Wald-Gelbstern

Wald-Gelbstern
Wald-Gelbstern (Gagea lutea)

Wald-Gelbstern (Gagea lutea)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Liliengewächse (Liliaceae)
Unterfamilie: Lilioideae
Gattung: Gelbsterne (Gagea)
Art: Wald-Gelbstern
Wissenschaftlicher Name
Gagea lutea
(L.) Ker-Gawl.
Wald-Gelbstern

Der Wald-Gelbstern (Gagea lutea), auch Gewöhnlicher Gelbstern oder Wald-Goldstern genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Gelbsterne (Gagea).

Beschreibung

Der Wald-Gelbstern ist eine zierliche, ausdauernde krautige Pflanze, die unterirdische Zwiebeln als Überdauerungsorgane ausbildet und daher zu den Zwiebelgeophyten gezählt wird. Seine Zwiebel zeichnet sich durch fleischige Schuppen aus, welche aus einer Verdickung der Blattscheiden entstehen. Er erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 Zentimetern, was in etwa der Höhe seiner Blütenstände entspricht.

Der Wald-Gelbstern bildet ein grundständiges, linealisches Laubblatt, das bis 10 Millimeter breit wird und schwache Kielen zeigt. An der Spitze läuft das Blatt kapuzenartig aus. Unter dem doldenähnlichen Blütenstand werden zwei blattartige, bewimperte Hochblätter ausgebildet, welche erkennbar kürzer als das Grundblatt sind. Ansonsten ist der Stängel kahl.

Der Blütenstand steht meist in wenigblütriger Scheindolde an einem kahlen Blütenstiel und bildet sich zwischen März und Mai aus. Die sechs goldgelben Blütenblätter werden 12 bis 15 mm lang und laufen meist stumpf aus. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig.

Insekten übernehmen die Bestäubung. Die Samen der vielsamigen Kapseln werden über den Wind und auch Ameisen verbreitet (Elaiosom).

Der Wald-Gelbstern ist hexaploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 72.

Vorkommen

Die Art besitzt ein disjunktes europäisch-ostasiatisches Verbreitungsgebiet. In Europa liegt der Verbreitungsschwerpunkt von Ostfrankreich bis zum Ural, von Süd-Norwegen und Süd-Schweden im Norden bis Nord-Italien und dem Balkangebirge im Süden. In Ostasien reicht das Gebiet von Kamtschatka über Sachalin bis zu den Japanischen Inseln.

Der Wald-Gelbstern kommt in Edellaubwäldern, Auwäldern, Gebüschen, an Bachrändern und in Wiesen vor. Er wächst auf feuchten, nährstoffreichen Mullböden der collinen bis montanen Höhenstufe, besonders über Kalk.

Die Pflanze bevorzugt schattige Standorte. Er wächst häufig in Gemeinschaft mit dem Bärlauch. Auch kann man ihn in Gemeinschaft mit dem Gelben Windröschen antreffen.

Ökologie

Der Wald-Gelbstern ist ein Zwiebel-Geophyt und Frühjahrsgrün, denn er zieht früh ein und ist im Sommer nicht mehr sichtbar. Die fleischigen Zwiebelschuppen sind durch Verdickung des Blattgrunds entstanden.[1] Der Wald-Gelbstern zählt zu den Frühblühern. Seine Blüten sind vormännliche, geruchlose, „Nektar führende Scheibenblumen“. Der Nektar wird in Septalnektarien, d.h. zwischen den Fruchtknotenfächern, gebildet. Bestäuber sind kleine Fliegen, Käfer und Bienen. Bei feuchtem Wetter und vor dem Abblühen ist Selbstbestäubung möglich. Blütezeit ist zwischen März und Mai.[1]

Die Früchte sind fachspaltige Kapseln. Die Samen der vielsamigen Kapseln werden über den Wind und auch Ameisen verbreitet (Elaiosom). Die Fruchtreife ist von Mai bis Juni.[1]

Die zu Ende der letzten Vegetationsperiode in die Zwiebel geleiteten und dort gespeicherten Assimilationsüberschüsse bilden das Reservoir für den zeitigen Austrieb und den Aufbau des Sprosssystems.[1] Die Zwiebel sichert auch die ungeschlechtliche Vermehrung. Vegetative Vermehrung erfolgt selten durch Brutzwiebeln, sogenannte Bulbillen im Blütenbereich. Es liegt dann eine Pseudoviviparie vor.[1]

Synonyme

Für Gagea lutea gibt es folgende Synonyme:

  • Gagea erubescens Besser
  • Gagea burnatii A.Terracc.
  • Gagea silvatica (Pers.) Loudon
  • Gagea reverchonii Degen

Literatur

  •  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verb. u. erw. Auflage. Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  •  Erich Oberdorfer, Theo Müller (Mitarb.): Pflanzensoziologische Exkursionsflora. 7., überarb. und erg. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7.
  •  Werner Rothmaler (Begr.), Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen. 13. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1983, ISBN 3-06-012539-2.
  •  Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks

 Commons: Wald-Gelbstern – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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