Morula

1 Morula, 2 Blastula

Eine Morula (v. lat.: morum = Maulbeere), auch als „Maulbeerkeim“ bezeichnet, ist in der Biologie ein Entwicklungsstadium der frühen Embryogenese mehrzelliger Lebewesen, wie zum Beispiel des Menschen.

Es handelt sich bei der Morula um einen kugeligen Zellhaufen aus 8 bis 32 Zellen (Blastomeren), der nach den ersten Teilungen aus der Zygote hervorgeht. Beim Menschen spricht man ab dem 16-Zell-Stadium und ungefähr vier Tagen nach der Befruchtung von einer Morula. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Zellhaufen in der Regel im Eileiter. Das Volumen der Morula ist gegenüber der Zygote unverändert, da beide von der steifen Zona pellucida, einer Schicht aus Glykoproteinen, umgeben werden. Der Durchmesser beträgt 150 µm. Die Zona pellucida bleibt zur Stabilisierung der Form des frühen Keimlings, zur Verhinderung der Einnistung in den Eileiter und zum Schutz vor immunologischen Reaktionen der Mutter bis zum 6. Tag (Blastozystenstadium) erhalten.

Im Stadium der Morula differenzieren sich die Zellen in eine innere und eine äußere Zellmasse, die sich allerdings äußerlich noch nicht unterscheiden. Dabei bilden die äußeren Zellen untereinander undurchlässige Zellverbindungen (tight junctions) aus und trennen so die innere Zellmasse vom äußeren Flüssigkeitsmilieu. Mit diesem Schritt verlieren die Zellen die Totipotenz und werden pluripotent. Dies bildet die Grundlage für die Bildung der Blastocyste und die Differenzierung in den Trophoblast außen, aus dem Plazenta und Eihäute hervorgehen, sowie in den Embryoblast innen, aus dem sich der eigentliche Embryo entwickelt .

Bei der künstlichen Befruchtung werden die Embryonen in der Regel in einem frühen Morulastadium eingesetzt.

Aus der Morula wird die Blastula beziehungsweise bei nicht eierlegenden Säugetieren die Blastozyste.

Siehe auch

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