Yicaris

Yicaris
Zeitraum
Unteres Kambrium
ca. 520 Mio. Jahre
Fundorte
  • Yunnan (China)
Systematik
Häutungstiere (Ecdysozoa)
Gliederfüßer (Arthropoda)
Krebstiere (Crustacea)
Eucrustacea
Yicaris
Wissenschaftlicher Name
Yicaris
Zhang, Siveter, Waloszek & Maas, 2007
Art
  • Yicaris dianensis

Yicaris ist der älteste bekannte Vertreter der „modernen“ Krebstiere (Eucrustacea). Das von Forschern der Universität Ulm in Zusammenarbeit mit der Yunnan Universität und der Universität Leicester 2007 identifizierte Fossil lebte vor etwa 520 Millionen Jahren, im Unteren Kambrium, auf dem Gebiet der heutigen chinesischen Provinz Yunnan am Rand eines Meeres. Das Tier war vermutlich nur wenige Millimeter groß.

Während andere, ausgestorbene Krebstiergruppen aus dem Unterkambrium schon bekannt waren, waren Vertreter der Eucrustacea, zu denen mit Ausnahme der Remipedia alle heute lebenden Krebstiere gehören, bisher frühestens in Schichten des oberen Mittel- bis Oberkambriums gefunden worden. Die Forscher begründen die Zuordnung zu den Eucrustacea mit den mit Epipoditen versehenen Extremitäten, bei denen sie Ähnlichkeiten mit den Cephalocarida, Branchiopoda und Copepoda konstatierten. Einige Forscher sehen in Epipoditen auch die Vorläufer der Insektenflügel.

Die wissenschaftliche Bezeichnung leitet sich vom der chinesischen Volk der Yi ab, welches in der Gegend lebt; dianensis bezieht sich auf Dian ( Diān), ein ehemaliges Königreich im Gebiet der chinesischen Provinz Yunnan, in dem der Fundort des Materials liegt.

Literatur

  • Xi-guang Zhang, David J. Siveter, Dieter Waloszek & Andreas Maas: An epipodite-bearing crown-group crustacean from the Lower Cambrian, Nature 449, 4. Oktober 2007, S. 595-598 doi:10.1038/nature06138

Weblinks

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

13.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität | Bioinformatik
Mit Smartphones den ökologischen Wandel erfassen
Smartphone-Apps zur Pflanzenbestimmung wie „Flora Incognita“ können nicht nur Pflanzenarten erkennen, sie erfassen auch großräumige ökologische Muster.
13.05.2021
Genetik | Evolution | Immunologie
Neue Erkenntnisse über die Evolution des Immunsystems
Der menschliche Körper verfügt, wie alle anderen Lebewesen auch, über ein sogenanntes angeborenes Immunsystem.
13.05.2021
Toxikologie | Biochemie | Insektenkunde
Meerrettich-Erdfloh: Geschützt mit den Waffen seiner Nahrungspflanze
Wenn Meerrettich-Erdflöhe an ihren Wirtspflanzen fressen, nehmen sie nicht nur Nährstoffe, sondern auch Senfölglykoside, die charakteristischen Abwehrstoffe des Meerrettichs und anderer Kreuzblütengewächse, auf.
13.05.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Die Achillesferse eines Käfers: Glyphosat
Der Getreideplattkäfer lebt in enger Gemeinschaft mit symbiotischen Bakterien.
13.05.2021
Zoologie | Ökologie
Globaler Atlas soll große Tierwanderungen bewahren
Wildtiere soweit das Auge reicht: Millionen von Gnus ziehen gemeinsam mit Zebras, Gazellen und Antilopen durch das grüne Gras weiter Ebenen in Ostafrika.
11.05.2021
Zytologie | Physiologie | Bioinformatik
Wie man als Einzeller ans Ziel gelangt
Wie ist es ohne Gehirn und Nervensystem möglich, sich gezielt in die gewünschte Richtung zu bewegen? Einzellern gelingt dieses Kunststück offenbar problemlos.
11.05.2021
Ökologie
Studie zur Funktionsweise aquatischer Ökosysteme
Die Funktionen wassergeprägter Ökosysteme können durch hydrologische Schwankungen erheblich beeinflusst und verändert werden.
11.05.2021
Klimawandel | Meeresbiologie
Mit Bakterien gegen die Korallenbleiche
Korallen sind das Rückgrat mariner Ökosysteme der Tropen.
11.05.2021
Zoologie | Ökologie
Afrikanische Wildhunde als Botschafter für das weltweit grösste Naturschutzgebiet
Das weltweit grösste Landschutzgebiet liegt im Süden Afrikas und umfasst 52039000 Quadratkilometer in fünf Ländern.
10.05.2021
Physiologie
Orientierungssinn von Fledermäusen
Säugetiere sehen mit den Augen, hören mit den Ohren und riechen mit der Nase.