Tropeneibische

Tropeneibische
Portiabaum oder Küstenhibiskus (Thespesia populnea)

Portiabaum oder Küstenhibiskus (Thespesia populnea)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Malvoideae
Tribus: Gossypieae
Gattung: Tropeneibische
Wissenschaftlicher Name
Thespesia
Sol. ex Corrêa

Die Gattung Tropeneibische (Thespesia) gehört zur Familie der Familie Malvengewächse (Malvaceae). Die Thespesia-Arten sind in tropischen und warmen subtropischen Regionen von Asien und Afrika, in der Karibik und im Südpazifik verbreitet.

Namensgebung

Innerhalb der Familie der Malvaceae sind Tropeneibische näher mit der Gattung Baumwolle (Gossypium) als mit der Gattung Hibiskus, Eibisch (Hibiscus) verwandt.

Der Gattungsname entstand aufgrund der Neubestimmung von Hibiscus populneus L.) und leitet sich von dem griechischen Wort thespésios für göttlich, gewaltig, herrlich, wegen des Erscheinungsbildes dieser Baumformen her.

Beschreibung

Illustration des Portiabaumes oder Küstenhibiskus (Thespesia populnea.

Vegetative Merkmale

Die Thespesia-Arten wachsen als Sträucher und Bäume. Manche Arten enthalten einen gelben Milchsaft. Pflanzenteile sind unbehaart oder besitzen einfache -, Schild- oder Stern-Haare.

Die wechselständigen, einfachen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele sind lang. Die eiförmige Blattspreiten besitzen einen glatten oder drei- bis fünflappigen Blattrand. Oft sind auf den Blättern extraflorale Nektarien vorhanden. Die Nebenblätter sind sehr schmal. Die Keimblätter sind schwarz punktiert.

Blütenstände und Blüten

Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln oder selten in kleinen, zymösen, beziehungsweise in endständigen traubigen Blütenständen zusammen. Die relativ großen und auffälligen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Der winzige Nebenkelch ist zwei- bis achtlappig und besitzt manchmal dreiteilige Nektarien. Die fünf Kelchblätter sind becherförmig verwachsen. Die fünf meist gelben, seltener weißen oder rosafarbenen Kronblätter stehen glockenförmig zusammen; es kann jeweils ein purpurfarbener Fleck vorhanden sein. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna. Bei dieser Gattung überragt sie die Kronblätter meist nicht. Fünf Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen mit jeweils einigen Samenanlagen in jedem Fruchtknotenfach.

Früchte und Samen

Die Früchte sind von den Kelchblättern umgeben. Es werden kugelige bis birnenförmige, drei- bis fünffächerige Kapselfrüchte gebildet, die ledrig oder verholzt und geschlossen bleiben oder bei Reife sich öffnen; manchmal sind sie leicht fleischig. Jedes Fruchtfach enthält drei bis viele Samen. Die verkehrt-eiförmigen Samen sind glatt oder behaart.

Systematik

Thespesia wurde 1807 von Daniel Carl Solander in José Franciso Corrêa da Serra: Annales du muséum national d'histoire naturelle, 9, S. 290-291, Tafel 25, f. 1 veröffentlicht. Der Name Thespesia (nom. cons.) in Vienna ICBN Art. 14.4 & App. III gegen das homotypische Synonym Bupariti Duhamel, nom. rej., das bereits 1760 von Henri Louis Duhamel du Monceau in Traité des semis et plantations des arbres et de leur culture, 5 veröffentlicht wurde, festgelegt. Weitere Synonyme für Thespesia Sol. ex Corrêa sind: Armourea Lewton, Armouria Lewton, Atkinsia R. A. Howard, Azanza Alef., Maga Urb., Montezuma DC., Parita Scopoli, Pariti Adanson, Shantzia Lewton, Thespesiopsis Exell & Hillc., Ulbrichia Urb. [1] Typusart ist Thespesia populnea (L.) Sol. ex Corrêa.

Thespesia grandiflora.

Die Gattung Thespesia umfasst etwa 17 bis 18 Arten (Auswahl) [1]:

  • Thespesia acutiloba (Baker f.) Exell & Mendonç.
  • Thespesia beatensis (Urb.) Fryxell
  • Thespesia cubensis (Britton & P. Wilson) J.B.Hutch
  • Thespesia danis Oliv.
  • Thespesia garckeana F.Hoffm.
  • Thespesia grandiflora DC.-Maga
  • Thespesia lampas (Cav.) Dalzell
  • Thespesiopsis mossambicensis Exell & Hillcoat
  • Portiabaum oder Küstenhibiskus (Thespesia populnea (L.) Sol. ex Corrêa)
  • Thespesia populneoides (Roxb.) Kostel.
  • Thespesia thespesioides (R.Br. ex Benth.) Fryxell

Quellen

  • Ya Tang, Michael G. Gilbert & Laurence J. Dorr: Malvaceae in der Flora of China, Volume 12, 2007, S. 295: Thespesia - Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • Sultanul Abedin: Malvaceae in der Flora of Pakistan: Thespesia - Online. (Abschnitt Beschreibung)
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, Nikol-Verlag, Hamburg 1996, ISBN 978-3-937872-16-2, S. 641. (Abschnitt Namensgebung)

Einzelnachweise

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Weblinks

 Commons: Tropeneibische – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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