Sibirischer Lemming

Sibirischer Lemming
Systematik
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
Tribus: Lemmini
Gattung: Echte Lemminge (Lemmus)
Art: Sibirischer Lemming
Wissenschaftlicher Name
Lemmus sibiricus
Kerr, 1792

Der Sibirische Lemming (Lemmus sibiricus) ist eine Art der Gattung Echte Lemminge (Lemmus), die die arktischen Tundren Sibiriens und Alaskas bewohnt.

Merkmale

Der Sibirische Lemming erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 12–15 cm und eine Schwanzlänge von 1–1,5 cm. Somit beträgt die Gesamtlänge 13–16,5 cm. Sein Gewicht beträgt 45–150 Gramm. Die Oberseite dieses Lemmings ist graubraun bis schwarzbraun. Weiter hinten wechselt die Fellfarbe oft zu rotbraun. Der schwarze Aalstrich auf dem Rücken der Tiere fehlt einigen nordamerikanischen Tieren. Die Unterseite ist gelblich und an der Kehle weiß. Der Sibirische Lemming hat kleine, dicht behaarte Ohren, eine stumpfe Schnauze und ein dickes Fell zum Schutz gegen die Kälte.

Verbreitung

Der Sibirische Lemming lebt vom Osten Finnlands über Sibirien bis ins nördliche Kanada.

Lebensraum

Der Sibirische Lemming lebt in den arktischen Tundren der nördlichen Halbkugel. Er bevorzugt dabei hohes, buschiges Grasland und Moore.

Lebensweise

Diese Art lebt in großen Kolonien, ist sehr fruchtbar und unternimmt saisonale Wanderungen zwischen hohem, buschigen Grasland und Mooren und dem schützenden Tiefland zum Überwintern. Die Wanderungen sind weniger spektakulär als die des Berglemmings, der manchmal instinktgetrieben versucht Flüsse zu durchschwimmen oder Klippen herunterzuspringen. Der Sibirische Lemming frisst Moose, Seggen, Kräuter, weiche Zweige und manchmal Vogeleier. Der Sibirische Lemming ist lebhaft, voller Energie und piepst laut beim Graben und Fressen. Im Herbst wandert er in die tiefere Tundra, zu Seen und Flüssen, um schützende Tunnel unter Torfmoos zu bauen oder Nester in Pflanzenbüscheln anzulegen. Er sucht dann unter dem Schnee nach Nahrung. Der Sibirische Lemming ist nicht gefährdet.

Fortpflanzung

Weibchen bauen ein Nest aus Gras und einigen Haaren. Nach einer Tragzeit von etwa 18 Tagen werfen sie bis zu 12 Junge.

Literatur

  • Dorling Kindersley (Bearb.), David Burnie (Red.) TIERE-Die große Bild-Enzyklopädie, mit über 2000 Arten, 2001

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