Drachenfische

Drachenfische
Tobiasfisch (Ammodytes tobianus)

Tobiasfisch (Ammodytes tobianus)

Systematik
Ctenosquamata
Acanthomorpha
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorpha)
Ordnung: Perciformes oder Trachiniformes
Unterordnung: Drachenfische
Wissenschaftlicher Name
Trachinoidei
Bertin & Arambourg, 1958

Die Drachenfische (Trachiniformes [1] oder Trachinoidei [2]) sind eine Knochenfischordnung bzw. Unterordnung aus der Gruppe der Barschverwandten (Percomorpha). Die Mehrzahl der Arten lebt in tropischen Meeren.

Merkmale

Für die Drachenfische können kaum Synapomorphien bestimmt werden. Zweifelhafte Merkmale, die für die Monophylie der Gruppe angegeben wurden, sind:

  1. ein Sporn an den Bauchflossen,
  2. kurze und breite Brustflossenstrahlen [1].

Systematik

Die Drachenfische werden traditionell als Unterordnung zu den Barschartigen (Perciformes) gestellt [2]. Da diese aber als polyphyletisch gelten, wurden die Drachenfische von Wiley & Johnson als Trachiniformes in den Rang einer Ordnung erhoben [1].

Zu ihnen gehören zwölf Familien, über 50 Gattungen und fast 250 Arten [2]:

Die Drachenfische gelten heute als polyphyletisch [2]. Nach neueren molekularbiologischen Untersuchungen sind die Sandfische mit den Groppenverwandten (Cottoidei), die Petermännchen mit den Sägebarschen (Serranidae) [3] oder den Antarktisfischen (Notothenioidei) [4] verwandt. Auch für die Schnabelfische wird eine Verwandtschaft mit den Antarktisfische angenommen [3]. Die tiefseebewohnenden Chiasmodontidae sollen dagegen Verwandte der Makrelenartigen (Scombroidei) und der Medusenfischartigen (Stromateoidei) sein [5]. Krokodilzahnfische sind mit den Drachenkopfartigen (Scorpaeniformes) oder den Groppenverwandten verwandt [1].

Für die monophyletische Kerngruppe der Drachenfische, bestehend aus Sandaalen, Cheimarrhichthyidae, Sandbarschen und Himmelsguckern, wird deshalb von einigen Ichthyologen des Muséum national d’histoire naturelle in Paris eine neue Unterordnung, die Paratrachinoidei vorgeschlagen [4].

Auch für die Familien der Schlankhimmelsgucker, der Sandhöhlenfische, der Sandtaucher und die Unterfamilie Hemerocoetinae aus der Familie der Schnabelfische konnte eine enge Verwandtschaft nachgewiesen werden.[6]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 E. O. Wiley & G. David Johnson: A teleost classification based on monophyletic groups. Joseph S. Nelson, Hans-Peter Schultze & Mark V. H. Wilson: Origin and Phylogenetic Interrelationships of Teleosts. 2010, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, ISBN 978-3-89937-107-9
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Joseph S. Nelson: Fishes of the World, Seite 360 - 362, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  3. 3,0 3,1 Leo Smith & Matthew Craig: Casting the Percomorph Net Widely: The Importance of Broad Taxonomic Sampling in the Search for the Placement of Serranid and Percid Fishes. Copeia 2007(1):35-55. 2007 doi:10.1643/0045-8511(2007)7[35:CTPNWT]2.0.CO;2
  4. 4,0 4,1 Blaise Li, Agnès Dettaï, Corinne Cruaud, Arnaud Couloux, Martine Desoutter-Meniger, Guillaume Lecointre: RNF213, a new nuclear marker for acanthomorph phylogeny. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 50, Issue 2, February 2009, Pages 345-363 doi:10.1016/j.ympev.2008.11.013
  5. Wei-Jen Chen, Celine Bonillo, Guillaume Lecointre: Repeatability of clades as a criterion of reliability: a case study for molecular phylogeny of Acanthomorpha (Teleostei) with larger number of taxa. Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 26, Number 2, Februar 2003, Seite 262-288(27), PDF
  6. Kenji Odani & Hisashi Imamura: New Phylogenetic Proposal for the Family Leptoscopidae (Perciformes: Trachinoidei). Bull. Fish. Sci. Hokkaido Univ. 61(2 / 3), 49-63, 2011.

Weblinks

 Commons: Trachinoidei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference
  • Myers, P., R. Espinosa, C. S. Parr, T. Jones, G. S. Hammond, and T. A. Dewey: Suborder Trachinoidei, 2006 The Animal Diversity Web (en.)

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