Luchsee

Luchsee
Der Luchsee
Der Luchsee
Geographische Lage Brandenburg
Zuflüsse keiner
Abfluss keiner
Orte am Ufer keiner
Orte in der Nähe Krausnick
Daten
Koordinaten 52° 2′ 38″ N, 13° 47′ 51″ O52.04388888888913.797552.7Koordinaten: 52° 2′ 38″ N, 13° 47′ 51″ O
Luchsee (Brandenburg)
Luchsee
Höhe über Meeresspiegel 52,7 m
Fläche 7,2 haf5
Länge 300 mf6
Breite 100 mf7
Maximale Tiefe 2 mdep1f10
Besonderheiten

Totalreservat im Biosphärenreservat

Der Luchsee füllt den zentralen Teil eines Moorgebietes im Brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald, ca. 2,5 km nordwestlich des Dorfes Krausnick.

Entstehung und Aufbau des Moores

Übergang zur Verlandungszone
Bodenvegetation des Moores
Kiefern verdrängen die ursprüngliche Moorvegetation

Das Moor liegt in einem kleinen, vor ca. 20.000 Jahren gebildeten Gletscherzungenbecken an den Krausnicker Bergen. Dort verläuft die Hauptendmoräne des Brandenburger Stadiums der Weichselvereisung. Das Moor liegt auf einer Meereshöhe von 52,7 m ü. NN, ist ca. 57 ha groß und ohne natürlichen oberirdischen Wasserzu- und -abfluss. Es wird lediglich durch Regenwasser und Grundwasser gespeist. Im Zentrum des Moores befindet sich der langgestreckte, 7 ha große Luchsee. Dieser hat eine Tiefe von weniger als 2 m. Die Entwicklungsgeschichte des Luchsees ist durch pollenanalytische Bohrkernuntersuchungen gut erforscht. Das Moor wuchs seit dem Subboreal (vor ca. 5.000 Jahren) kontinuierlich auf. Während des Boreals vor 9.000 bis 7.500 Jahren, existierte hier ein Flachsee, der dann von Schilf- und Seggentorf überwachsen wurde. Erst in den letzten Jahrhunderten breiteten sich auf dem Moor Torfmoos-Wollgras-Gesellschaften aus. Neuere Untersuchungen belegen den Beginn der Sedimentation im See schon in der ausgehenden Weichseleiszeit, die vor ca. 11.600 Jahren endete.

In früheren Arbeiten wurde das Luchseemoor als Kesselmoor bezeichnet. Aktuelle Untersuchungen gehen von einer Kombination aus Versumpfungs- und Verlandungsmoor aus.

Aktuelle Gefährdung

Im Verlauf der letzten zwanzig Jahre sank der Wasserspiegel des Luchsees dramatisch ab, so dass heute davon ausgegangen wird, daß die ehemals angenommene unterirdische Verbindungslosigkeit zum Grundwasserleiter der Krausnicker Berge und des Spreewaldes nicht besteht. Da die Amplitude des Niederschlagswassers und Oberflächenwasserabflusses in den beobachteten Jahren nahezu gleich geblieben sein soll, wird nicht davon ausgegangen, dass die Niederschlagsverhältnisse für diesen Trend verantwortlich sind. Auch statistische Vergleiche der Jahresniederschlagssummen mit dem langjährigen Mittel der Niederschlagssumme gaben keine Hinweise auf bedeutsame Anomalien in der Menge und der Verteilung der Niederschlagsverhältnisse im Verlauf der letzten Jahre. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass ein Wirkgeflecht aus Klimawandel und Landnutzungsänderungen zur starken Grundwasserabsenkung geführt hat. Beim Klimawandel wirkte vor allem die Erwärmung, die zu verstärkter Verdunstung führt. Große Flächen des ehemaligen Militärflugplatzes Brand haben sich in den letzten Jahren bewaldet, so dass auch dort die Verdunstung deutlich zugenommen hat. Ähnlich wirkt sich die in den letzten Jahrzehnten deutlich dichter gewordene Waldbestockung im unmittelbaren Umfeld des Moores aus. Auch ein Einfluss der Niedrigwasserphasen der Spree im Unterspreewald wird diskutiert, da dann verstärkt Grundwasser aus den benachbarten Hochflächen, auf denen auch der Luchsee liegt, in die Niederung des Spreewaldes strömt.

Wegen des sinkenden Wasserstandes ist das Moor bereits weitgehend trocken gefallen. Kiefern haben die ursprüngliche Moorvegetation zum größten Teil verdrängt.

Der Luchsee ist als Totalreservat Naturschutzgebiet und Teil des Biosphärenreservats Spreewald.

Siehe auch

  • Liste der Seen in Brandenburg

Quellen

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.