beide verdoppelten Zellkerne A' und B' in der neuen Zelle zu finden sind.

Nur die endständigen Zellen einer Hyphe verdoppeln sich. Dabei verlängert sich zuerst die Zelle, bis sich die Zellkerne verdoppelt haben (A' und B' als neu entstandene Kerne) und die Zelle eine Ausstülpung, die spätere Schnalle, gebildet hat. A' und B' wandern ans Ende der Zelle, während B in die Schnalle und A an das andere Ende der Zelle, nahe den anderen Hyphenzellen, mit Hilfe des Cytoskeletts transportiert werden. Die Schnalle bildet eine Zellwand aus, die B von der Zelle abgrenzt und kurz darauf eine Verbindung mit der gleichen Zelle eingeht, jedoch näher bei Zellkern A. B kann nun nah an Zellkern A wandern und ein Septum bildet sich zwischen den beiden neu entstandenen Hyphenzellen aus, die nun beide wieder dikaryontisch sind mit einem kompatiblen Paar an Zellkernen.

Bei den Ascomyceten werden die Ausstülpungen als Haken bezeichnet.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

21.04.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Wie Rifforganismen dem Klimawandel trotzen könnten
Eine neue Untersuchung tropischer Foraminiferen zeigt, wie diese kalkbildenden Einzeller auf Ozeanversauerung und -erwärmung reagieren.
19.04.2021
Neobiota
Ausbreitung zweier invasiver Arten: Waschbären und Marderhunde
Der aus Asien stammende Marderhund und der nordamerikanische Waschbär werden sich in Zukunft in Europa vermutlich noch weiter ausbreiten.
19.04.2021
Klimawandel | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Der Klimawandel macht es schwieriger, eine gute Tasse Kaffee zu bekommen
Äthiopien könnte in Zukunft weniger besonders hochwertigen Kaffee und mehr durchschnittliche, eher fade schmeckende Sorten erzeugen.
19.04.2021
Anthropologie | Entwicklungsbiologie
Evolution der menschlichen Geburtsprobleme
Im Gegensatz zu den meisten anderen Primaten sind menschliche Neugeborene im Vergleich zur Breite des mütterlichen Geburtskanals sehr groß, was zu einem hohen Risiko sowohl für das Baby als auch die Mutter werden kann.
15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.