Galeaspida

Galeaspida
Hanyangaspis (oben), Lungmenshanaspis (mitte), Sanchaspis (unten rechts), Eugaleaspis (unten links)

Hanyangaspis (oben), Lungmenshanaspis (mitte), Sanchaspis (unten rechts), Eugaleaspis (unten links)

Zeitraum
Silur bis Devon
430 bis 370 Mio. Jahre
Fundorte
  • China
  • Tibet
  • Nordvietnam
Systematik
Neumünder (Deuterostomia)
Chordatiere (Chordata)
Wirbeltiere (Vertebrata)
Galeaspida
Wissenschaftlicher Name
Galeaspida
Liu, 1965

Die Galeaspida sind ausgestorbene kieferlose, fischartige Wirbeltiere, die im Silur und Devon lebten. Fossilien dieser sehr formenreichen Gruppe fand man in China, Tibet und im Norden Vietnams oft in küstennah abgelagerten marinen Sedimenten, sowie in Ablagerungen von Lagunen und Flussmündungen. Wahrscheinlich waren sie in der Region endemisch.

Merkmale

Kopfschild von Laxaspis qujingensis, im Paleozoological Museum of China.

Die Tiere hatten einen meist abgeplatteten Körper und einen durch einen massiven Schild gepanzerten Kopf. Vorne in der Schildmitte befand sich eine Öffnung, über die wahrscheinlich das Atemwasser eingeströmte und Geruchsstoffe aufgenommen wurden. Die Augen lagen weit auseinander am Rand des Kopfpanzers. Die für die Osteostraci typischen seitlichen Sinnesfelder fehlen, dafür haben die Galeaspida ein weitverzweigtes System von Sinneskanälen. Die Anzahl der seitlich, auf der Unterseite liegenden Kiemenöffnungen war oft sehr groß, bis zu 24 auf jeder Seite. Auch das Maul war auf der Unterseite. Der Hinterkörper war von kleinen Schuppen bedeckt. Die Form des Hinterkörpers, einschließlich der Schwanzflosse, ist weitgehend unbekannt. Außer der Schwanzflosse gab es keine weiteren Flossen.

Systematik

Insgesamt wurden etwa 70 Galeaspida-Arten wissenschaftlich beschrieben, die zwei Hauptkladen, die Eugaleaspidiformes und die Polybranchiaspidida („Polybranchiaspidiformes“, Huananaspidiformes) zugeordnet werden. Hanyangaspis, Dayongaspis und Xiushuiaspis sind basale Formen.

Die Eugaleaspidiformes und die Polybranchiaspidida sind Schwestergruppen und haben als Synapomorphie einen einzelnen, quer liegenden sensorischen Kanal. Die drei basalen Gattungen haben zwei solcher Kanäle, wie die Heterostraci und die Thelodonti. Die Eugaleaspidiformes haben einen hufeisenförmigen Kopfschild und eine schlitzartig geformte mittlere basale Öffnung. Wie basale Galeaspida haben sie nur sechs bis acht Kiemenöffnungen. Das Polybranchiaspidida haben sehr viele Kiemenöffnungen (10 bis 45). Sie werden in die wahrscheinlich basalen und paraphyletischen „Polybranchiaspidiformes“, die einen ovalen Kopfpanzer hatten, und in die Huannanaspidiformes, deren Kopfschild durch lange seitliche Auswüchse gekennzeichnet war, unterteilt.

Literatur

  • Hans-Peter Schultze: Galeaspida, Seite 193 in Wilfried Westheide & Reinhard Rieger: Spezielle Zoologie Teil 2: Wirbel und Schädeltiere, 1. Auflage, Spektrum Akademischer Verlag
  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World. John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  • Robert L. Carroll: Paläontologie und Evolution der Wirbeltiere. Thieme, Stuttgart 1993, ISBN 3-13774-401-6
  • John A. Long: The Rise of Fishes. Johns Hopkins University Press, 1995, ISBN 0801849926

Weblinks

 Commons: Galeaspida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

15.04.2021
Anthropologie | Biodiversität | Primatologie
Bedrohte Lemuren: „Unser Verhalten entscheidet, wer überlebt“
Biologen zeigen in einer Studie am Beispiel des Fingertiers oder Aye-aye wie Bildungsarbeit dazubeitragen kann, bedrohte Tierarten zu schützen.
15.04.2021
Ethologie | Primatologie
Gorillamänner bluffen nicht!
Als eines der symbolträchtigsten Geräusche im Tierreich hat das Brusttrommeln Eingang in unsere Umgangssprache gefunden – darunter wird oft eine übertriebene Einschätzung der eigenen Leistungen verstanden.