Dreiecksnatter

Dreiecksnatter
Lampropeltis triangulum triangulum - Nominatform

Lampropeltis triangulum triangulum - Nominatform

Systematik
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Eigentliche Nattern (Colubrinae)
Gattung: Königsnattern (Lampropeltis)
Art: Dreiecksnatter
Wissenschaftlicher Name
Lampropeltis triangulum
Lacépède, 1789

Die Dreiecksnatter (Lampropeltis triangulum) oder Milchschlange ist eine Schlangenart aus der Familie der Nattern (Colubridae) und zählt zur Gattung der Königsnattern (Lampropeltis).

Merkmale

Die einzelnen Unterarten zeigen sich hinsichtlich ihrer Färbung, Zeichnung und Körpergröße sehr variabel. Ihr Körper ist allgemein schlank gebaut, der länglich ovale Kopf setzt sich kaum vom Hals ab. Die Nominatform Lampropeltis triangulum triangulum weist Internasalschilde, welche deutlich kleiner sind als die Präfrontalschilde, ein etwas längeres als breites Frontalschild, 7 Oberlippenschilder (Scutum supralabiale), 9 Unterlippenschilder (Scutum sublabiale), 21 (selten 23) schräge Reihen glatter Rückenschuppen um die Körpermitte, 182 bis 214 Bauchschilder (Scutum ventrale) und 35 bis 54 Unterschwanzschilder (Scutum subcaudale) sowie ein ungeteiltes Analschild (Scutum anale) auf. Der Rücken ist durch bräunliche Sattelflecken gezeichnet, welche von hellen Querbinden voneinander getrennt werden. Seitlich zeigen sich bräunliche bis schwarze Flecken. Der braun bis schwarz und unterseits bis zum Hals weißlich oder gelblich gefärbte Kopf ist durch eine v-förmige, dunkel umrandete Zeichnung in der Nackengegend, eine oberseits verlaufende dunkle Querbinde zwischen den Augen und ein Schläfenband zwischen Augen und Mundwinkel gekennzeichnet. Die helle Bauchseite ist dunkel gefleckt oder hat Querbinden. Jungschlangen sind häufig kontrastreicher als adulte Dreiecksnattern. In Abhängigkeit von der Unterart-Zugehörigkeit schwankt die Gesamtlänge zwischen 60 und 150cm. Die größte Unterart ist mit bis zu 158cm Lampropeltis triangulum gaigeae.

23 der 25 Unterarten weisen ein den giftigen Korallenottern (Micrurus) ähnelndes Muster zumeist roter, schwarzer und gelber bzw. weißer Ringe auf. Diese Tatsache galt lange als Paradebeispiel der Mimikry. Die Theorie der Nachahmung giftiger Korallenottern durch Dreiecksnattern wird jedoch bezweifelt, unter anderem weil viele der so gefärbten Unterarten kein mit ähnlich gezeichneten Giftschlangen deckungsgleiches Verbreitungsareal vorweisen.[1]

Lebensweise

Die Dreiecksnatter führt eine weitestgehend nachtaktive Lebensweise. Besonders nach schweren Regenfällen ist sie zum Teil auch am Tage außerhalb der Unterschlüpfe anzutreffen. Je nach Vorkommen und Unterart liegt die Paarungszeit zwischen Februar und Juli. Sie beginnt im Anschluss an eine 3- bis 6-monatige Winterruhe. Die Art pflanzt sich durch Oviparie fort, ist also eierlegend. Das Gelege, welches zwischen Juni und August unter Holz, Rinde oder lose im Boden angelegt wird, umfasst zwischen 6 und 24 längliche Eier. Der Schlupf der Jungschlangen erfolgt im Regelfall 40 bis 60 Tage später. Zum Beutespektrum der Dreiecksnatter zählen kleinere Säugetiere, Echsen, andere Schlangen sowie teilweise verschiedene Insekten.

Taxonomie

Die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Art erfolgte im Jahr 1789 durch den französischen Zoologen Lacépède. Er ordnete die Art damals unter der Bezeichnung Coluber triangulum der heute als Zornnattern bezeichneten Gattung Coluber zu. Edward Drinker Cope überführte sie 1860 als Lampropeltis triangula in die die Gattung Lampropeltis.[2]

