Speerfischen

Speerfischer auf der Jagd (Ryūkyū-Inseln)

Speerfischen (im englischen spearfishing oder auch underwater hunting) bezeichnet die Unterwasserjagd auf Fische und Krebse.

Im deutschen Sprachraum ist das Speerfischen fischereirechtlich verboten. In vielen Ländern der Erde ist Speerfischen jedoch traditioneller Bestandteil des kommerziellen Fischfangs. Es ist gegenüber allen anderen Fischereiarten besonders ressourcenschonend. Es gibt keinen unerwünschten Beifang und es gibt keine Beschädigungen durch Netze, Leinen usw.

Diese Art zu jagen dient jedoch nicht allein dem Lebensunterhalt, sondern ist als Freizeit- sowie Wettkampfsport in vielen Ländern (Mittelmeerraum, Südamerika, Großbritannien) sehr populär. In einigen Gebieten übertrifft es vor allem im Sommer sogar die Popularität von Fußball. Der Speerfischer taucht ohne Pressluft als Apnoetaucher in die Tiefe und versucht, nur mit Hilfe einer mechanischen Harpune den Fisch zu fangen. Der Taucher benötigt hierzu eine hervorragende Kondition und sensibles Jagdgespür. Um einen größeren, erfahrenen Fisch zu fangen, muss er sich oft minutenlang am Meeresgrund oder hinter Steinen verstecken.

Eine andere Form ist die Freiwasserjagd. Hierbei schwimmen die Fischer oft viele hundert Meter mit einer Boje oder einem Kanu auf das offene Meer. Mit einer langen Schnur verbinden sie sich mit ihrem Schwimmkörper und tauchen in die Tiefe. In der Strömung treibend warten sie, bis „der Fisch“ ihnen direkt vor die Harpune schwimmt. Gejagt werden so vor allem kapitale Thunfische, aber auch Schwertfische, Makrelen und Snapper.

Nach einem erfolgreichen Treffer muss der Fang jedoch noch geborgen werden. Bei besonders großen Fischen meistern die Jäger dabei oft noch zähe und lange Kämpfe. Vom Ehrgeiz und Jagdfieber besessen, verlieren dabei viele Jäger immer wieder die Kontrolle über ihre eigenen Fähigkeiten. Es kommt zu vielen tödlichen Unfällen. In der Hochsaison verliert zum Beispiel allein an Spaniens Küsten fast wöchentlich ein Taucher sein Leben beim Speerfischen.

Kritik

Zu Beginn der Sporttaucherei wurde die Unterwasserjagd auch mit Pressluftgeräten betrieben. Besonders im Mittelmeer wurden einige Fischbestände auf diese Weise teilweise stark dezimiert. Das führte seitens der sich damals neugründenden Tauchsportverbände zu zahlreichen Kampagnen, in denen die Unterwasserjagd grundsätzlich verunglimpft wurde. Darin begründet sich historisch auch die Ablehnung des Speerfischens durch viele Tauchsportorganisationen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Speerfischen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Ähnliche Artikel wie "Speerfischen"

29.06.2018
Ethologie
Speerfischen macht Fische scheu
Fischereiforscher vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und internationale Kollegen haben die Reaktion von Fischen im Mittelmeer auf das Speerfischen untersucht.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

