Rezeptor-Tyrosinkinase Ret

Rezeptor-Tyrosinkinase Ret

Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 1086 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur single-pass Membranprotein
Kofaktor Ca2+
Isoformen RET51, RET43, RET9
Bezeichner
Gen-Name RET
Externe IDs OMIM: 164761 UniProtP07949
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 2.7.10.1  Proteinkinase
Reaktionsart Phosphortylierung von Tyrosinresten
Substrat ATP + Protein-L-Tyrosin
Produkte ADP + Protein-L-Tyrosinphosphat
Vorkommen
Übergeordnetes Taxon Wirbeltiere[1]

Die Rezeptor-Tyrosinkinase Ret ist ein Protein in der Zellmembran von Zellen der Wirbeltiere. Als Rezeptor-Tyrosinkinase hat Ret die Aufgabe, das Signal, das durch das Andocken eines Liganden am Rezeptorbereich von Ret entsteht, ins Innere der Zelle weiterzuleiten. Dort katalysiert dann die Kinase-Domäne von Ret die Phosphorylierung anderer spezifischer Proteine, wodurch eine Signalkaskade entsteht. Diese Signale sind während der Embryonalentwicklung unentbehrlich für die genau abgestimmte Differenzierung bestimmter Neuronen des autonomen Nervensystems, sowie von Nierenzellen. Mutationen im RET-Gen, die zu einem Verlust der Ret-Funktion führen, sind eine Ursache für kongenitales Megakolon, Undine-Syndrom und Nierenagenesie.[2]

Im erwachsenen Organismus scheint Ret keine Funktion zu haben, jedoch sind Mutationen im RET-Gen, die zu andauernder Enzymaktivität führen, assoziiert mit einer Reihe von Tumoren: Dickdarmkrebs, medulläres Karzinom der Schilddrüse, papilläres Schilddrüsenkarzinom (PTC), Multiple endokrine Neoplasie Typen 2A und 2B (MEN2A, MEN2B), erhöhtes Risiko für ein Phäochromozytom. Man zählt das RET-Gen daher zu den Protoonkogenen.[2][3]

Literatur

  • Honma Y, Kawano M, Kohsaka S, Ogawa M: Axonal projections of mechanoreceptive dorsal root ganglion neurons depend on Ret. In: Development. 137, Nr. 14, Juli 2010, S. 2319–28. doi:10.1242/dev.046995. PMID 20534675.
  • Uesaka T, Enomoto H: Neural precursor death is central to the pathogenesis of intestinal aganglionosis in Ret hypomorphic mice. In: J. Neurosci.. 30, Nr. 15, April 2010, S. 5211–8. doi:10.1523/JNEUROSCI.6244-09.2010. PMID 20392943.
  • Golden JP, Hoshi M, Nassar MA, et al.: RET signaling is required for survival and normal function of nonpeptidergic nociceptors. In: J. Neurosci.. 30, Nr. 11, März 2010, S. 3983–94. doi:10.1523/JNEUROSCI.5930-09.2010. PMID 20237269. Volltext bei PMC: 2850282.
  • Jain S, Knoten A, Hoshi M, et al.: Organotypic specificity of key RET adaptor-docking sites in the pathogenesis of neurocristopathies and renal malformations in mice. In: J. Clin. Invest.. 120, Nr. 3, März 2010, S. 778–90. doi:10.1172/JCI41619. PMID 20160347. Volltext bei PMC: 2827965.

Einzelnachweise

  1. IPR016249 Tyrosine-protein kinase, Ret receptor. In: InterPro. EBI, abgerufen am 2. November 2010 (english).
  2. 2,0 2,1 UniProt P07949
  3. Renal Adysplasia bei Online Mendelian Inheritance in Man

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