PTEN

PTEN

PTEN

Bändermodell nach PDB 1D5R
Eigenschaften des menschlichen Proteins
Masse/Länge Primärstruktur 403 Aminosäuren
Sekundär- bis Quartärstruktur Monomer
Kofaktor Magnesium
Bezeichner
Gen-Namen PTEN; BZS; MGC11227; MHAM; MMAC1; PTEN1; TEP1
Externe IDs OMIM: 601728 UniProtP60484   MGI: 109583
Enzymklassifikationen
EC, Kategorie 3.1.3.16  Phosphatase
Reaktionsart Hydrolyse eines Phosphorsäureesters
Substrat Phosphoprotein + H2O
Produkte Protein + Phosphat
EC, Kategorie 3.1.3.43, Phosphatase
Reaktionsart Hydrolyse eines Phosphorsäureesters
Substrat Protein-Tyrosin-Phosphat + H2O
Produkte Protein-Tyrosin + Phosphat
EC, Kategorie 3.1.3.67, Phosphatase
Reaktionsart Hydrolyse eines Phosphorsäureesters
Substrat Phosphatidylinositol-3,4,5-trisphosphat + H2O
Produkte Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphate + Phosphat
Vorkommen
Homologie-Familie PIP3 Phosphatase
Übergeordnetes Taxon Eukaryoten[1]
Orthologe
Mensch Hausmaus
Entrez 5728 19211
Ensembl ENSG00000171862 ENSMUSG00000013663
UniProt P60484 O08586
Refseq (mRNA) NM_000314 NM_008960
Refseq (Protein) NP_000305 NP_032986
Genlocus Chr 10: 87.86 – 87.97 Mb Chr 19: 32.76 – 32.83 Mb
PubMed-Suche 5728 19211

Die Phosphatase PTEN (Phosphatase and Tensin homolog) ist ein multifunktionelles Enzym in Eukaryoten. Es katalysiert die Hydrolyse von verschiedenen Phosphorsäureestern (Phospholipide und Phosphoproteine). Insbesondere sind die signalübertragenden Moleküle PIP3, PIP2, PIP1, Ins(1,3,4,5)P4 und AKT1 Substrate der PTEN. Durch diese Eingriffe in körperliche Signalwege ist PTEN ein Teil der Signaltransduktion. Im normalen Zellzustand wird die Aktivität der Phosphatase PTEN durch TGF-β unterdrückt. Dadurch wird der Zelltod verhindert. Aktiviert agiert PTEN durch Einleitung des Zelltods als Tumorsuppressor. Mutationen am PTEN-Gen und damit Defekte am PTEN-Enzym können durch unkontrollierte Zellvermehrung eine Vielzahl von Tumoren begünstigen und Krankheiten auslösen.[2][3]

Funktion

Aktiviertes PTEN unterbricht durch Dephosphorylierung von Phosphatidylinositolphosphaten (insbesondere IP3) den PI3K-AKT/PKB-Signalweg und wirkt als Tumorsuppressor.[4] Es hemmt die Phosphorylierung von Shc und unterbricht den MAP-Kinase-Weg. Es dephosphoryliert FAK und unterbricht damit weitere Signalwege, mit dem Ergebnis, dass Zellmigration und Zellteilung verhindert werden.[5]

PTEN-Hamartom-Tumor-Syndrom

Die durch Defekte an PTEN verursachten seltenen Erbkrankheiten werden als PTEN-Hamartom-Tumor-Syndrom zusammengefasst und umfassen eine Gruppe überlappender heterogener Syndrome, die eine autosomal-dominante PTEN-Mutation aufweisen. Durch eine unvollständige und altersabhängige Penetranz und unterschiedlich starke Genexpression zeigen die Krankheitsbilder eine ausgesprochen große Symptom-Heterogenität. Zudem sind die bisher bekannten Mutationen über das gesamte Gen verstreut, was auch für die Heterogenität verantwortlich gemacht wird.[6]

Hierzu gerechnet werden:[7]

Bei Vorliegen einer PTEN-Mutation werden Tumoren wie Endometriumkarzinom und Prostatakarzinom begünstigt.[3]

