Luteinisierendes Hormon

Luteinisierendes Hormon, beta-Untereinheit

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 92 + 121 = 213 Aminosäuren (α + β)
Sekundär- bis Quartärstruktur LH = LH-α + LH-β
Bezeichner
Gen-Namen LHB; LSHB
Externe IDs OMIM: 152780 UniProtP01229 CAS-Nummer: 152923-57-4
Arzneistoffangaben
ATC-Code G03GA07
DrugBank DB00044
Wirkstoffklasse Hormon
Verschreibungspflicht ja
Vorkommen
Homologie-Familie LH-beta
Übergeordnetes Taxon Wirbeltiere
Das luteinisierende Hormon (LH) („gelbfärbendes Hormon“, von lat. luteus, „mit Reseda gefärbt“, „orangegelb“) oder Lutropin zählt zu den Hormonen, die die Fortpflanzung regeln. Bei der Frau fördert es den Eisprung und die Gelbkörperbildung. Beim Mann wird es auch Interstitial cell stimulating hormone (ICSH) genannt. Es ist bei beiden Geschlechtern gemeinsam mit dem Follikelstimulierenden Hormon (FSH) für die Reifung und Produktion der Geschlechtszellen zuständig: Ovulation (Eisprung) bei der Frau bzw. die Spermienreifung beim Mann.

Gebildet wird das LH im Hypophysenvorderlappen nach Stimulation durch das Releasing-Hormon Gonadoliberin (GnRH).

Struktur

LH besteht aus zwei Untereinheiten, der α-Untereinheit (α-LH) mit 92 Aminosäuren und der β-Untereinheit (β-LH) mit 121 Aminosäuren.[1] Die β-Untereinheit ist spezifisch für das LH. Die α-Untereinheit kommt dagegen auch in weiteren Hormonen vor: follikelstimulierendes Hormon (FSH), Humanes Choriongonadotropin (hCG) und Thyreotropin (TSH).

Biologische Wirkung

Beim Mann stimuliert LH die Bildung des Testosterons in den Leydig-Zwischenzellen des Hodens. Bei der Frau ist vor dem Eisprung ein steiler Anstieg der LH-Konzentration im Blut nachweisbar, der danach schnell wieder abklingt. Sollte es, beispielsweise wegen einer Krankheit, zu verringerter oder gar keiner LH-Ausschüttung kommen, ist eine Schwangerschaft nicht möglich. LH steigert die Androgensynthese (vor allem Androstendion) in den Thekazellen (der äußeren Zellschicht um einen Follikel) des Ovars, das in den Granulosazellen (der inneren Zellschicht um den Follikel) durch das Enzym Aromatase (Cytochrom P450 abhängige Monoxigenase 19; CYP19A1) in Östradiol umgewandelt wird. LH steigert somit indirekt die Östrogenproduktion.

LH-Test

Ein LH-Test, auch Ovulationstest genannt, dient der Bestimmung des Zeitpunkts des Eisprungs (auch Follikelsprung oder Ovulation, bei dem der Follikel platzt und die Eizelle in den Eileiter freigibt) und somit der Bestimmung der fruchtbaren Tage der Frau. Mit diesem Wissen ist es möglich, den Zeitpunkt des Geschlechtverkehrs zu planen und somit die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft zu erhöhen. Dieser Test verwendet monoklonale Antikörper gegen LH, um selektiv erhöhte Konzentration von LH nachzuweisen.

Einzelnachweise

  1. UniProt P01229

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