Schweinsdachs

Schweinsdachs
Schweinsdachs (Arctonyx collaris)

Schweinsdachs (Arctonyx collaris)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Dachse (Melinae)
Gattung: Arctonyx
Art: Schweinsdachs
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Arctonyx
F.Cuvier, 1825
Wissenschaftlicher Name der Art
Arctonyx collaris
F.Cuvier, 1825
Verbreitungskarte

Der Schweins- oder Riesendachs (Arctonyx collaris) ist eine Raubtierart aus der Unterfamilie der Dachse (Melinae) innerhalb der Familie der Marder (Mustelidae). Er kommt ausschließlich in Asien vor.

Merkmale

Generell ähneln Schweinsdachse dem Europäischen Dachs, unterscheiden sich jedoch in der verlängerten Schnauze, die zu einem schweineartigen, unbehaarten Rüssel ausgebildet ist. Während beim Europäischen Dachs die Kehle allerdings schwarz ist, ist diejenige des Schweinsdachs weiß. Der Schweinsdachs weist außerdem auffällige schwarze Wangenstreifen auf.[1]

Die Färbung seines Rückenfells variiert von graugelb bis schwarz, der Bauch ist ebenso schwarz wie die Füße. Sie besitzen schwarze Streifen von der Nase bis zu den Ohren und dem Nacken im ansonsten weißlichen Gesicht, weiß sind auch die Ohren, die Kehle und der Schwanz. Ein weiterer Unterschied zum Europäischen Dachs liegt in den stark verlängerten, gebogenen Krallen, die im Gegensatz zu diesem weiß sind. Diese Tiere erreichen eine Kopfrumpflänge von ungefähr 55 bis 70 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 12 bis 17 Zentimetern und ein Gewicht von 7 bis 14 Kilogramm.

Verbreitung und Lebensraum

Schweinsdachse leben in Ost- und Südostasien, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom nördlichen China und dem östlichen Indien bis zur Malaiischen Halbinsel und die Insel Sumatra. Ihr Lebensraum sind vorrangig Wälder, sowohl Regenwälder als auch Gebirgswälder bis in 3500 Meter Höhe.

Lebensweise

Schweinsdachse sind dämmerungs- oder nachtaktiv, den Tag verbringen sie in Felsspalten oder selbstgegrabenen Bauen. Über ihr Sozialverhalten ist wenig bekannt, vermutlich leben sie einzelgängerisch. Von November bis Februar oder März halten sie Winterruhe.

Nahrung

Diese Tiere sind Allesfresser, die mit ihrem Rüssel ähnlich den Schweinen den Boden auf der Suche nach Essbarem durchwühlen. Sie verzehren sowohl Würmer, Insekten und Larven als auch Wurzeln, Pilze und Früchte.

Fortpflanzung

Die Paarung erfolgt im Mai, bedingt durch eine Keimruhe kommt es erst im Februar oder März zur Geburt, die eigentliche Tragzeit dürfte rund sechs Wochen betragen. Die Wurfgröße beträgt drei bis fünf. Die Jungtiere werden mit vier Monaten entwöhnt und erreichen mit acht Monaten die volle Größe.

Bedrohungen

Zu den natürlichen Feinden des Schweinsdachses zählen Tiger, Leoparden und andere größere Raubtiere. Zu seinen Verteidigungsmaßnahmen zählt das bedrohende Aufstellen der Haare und Verspritzen eines übelriechenden Sekretes der Analdrüse. Notfalls verteidigt er sich auch mit seinen langen Krallen.

Zu den Bedrohungen, die von Menschen ausgehen, zählen die Bejagung und der Verlust des Lebensraums durch Waldrodungen. Schweinsdachse zählen aber nicht zu den bedrohten Arten.

Weblinks

 Commons: Schweinsdachs (Arctonyx collaris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9
  • Tej Kumar Shrestha: Wildlife of Nepal – A Study of Renewable Resources of Nepal Himalayas. Tribhuvan University, Kathmandu 2003, ISBN 99933-59-02-5

Einzelbelege

  1. Shesthar, S. 124

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