Stockauwiesen

Die Stockauwiesen im April

Die Stockauwiesen sind ein unter Naturschutz stehendes Moorgebiet bei Zwiesel im Naturpark Bayerischer Wald. Sie liegen etwa 1.300 m westlich des Zwieseler Ortsteils Innenried und bilden ein Hangmoor im Bereich des Michelsbachs, der die Grenze zur Gemeinde Langdorf bildet. Das Gebiet diente früher als Weide, wird aber schon lange nicht mehr landwirtschaftlich genutzt und ist deshalb brachgefallen.

Flora und Funga

Stahlblaustieliger Rötling
(Entoloma asprellum)

In den Stockauwiesen wachsen seltene Sumpf- und Moorpflanzen wie Sumpf-Läusekraut, Wald-Läusekraut, Gewöhnliche Moosbeere, Niedrige Schwarzwurzel, Scheidiges Wollgras, Schmalblättriges Wollgras, Alpen-Wollgras, Rundblättriger Sonnentau, Rosmarinheide, Sumpf-Herzblatt, Siebenstern, Arnika, Geöhrtes Habichtskraut, Sumpf-Blutauge, Fieberklee, Breitblättriges Knabenkraut, Fuchs' Knabenkraut, Grünliche Waldhyazinthe und Gemeines Fettkraut. Bemerkenswert sind zudem die im Areal nachgewiesenen und in Bayern im Bestand gefährdeten Pilze[1] Gemeine Haarzunge[2], Heller Sumpf-Nabeling[3] und Stahlblaustieliger Rötling[4].

Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet Stockau-Wiesen ist 10,7 ha groß. Es wurde durch die Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen im Bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 21/ 1980 vom 1. September 1980 mit Wirkung vom 1. Oktober 1980 geschaffen.[5] Im Jahr 1997 kaufte die Stadt Zwiesel das Gebiet und pflegt es seither. Die Naturschutzarbeitseinsätze werden durch den Arbeitskreis "Energie und Umwelt" koordiniert.[6] Im Zuge der Pflegemaßnahmen wird aufkommender Baumwuchs entfernt und so das Moor vor Verbuschung geschützt. Ein weiteres Ziel ist die Schaffung eines Birkwildbiotops. Deshalb herrscht im Naturschutzgebiet vom 31. März bis zum 31. Juli Wegegebot. Die Stockauwiesen sind zudem ein Schutzgebiet gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.[7][8]

Quellen

Literatur

  • Hans-Jürgen Steinkohl: Zieralgen aus dem NSG Stockauwiesen bei Innenried-Zwiesel. In: Der Bayerische Wald. Zeitschrift für naturwissenschaftliche Bildung und Forschung im Bayerischen Wald. Neue Folge, 20. Jg., Heft 2, April 2007, ISSN 0724-2131, S. 49–53.
  • Ulrich Teuber: Die Torfmoose im Naturschutzgebiet Stockau-Wiesen bei Innenried-Zwiesel. In: Der Bayerische Wald. Zeitschrift für naturwissenschaftliche Bildung und Forschung im Bayerischen Wald. Neue Folge, 17. Jg., Heft 2, Dezember 2003, S. 3–9.

Einzelnachweise

  1. Peter Karasch, Christoph Hahn: Rote Liste gefährdeter Großpilze Bayerns. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), Augsburg. 2009. (PDF; 4,1 MB)
  2. Axel Schilling, Peter Dobbitsch: Verbreitung von Trichoglossum hirsutum (Persoon: Fries) Boudier in Deutschland. In: Pilzkartierung 2000 Online.
  3. Axel Schilling, Peter Dobbitsch: Verbreitung von Omphalina philonotis (Lasch) Quél. in Deutschland. In: Pilzkartierung 2000 Online.
  4. Axel Schilling, Peter Dobbitsch: Verbreitung von Entoloma asprellum (Fries) Fayod in Deutschland. In: Pilzkartierung 2000 Online.
  5. Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen über das Naturschutzgebiet „Stockau-Wiesen“ vom 1. September 1980 (GVBl S. 513) (PDF; 154 KB)
  6. Landkreis Regen: Agenda 21 Aktivitäten in den Städten, Märkten und Gemeinden im Landkreis Regen (PDF; 66,1 KB)
  7. FFH-Datenblatt des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen: Moore westlich Zwiesel. Gebietsnummer 6944-302 (PDF; 174 KB)
  8. FFH-Lageplan des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen: Stockauwiesen. Seite 3 (PDF; 840 KB)

Weblinks

49.02852713.186169Koordinaten: 49° 1′ 43″ N, 13° 11′ 10″ O

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