International Council for the Exploration of the Sea

Der International Council for the Exploration of the Sea (ICES, deutsch: Internationaler Rat für Meeresforschung) wurde am 22. Juli 1902 in Kopenhagen von acht europäischen Ländern gegründet: Dänemark, Finnland, Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Russland und Großbritannien. Erster Präsident des Rates war 1902–08 der Deutsche Walther Herwig.

Heute zählt der ICES 20 Mitgliedstaaten. Nach den acht Gründungsstaaten sind das Belgien, Kanada, Estland, Frankreich, Island, Irland, Lettland, Polen, Portugal, Russland, Spanien und die USA. Außerdem besitzen sechs Länder einen Beobachterstatus: Australien, Chile, Griechenland, Neuseeland, Peru und Südafrika. Ziel des ICES in den Anfangsjahren war die wissenschaftliche Arbeit an allen praktischen Problemen der Fischerei. Heute werden 110 Fischarten wissenschaftlich überwacht und deren Bestandsentwicklung erforscht. Außerdem soll der Rat als interdisziplinäres Forum für alle Fragestellungen der Meeresforschung dienen.

Arbeit

Mit der Zeit hat sich der ICES zu einer modernen zwischenstaatlichen Organisation entwickelt, die sich vorwiegend mit Meeresforschung im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee beschäftigt. Seit Anfang 2006 ist mit Gerd Hubold ein deutscher Meeresbiologe Generalsekretär des ICES. Heute koordiniert die Organisation mehr als 100 ICES Expert Groups an verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen, die fast alle Aspekte in marinen Ökosystemen abdecken.

Liste der Präsidenten

Walther Herwig (1881)
  • Walther Herwig, Deutschland (1902–1908)
  • W. E. Archer, Großbritannien (1908–1912)
  • F. Rose, Deutschland (1912–1915)
  • Otto Pettersson, Schweden (1915–1920)
  • Henry G. Maurice, Großbritannien (1920–1938)
  • Johan Hjort, Norwegen (1938–1948)
  • K. A. Andersson, Schweden (1948–1952)
  • A. T. A. Dobson, Großbritannien (1952–1955)
  • Harald Ulrik Sverdrup, Norwegen (1955–1957)
  • Å. Vedel Tåning, Dänemark (1957–1958)
  • J. Furnestin, Frankreich (1958–1963)
  • J. Hult, Schweden (1963–1966)
  • A. E. J. Went, Irland (1966–1969)
  • W. Cieglewicz, Polen (1969–1972)
  • R. Letaconnoux, Frankreich (1972–1975)
  • Georgi Wassiljewitsch Nikolski, UdSSR (1975–1976)
  • B. B. Parrish, Großbritannien (1976–1979)
  • Gotthilf Hempel, BRD (1979–1982)
  • W. S. Wooster, USA (1982–1985)
  • O. J. Østvedt, Norwegen (1985–1988)
  • Jakob Jakobsson, Island (1988–1991)
  • D. de G. Griffith, Irland (1991–1994)
  • A. Maucorps, Frankreich (1994–1997)
  • L. Scott Parsons, Kanada (1997–2000)
  • Pentti Mälkki, Finnland (2000–2003)
  • M. P. Sissenwine, USA (2003–2006)
  • Joe Horwood, Großbritannien (2006–2009)
  • Michael Sinclair, Kanada (2009–2012)

Referenzen

  • Helen M. Rozwadowski: The Sea Knows No Boundaries. A Century of Marine Science under ICES, University of Washington Press, 2002. ISBN 0-295-98259-4

Weblinks

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