03.08.2021
Mikrobiologie | Evolution | Video
Zunehmend längere Tage: Wie der Sauerstoff auf die Erde kam
Das heutige Leben auf der Erde ist ohne Sauerstoff unvorstellbar.
03.08.2021
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Eine Alternative zum Fischfang
Schon heute gelten rund 90 Prozent aller Fischbestände als maximal befischt oder überfischt, doch angesichts der wachsenden Weltbevölkerung sind immer mehr Menschen auf Fisch als Proteinquelle angewiesen.
03.08.2021
Evolution | Insektenkunde
Die Evolution der Wandelnden Blätter
Ein internationales Forschungsteam hat die Evolution der Wandelnden Blätter untersucht: Wandelnde Blätter gehören zu den Stab- und Gespenstschrecken, die anders als ihre etwa 3000 astförmigen Verwandten keine Zweige imitieren.
02.08.2021
Biodiversität | Insektenkunde
Verlust der Gefleckten Schnarrschrecke
Eine Senckenberg-Wissenschaftlerin hat mit einem internationalen Team das Verschwinden der Gefleckten Schnarrschrecke in Europa untersucht.
02.08.2021
Mikrobiologie | Ökologie | Virologie
Nahrungskette in der Dunkelheit
Die Entdeckung ist bahnbrechend: Im Untergrund unseres Planeten leben bisher unbekannte Viren, sie befallen einzellige Mikroorganismen, die sogenannten Altiarchaeen.
02.08.2021
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Entwicklungsbiologie | Video
Drei weitere Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns
In einem weiteren Schritt zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns hat das BMBF-geförderte BioRescue-Konsortium von internationalen Organisationen aus Wissenschaft und Artenschutz drei weitere Embryonen des Nördlichen Breitmaulnashorns erzeugt.
02.08.2021
Physiologie | Neurobiologie | Biochemie
Energie für eine ungestörte Ruhe
Ein Hormon sorgt bei der Taufliege Drosophila für ein Gleichgewicht zwischen Ruhe und Aktivität.
02.08.2021
Physiologie | Ökologie | Vogelkunde | Insektenkunde
Viel Licht, wenig Orientierung
Lichtverschmutzung erschwert Mistkäfern die Orientierung im Gelände. Das dürfte auch auf andere nachtaktive Insekten und Vögel zutreffen, vermutet ein internationales Forschungsteam.
02.08.2021
Physiologie | Neurobiologie
Die komplexe Aufgabe Kurs zu halten
Mit verbundenen Augen geradeaus zu laufen, ist ein schwieriges Unterfangen: Meist endet es darin, dass wir im Kreis laufen.
31.07.2021
Ökologie | Neobiota
Teure Invasoren
Wissenschaftlerinnen haben die durch invasive Arten entstandenen Kosten in Europa und Deutschland untersucht.
31.07.2021
Anthropologie | Neurobiologie
Lernpausen sind gut fürs Gedächtnis
Wir können uns Dinge länger merken, wenn wir während des Lernens Pausen einlegen.
31.07.2021
Botanik | Immunologie | Parasitologie
Eichenwälder widerstandsfähiger machen
Kahlgefressene Eichen sind ein Bild, das in den letzten Jahren immer wieder zu sehen war. Verursacher sind häufig die massenhaft auftretenden Raupen des Eichenwicklers.
29.07.2021
Ökologie | Toxikologie
Wasser blau – Badestrand grün
Viele klare Seen der Welt sind von einem neuen Phänomen betroffen: In Ufernähe, wo Menschen spielen oder schwimmen, ist der Seeboden mit grünen Algenteppichen bedeckt.
29.07.2021
Anatomie | Paläontologie
Patagonischer Langhalssaurier neu beleuchtet
Ein Team der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie (SNSB-BSPG) untersuchte im Rahmen einer Neubeschreibung die Überreste des Langhalssauriers Patagosaurus fariasi (175 Mio Jahre) aus Argentinien.
29.07.2021
Anthropologie | Virologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik
Hochwirksame und stabile Nanobodies stoppen SARS-CoV-2
Ein Forscherteam hat Mini-Antikörper entwickelt, die das Coronavirus SARS-CoV-2 und dessen gefährliche neue Varianten effizient ausschalten.
29.07.2021
Zytologie | Biochemie
Pflanzen haben ein molekulares „Gedächtnis“
Wie eine Pflanze wächst, hängt einerseits von ihrem genetischen Bauplan ab, zum anderen aber davon, wie die Umwelt molekulare und physiologische Prozesse beeinflusst.
29.07.2021
Ökologie | Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Meeresbiologie
Forschungsfahrt: Hydrothermale Wolken in der Nähe der Azoren
Sie entstehen, wenn von glühendem Magma aufgeheizte Lösungen aus der Erdkruste in der Tiefsee austreten und auf kaltes Meerwasser treffen: Hydrothermale Wolken stecken voller Leben, sie versorgen die Ozeane mit Nährstoffen und Metallen.
28.07.2021
Physiologie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Spurensuche im Kurzzeitgedächtnis des Auges
Was wir sehen, hinterlässt Spuren: Mit schnellen Bewegungen, sogenannten Sakkaden, springt unser Blick zwischen verschiedenen Orten hin und her, um möglichst scharf abzubilden, was sich vor unseren Augen abspielt.