Schweinespulwurm

Ascaris suum
Systematik
Stamm: Fadenwürmer (Nematoda)
Klasse: Secernentea
Ordnung: Spulwürmer (Ascaridida)
Familie: Ascarididae
Gattung: Ascaris
Art: Ascaris suum
Wissenschaftlicher Name
Ascaris suum
Goeze, 1782

Der Schweinespulwurm (Ascaris suum) ist ein parasitierender Fadenwurm aus der Gattung der Spulwürmer. Er ist weltweit verbreitet und befällt neben Schweinen auch den Menschen.[1]

Beschreibung

Der Schweinespulwurm hat einen spindelförmigen Körper, der an beiden Enden spitz zuläuft. Die Weibchen werden etwa 20 bis 30 Zentimeter lang, die Männchen sind bedeutend kleiner. Der am Vorderende liegende Mund ist durch die drei Lippen, die ihn umgeben, zu erkennen. Der After liegt auf der Bauchseite kurz vor dem Hinterende. Die Geschlechtsöffnung der Weibchen liegt etwa am Ende des ersten Körperdrittels in einer ringförmigen Einschnürung. Männliche Spulwürmer haben eine Kloake und sind an der spiraligen Einrollung des Hinterendes erkennbar. Morphologisch ist der Schweinespulwurm (Ascaris suum) nicht vom Menschenspulwurm (Ascaris lumbricoides) zu unterscheiden.[2] Die Eier sind eiförmig, goldbraun und dickschalig, sie haben eine höckrige, ungefurchte Oberfläche.

Lebensweise

Schweinespulwürmer leben im Dünndarm ihrer Wirte, den Schweinen, und ernähren sich vom Darminhalt. Die dort abgelegten Eier gelangen mit dem Kot ins Freie. Erst bei Kontakt mit Sauerstoff entwickeln sie sich weiter. Nach zwei Häutungen im Ei entwickelt sich ein etwa 200 Mikrometer kleines Jugend- oder Larvalstadium. Dieses verlässt das Ei erst, nachdem es nach der Aufnahme durch den Mund in den Darm des Wirtes gelangt. Dort durchbricht es das Darmepithel und wandert in das Blutgefäßsystem. In der Leber des Wirtes wächst es innerhalb von zehn Tagen auf zwei Millimeter Länge und wird dann mit dem Blut in die Lunge transportiert, wo es die Kapillaren in den Lungenbläschen durchbricht und das Blutgefäßsystem verlässt. Es häutet sich erneut und wird vom Flimmerepithel der Luftröhre in den Rachen des Wirtes befördert und mit Speichel verschluckt. Es gelangt erneut in den Dünndarm, wo es nach einer weiteren Häutung zum geschlechtsreifen Schweinespulwurm auswächst.

Literatur

  • Volker Stoch & Ulrich Welsch: Kükenthals Leitfaden für das zoologische Praktikum. 23. neu bearb. Aufl. Spektrum Akad. Verl., Heidelberg, Berlin 1999 ISBN 3-8274-0901-2

Einzelnachweise

  1. http://ticker-grosstiere.animal-health-online.de/20060628-00000
  2. Gaspary, Kist, Stein, Infektiologie des Gastrointestinaltraktes, Springer Verlag, Berlin 2006, S. 45.

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