Omphalitis

Als Omphalitis („Nabelentzündung“) bezeichnet man eine Entzündung des Nabelstumpfs und der ihn umgebenden Bauchwand.

Ursachen

Eine Omphalitis tritt zumeist während der ersten Lebenswochen bei Neugeborenen auf und ist traumatisch und infektiös bedingt. Risikofaktoren sind ein geringes Geburtsgewicht, vorangegangene Punktionen der Nabelschnur sowie ein vorzeitiger oder verspäteter Riss der Nabelschnur. Seltener kann eine Omphalitis auch durch ein Bauchnabelpiercing ausgelöst werden.

Bei Omphalitiden handelt sich es meist um bakterielle Mischinfektionen. Häufiger sind Staphylococcus aureus, A-Streptokokken, Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Proteus mirabilis, aber auch Anaerobier wie Bacteroides fragilis und Clostridium perfringens beteiligt.

Symptome

Typisch ist im Anfangsstadium ein eitriger Ausfluss aus dem Nabel sowie eine Rötung und Schwellung des umgebenen Gewebes.

Komplikationen

Relativ häufig kommt es ohne Behandlung zu Komplikationen und lebensbedrohlichen Zuständen durch aufsteigende Infektionen. Peritonitis, Leberabszesse, Pfortaderthrombose, Endokarditis und Sepsis gehen mit Fieber und Abgeschlagenheit einher. Auch lokale Komplikationen wie Nekrosen der Bauchmuskeln, Abszesse der Nabelumgebung und Nekrotisierende Fasziitis haben eine recht hohe Mortalitätsrate.

Behandlung

Zur Behandlung werden Antibiotika, selten chirurgische Maßnahmen eingesetzt.

Literatur

Jill M. Baren, Steven G. Rothrock: Pediatric emergency medicine. Elsevier Health Sciences, 2007, ISBN 9781416000877, S. 348.

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