Megalonychidae



Megalonychidae

Hoffmann-Zweifingerfaultier (Choloepus hoffmanni)

Zeitliches Auftreten
Oligozän bis heute
23 bis 0 Mio. Jahre
Fundorte
  • Amerika
Systematik
Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Säugetiere (Mammalia)
Höhere Säugetiere (Eutheria)
Nebengelenktiere (Xenarthra)
Faultiere (Folivora)
Megalonychidae
Wissenschaftlicher Name
Megalonychidae
Ameghino, 1889

Die Megalonychidae sind eine Säugetierfamilie aus der Gruppe der Faultiere (Folivora). Sie umfassen die heute noch lebenden Zweifinger-Faultiere (Choloepus), einige ausgestorbene Riesenfaultiere wie Megalonyx und einige Faultiere, die auf den Westindischen Inseln gelebt haben und erst vor wenigen tausend Jahren ausgestorben sind.

Allgemeines

Die einzelnen Faultierfamilien werden nicht nach der Lebensweise (baum- oder bodenbewohnend) eingeteilt, sondern nach morphologischen Gesichtspunkten wie die Form des Kopfes und der Zähne und die Anzahl der Klauen. Bei den Megalonychidae lässt sich eine Tendenz zur Reduktion der Klauenanzahl erkennen. So hatte Megalonyx noch zwei große und eine kleine Klaue, während die heutigen Zweifinger-Faultiere nur mehr zwei Klauen tragen (im Gegensatz zu den Dreifinger-Faultieren).

Die frühesten Überreste der Familie der Megalonychidae stammen aus dem frühen Oligozän (vor rund 35 Millionen Jahren) und wurden in Patagonien gefunden. Mit dem Entstehen der Landbrücke von Panama vor rund 3 bis 2,5 Millionen Jahren begannen die Tiere, nach Norden zu wandern, eine Art, Nothrotheriops shastensis, erreichte sogar den Yukon River in Kanada. Im Laufe der Zeit wurden die Mitglieder der Familie immer größer, die größten Tiere waren die der Gattung Megalonyx des Pleistozäns.

Systematik

Außer den Zweifinger-Faultieren, den einzigen überlebenden Vertretern dieser Familie, sind zahlreiche fossile Gattungen der Megalonychidae bekannt. Dazu zählen unter anderem:


  • Megalonyx: Die Arten dieser Gattung waren bodenbewohnende Riesenfaultiere, die in Nord- und Südamerika lebten und erst vor rund 10.000 Jahren ausgestorben sind.
  • Faultiere der Karibischen Inseln: Auf den Großen Antillen wurden die fossilen Überreste mehrerer Faultierarten gefunden, die schätzungsweise 20 bis 70 kg wogen. Man vermutet, dass diese Arten erst vor rund 10.000 bis 5000 Jahren ausgestorben sind. Auf Puerto Rico lebte Acratocnus odontrigonus, auf Kuba Megalocnus rodens und auf Hispaniola Synocnus comes und Parocnus serus, die mit rund 70 kg schwerste Art dieser Gruppe. Ob diese Tiere Boden- oder Baumbewohner waren, ist unbekannt; man vermutet, dass die leichteren Arten zumindest teilweise auf Bäumen lebten.

Literatur

  • Ronald Nowak: Walker’s Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-80-185789-9

Weblinks

Commons: Megalonychidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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