Einzelnachweise

  1. Orthologe bei inParanoid
  2. Li et al.: PTEN, a putative protein tyrosine phosphatase gene mutated in human brain, breast, and prostate cancer. Science 275/5308/1997: 1943–1947. PMID 9072974
  3. 3,0 3,1 UniProt P60484
  4. N. R. Leslie, N. Kriplani, M. A. Hermida, V. Alvarez-Garcia, H. M. Wise: The PTEN protein: cellular localization and post-translational regulation. In: Biochemical Society transactions. Band 44, Nummer 1, Februar 2016, S. 273–278, doi:10.1042/BST20150224, PMID 26862215.
  5. M. Shih/Biocarta: PTEN dependent cell cycle arrest and apoptosis
  6. Erik K. Alexander, Gayun Chan-Smutko, Mansi A. Saksena, Ion Popa: Case 19-2013 — A 35-Year-Old Woman with Recurrent Goiter and Ductal Carcinoma of the Breast. New England Journal of Medicine 2013; Band 368, Ausgabe 25 vom 20. Juni 2013, Seiten 2416–2424; doi:10.1056/NEJMcpc1209273.
  7. PTEN-Hamartom-Tumor-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten).

Weblinks

Wikibooks: Inositolphosphat-Stoffwechsel – Lern- und Lehrmaterialien

News mit dem Thema PTEN

09.05.2022
Taxonomie | Paläontologie
Erste Fischsaurier aus der Kreidezeit Österreichs entdeckt
Ein internationales Forschungsteam hat erstmals kreidezeitliche Fischsaurier (Ichthyosaurier) aus den Alpen Österreichs nachgewiesen.
18.11.2020
Morphologie | Paläontologie | Fischkunde
Urzeit-Hai hielt seine grössten Zähne gut verborgen
Manche, wenn nicht sogar alle Haie, die vor 300 bis 400 Millionen Jahren lebten, klappten ihre Kiefer nicht nur nach unten, sondern drehten sie zugleich gegen aussen.
09.10.2020
Zoologie | Ökologie | Neobiota
Invasive Froschart im Nahrungsnetz der Galápagosinseln
Ein internationales Team hat die Rolle des Knickzehenlaubfroschs Scinax quinquefasciatus im Nahrungsnetz des Galápagosarchipels untersucht.
20.05.2020
Biochemie | Bionik, Biotechnologie und Biophysik
Abbau widerspenstiger Cellulose im Zeitraffer
Erstmals ist es TU Graz-Forschenden gelungen, die Vorgänge beim Celluloseabbau durch eine biologische Nanomaschine, bekannt als das Cellulosom, auf Einzelmolekülniveau sichtbar zu machen.
20.04.2020
Mykologie | Immunologie | Insektenkunde | Video
Aber bitte mit Sporen!
Blätter der Schwarzpappel sind besonders anfällig für den Angriff durch Schwammspinner, wenn sie von einem Pilz infiziert sind.
11.02.2020
Genetik | Neobiota | Fischkunde
Warum die Grundel die Gewässer der Welt erobern kann
Einer der weltweit am häufigsten eingeschleppten Süsswasserfische, die Schwarzmund-Grundel, weist ein besonders schlagkräftiges Immunsystem auf.
05.06.2019
Botanik | Ökologie
Göttinger Forscherteam deckt Stärken und Schwächen von Waldschutz-Konzepten auf
Naturschutz im Wald steht im Spannungsfeld verschiedener Schwerpunktsetzungen und Interessenlagen von Forstwirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Naturschutzorganisationen.
09.01.2019
Paläontologie
Erster direkter Nachweis eines Wal jagt Wal - Szenarios in früheren Ozeanen
In einer im open-access Journal PLOS ONE publizierten Studie, liefern Manja Voss, Paläontologin am Museum für Naturkunde Berlin, und ihre Kollegen den ersten Nachweis fossilen Mageninhalts des Urwals Basilosaurus isis aus Wadi Al Hitan („Tal der Wale“) in Ägypten.
01.08.2018
Zoologie | Ethologie
Kampf oder Flucht: Sexualzyklus bestimmt Verhalten weiblicher Meerschweinchen
Aufgrund einer fixen Rangordnung müssen sich Meerschweinchen auf ihr soziales Gespür verlassen, wann sie sich behaupten oder flüchten.

