Glucuronidierung

Glucuronidierung bezeichnet den Vorgang der Ausscheidung unpolarer Stoffe über Leber und Niere durch Bindung an Glucuronsäure. Glucuronsäure ist eine Uronsäure, welche durch zweifache Oxidation am Kohlenstoffatom-6 (C6) aus Glucose entsteht. Die Glucuronidierung ist im Endoplasmatischen Retikulum der Hepatozyten lokalisiert. Gift- und Arzneistoffe sowie körpereigene Stoffe wie die Steroidhormone oder das Bilirubin werden durch Bindung an Glucuronsäure zu Glukuroniden, die wesentlich hydrophiler als die auszuscheidende Substanz selbst sind. Der Verknüpfung dieser Stoffe mit Glucuronsäure geht eine UTP-abhängige Aktivierungsreaktion voraus, welche durch das Enzym UDP-Glucuronosyltransferase, einer Glycosyltransferase, katalysiert wird. Das entstehende Produkt dieser Reaktion ist UDP-Glucuronsäure, die aktivierte Form der Glucuronsäure. Ohne diesen Schritt, d. h. der Aktivierung dieser Uronsäure, wären nachfolgende Schritte endergon und in den Zellen praktisch unmöglich. Schließlich kann unter Abspaltung des UDP am Kohlenstoffatom-1 (C1) der UDP-Glucuronsäure eines der genannten Substrate über eine glycosidische Bindung mit der Glucuronsäure an C1 verknüpft werden.

Literatur

  • Florian Horn, Isabelle Moc, Nadine Schneider, Christian Grillhösl, Silke Berghold, Gerdn Lindenmeier: Biochemie des Menschen. Thieme, Stuttgart 2005, ISBN 3-13-130883-4
  • Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage, Urban&Fischer, München 2003

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