Interne Systematik

The Reptile Database verzeichnet folgende 25 Unterarten:[2]
Lampropeltis triangulum elapsoides
  • Lampropeltis triangulum abnorma, (Bocourt, 1886)
  • Lampropeltis triangulum amaura, (Cope, 1861)
  • Lampropeltis triangulum andesiana, Williams, 1978
  • Lampropeltis triangulum annulata, (Kennicott, 1861)
  • Lampropeltis triangulum arcifera, (Werner, 1903)
  • Lampropeltis triangulum blanchardi, Stuart, 1935
  • Lampropeltis triangulum campbelli, Quinn, 1983
  • Lampropeltis triangulum celaenops, Stejneger, 1903
  • Lampropeltis triangulum conanti, Williams, 1978
  • Lampropeltis triangulum dixoni, Quinn, 1983
  • Lampropeltis triangulum elapsoides, (Holbrook, 1838)
  • Lampropeltis triangulum gaigae, Dunn, 1937
  • Lampropeltis triangulum gentilis, (Baird & Girard, 1853)
  • Lampropeltis triangulum hondurensis, Williams, 1978
  • Lampropeltis triangulum micropholis, (Cope, 1860)
  • Lampropeltis triangulum multistrata, (Kennicott, 1861)
  • Lampropeltis triangulum nelsoni, Blanchard, 1920
  • Lampropeltis triangulum oligozona, (Bocourt, 1886)
  • Lampropeltis triangulum polyzona, (Cope, 1861)
  • Lampropeltis triangulum sinaloae, Williams, 1978
    Lampropeltis triangulum sinaloae
  • Lampropeltis triangulum smithi, Williams, 1978
  • Lampropeltis triangulum stuarti, Williams, 1978
  • Lampropeltis triangulum syspila, (Cope, 1889)
  • Lampropeltis triangulum taylori, Tanner & Loomis, 1957
  • Lampropeltis triangulum triangulum, (Lacépède, 1789)

Vorkommen

Die Dreiecksnatter weist ein sehr großes Verbreitungsgebiet auf. Sie kommt innerhalb Nordamerikas im kanadischen Ontario und nahezu den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika (mit Ausnahme des äußersten Westens und Nordwestens), in den zentralamerikanischen Staaten Mexiko, Guatemala, Honduras, Belize, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama sowie im nördlichen Südamerika in Kolumbien, Venezuela und Ecuador vor.[2] Innerhalb dieses Verbreitungsareals werden verschiedenste, sowohl feuchte als auch trockene Biotope und eine Vielzahl an Klimazonen (gemäßigte, aride, subtropische und tropische Gegenden) bewohnt. Einige Unterarten, etwa Lampropeltis triangulum elapsoides, Lampropeltis triangulum syspila oder Lampropeltis triangulum amaura, leben in tiefer gelegenen und weiten Ebenen, andere bevorzugen montane Regionen, wie etwa Lampropeltis triangulum arcifera, welche in Gebieten zu finden ist, die 700 bis 2500 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Einige Unterarten erweisen sich als Kulturfolger und sind in landwirtschaftlich bewirtschaftetem Areal anzutreffen.

Einzelnachweise

  1. Mark O'Shea: Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen. Franckh-Kosmos Verlag, 2006. ISBN 3440106195.
  2. 2,0 2,1 2,2 Lampropeltis triangulum in The Reptile Database; aufgerufen am 22. April 2012.

Literatur

Weblinks

 Commons: Dreiecksnatter – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

22.10.2021
Physiologie | Toxikologie | Insektenkunde
Summ-Summ-Summ, Pestizide schwirr´n herum
Was Rapsfelder und Obstplantagen schützt, bedeutet für manche Organismen den Tod: Insektizide und Fungizide werden in der Landwirtschaft gegen Schädlinge und Pilze eingesetzt.
21.10.2021
Mikrobiologie | Genetik | Virologie
Kampf gegen Viren mit austauschbaren Verteidigungsgenen
Bakterien verändern mobile Teile ihres Erbgutes sehr schnell, um Resistenzen gegen Viren zu entwickeln.
21.10.2021
Genetik | Säugetierkunde
Endlich geklärt: Die Herkunft der heutigen Hauspferde
Pferde wurden zuerst in der pontisch-kaspischen Steppe im Nordkaukasus domestiziert, bevor sie innerhalb weniger Jahrhunderte den Rest Eurasiens eroberten.
21.10.2021
Bionik, Biotechnologie, Biophysik | Entwicklungsbiologie | Säugetierkunde
Eizellenentnahme bei einem von zwei Nördlichen Breitmaulnashörnern eingestellt
Nach einer speziellen, umfassenden ethischen Risikobewertung hat das Team nun beschlossen, das ältere der beiden verbleibenden Weibchen – die 32-jährige Najin –, als Spenderin von Eizellen (Oozyten) in den Ruhestand zu schicken.
20.10.2021
Toxikologie | Insektenkunde | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Verheerende Auswirkungen von Insektenvernichtungsmittel
Neonicotinoide beeinflussen menschliche Neurone und schädigen potentiell somit nicht nur Insektenzellen, sie sind synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die zur Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden.
20.10.2021
Ethologie | Neurobiologie | Säugetierkunde
Findet Rico - „den ganz besonderen Hund“
Zwei Forscherinnen sind auf der Suche nach „dem einen ganz besonderen Hund“.