Millard-Ratte

Millard-Ratte
Systematik
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Tribus: Rattini
Dacnomys-Gruppe
Gattung: Dacnomys
Art: Millard-Ratte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Dacnomys
Thomas, 1916
Wissenschaftlicher Name der Art
Dacnomys millardi
Thomas, 1916

Die Millard-Ratte (Dacnomys millardi) ist eine Nagetierart aus der Gruppe der Altweltmäuse (Murinae).

Allgemeines

Millard-Ratten sind relativ große Vertreter der Altweltmäuse mit langem Schwanz. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 23 bis 29 Zentimetern, der Schwanz misst 31 bis 34 Zentimeter. Ihr dichtes, raues Fell ist an der Oberseite olivbraun bis graubraun gefärbt, die Unterseite ist in einem hellen Rotbraun gefärbt. Die Ohren sind klein und braun, der Schwanz ist mit feinen, kurzen Haaren bedeckt. Die Molaren sind hochkronig, die Zahnreihe ist sehr lang.

Millard-Ratten leben im östlichen Nepal, im nordöstlichen Indien, dem südlichen China und den angrenzenden Regionen Laos' und Vietnams. Ihr Lebensraum sind gebirgige, immergrüne Wälder. Ansonsten ist über ihre Lebensweise nichts bekannt.

Es gibt nur wenige Sichtungen dieser Art, dementsprechend lassen sich auch keine genauen Angaben zum Gefährdungsgrad machen. Die IUCN führt die Millard-Ratte unter „zu wenig Daten vorhanden“ (data deficient).

Systematik

Die Millard-Ratte ist bei Wilsin & Reeder (2005) Namensgeber der Dacnomys-Gruppe, einer in Südostasien verbreiteten Gruppe, die daneben noch die Gattungen Mindoro-Ratten (Anonymomys), Fea-Baumratten (Chiromyscus), Langschwanz-Riesenratten (Leopoldamys), Weißbauchratten (Niviventer) und Sri-Lanka-Ratten (Srilankamys) umfasst. Auch die neuentdeckten Arten Saxatilomys paulinae und Tonkinomys daovantieni gehören vermutlich hierher.

Nach den genetischen Untersuchungen von Lecompte et al. (2008) sind die Tiere der Dacnomys-Gruppe Teil einer vorwiegend in Südostasien, Neuguinea und Australien verbreiteten Radiation der Altweltmäuse, den Rattini. Diese Radiation umfasst noch die Crunomys-Gruppe, die Maxomys-Gruppe, die Micromys-Gruppe und die Rattus-Gruppe.

Literatur

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. 3. Ausgabe. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005, ISBN 0-8018-8221-4.
  • Emilie Lecompte, Ken Aplin, Christiane Denys, François Catzeflis, Marion Chades und Pascale Chevret: Phylogeny and biogeography of African Murinae based on mitochondrial and nuclear gene sequences, with a new tribal classification of the subfamily. In: BMC Evol. Biol. 8:199 (2008), S. 1–21. Fulltext

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.
27.07.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Neue Möglichkeiten: Topologie in der biologischen Forschung
Ein aus Quantensystemen bekanntes Phänomen wurde nun auch im Zusammenhang mit biologischen Systemen beschrieben: In einer neuen Studie zeigen Forscher dass der Begriff des topologischen Schutzes auch für biochemische Netzwerke gelten kann.
27.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Viel mehr als Gehen
Jahrzehntelang dachte man, dass ein Schlüsselbereich des Gehirns lediglich das Gehen reguliert.
26.07.2021
Ökologie | Paläontologie
Uralte Haizähne geben Hinweis auf eine globale Klimakrise
Die stete Drift der Kontinente formt nicht nur Gebirgszüge, sondern hat auch großen Einfluss auf die Tierwelt im Meer.
26.07.2021
Anatomie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Bioinformatik
Wie tierische Sprinter enorme Spitzengeschwindigkeiten erreichen
Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ein physikalisches Modell entwickelt, um zu erforschen, von welchen Eigenschaften die maximale Laufgeschwindigkeit bei Tieren abhängig ist.
26.07.2021
Anthropologie | Zoologie | Ethologie
Hunde als „Gedankenleser“
Dass Hunde vielfach als der „beste Freund des Menschen“ bezeichnet werden, ist bekannt.
26.07.2021
Mikrobiologie | Genetik | Biochemie
RNA kontrolliert die Schutzhülle von Bakterien
Der Magenkeim Helicobacter pylori weiß, wie er sich gegen Angriffe des Immunsystems oder durch Antibiotika schützen kann.