Die News der letzten Tage

30.01.2023
Ökologie | Physiologie
Ernährungsumstellung: Die Kreativität der fleischfressenden Pflanzen
In tropischen Gebirgen nimmt die Zahl der Insekten mit zunehmender Höhe ab.
27.01.2023
Land-, Forst-, Fisch- und Viehwirtschaft | Neobiota | Ökologie
Auswirkungen von fremden Baumarten auf die biologische Vielfalt
Nicht-einheimische Waldbaumarten können die heimische Artenvielfalt verringern, wenn sie in einheitlichen Beständen angepflanzt sind.
27.01.2023
Biochemie | Botanik | Physiologie
Wie stellen Pflanzen scharfe Substanzen her?
Wissenschaftler*innen haben das entscheidende Enzym gefunden, das den Früchten der Pfefferpflanze (lat Piper nigrum) zu ihrer charakteristischen Schärfe verhilft.
26.01.2023
Biochemie | Mikrobiologie | Physiologie
Ein Bakterium wird durchleuchtet
Den Stoffwechsel eines weit verbreiteten Umweltbakteriums hat ein Forschungsteam nun im Detail aufgeklärt.
26.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Botanik | Physiologie
Schutzstrategien von Pflanzen gegen Frost
Fallen die Temperaturen unter null Grad, bilden sich Eiskristalle auf den Blättern von winterharten Grünpflanzen - Trotzdem überstehen sie Frostphasen in der Regel unbeschadet.
26.01.2023
Entwicklungsbiologie | Genetik
Neues vom Kleinen Blasenmützenmoos
Mithilfe mikroskopischer und genetischer Methoden finden Forschende der Universität Freiburg heraus, dass die Fruchtbarkeit des Laubmooses Physcomitrella durch den Auxin-Transporter PINC beeinflusst wird.
26.01.2023
Klimawandel | Mikrobiologie | Mykologie
Die Art, wie Mikroorganismen sterben beeinflusst den Kohlenstoffgehalt im Boden
Wie Mikroorganismen im Boden sterben, hat Auswirkungen auf die Menge an Kohlenstoff, den sie hinterlassen, wie Forschende herausgefunden haben.
25.01.2023
Entwicklungsbiologie | Evolution
Wie die Evolution auf unterschiedliche Lebenszyklen setzt
Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, eines der Rätsel der Evolution zu lösen.
24.01.2023
Biochemie | Ökologie | Physiologie
Moose verzweigen sich anders... auch auf molekularer Ebene
Nicht-vaskuläre Moose leben in Kolonien, die den Boden bedecken und winzigen Wäldern ähneln.
24.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Genetik
Verfahren der Genom-Editierung optimiert
Im Zuge der Optimierung von Schlüsselverfahren der Genom-Editierung ist es Forscherinnen und Forschern in Heidelberg gelungen, die Effizienz von molekulargenetischen Methoden wie CRISPR/Cas9 zu steigern und ihre Anwendungsgebiete zu erweitern.
24.01.2023
Ökologie | Zoologie
Kooperation der männlichen australischen Spinnenart Australomisidia ergandros
Forschende konnten in einer Studie zeigen, dass Männchen der australischen Spinne Australomisidia ergandros ihre erjagte Beute eher mit den anderen Mitgliedern der Verwandtschaftsgruppe teilen als die Weibchen.
24.01.2023
Bionik, Biotechnologie und Biophysik | Physiologie
Mutante der Venusfliegenfalle mit Zahlenschwäche
Die neu entdeckte Dyscalculia-Mutante der Venusfliegenfalle hat ihre Fähigkeit verloren, elektrische Impulse zu zählen.
23.01.2023
Biochemie | Physiologie
neue Einblicke in Mechanismen der Geschmackswahrnehmung
Die Komposition der Lebensmittel, aber auch die Speisenabfolge ist für das perfekte Geschmackserlebnis eines Menüs entscheidend.