Petersfische

Petersfische
Petersfisch (Zeus faber)

Petersfisch (Zeus faber)

Systematik
Teilkohorte: Eurypterygii
Ctenosquamata
Acanthomorpha
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung: Petersfischartige (Zeiformes)
Familie: Petersfische
Wissenschaftlicher Name
Zeidae
Latreille, 1825

Die Petersfische (Zeidae) wurden nach Zeus, dem Obersten Gott der griechischen Mythologie benannt. Die Tiere leben im Atlantik, im Indischen Ozean und im Pazifik. Alle Arten werden kommerziell mit Tiefseeschleppnetzen gefangen.

Gestalt

Alle Petersfische teilen den gleichen hohen, zusammengedrückten Körperbau, den großen Kopf mit dem charakteristischen konkaven Profil und das große Maul. Das Maul ist bei der Gattung Zenopsis deutlich oberständig. Die Kiefer sind massiv.

Die Tiere haben einen hohen Rücken. Die große erste, hartstrahlige Rückenflosse hat 7 - 10 Strahlen, die bei erwachsenen Fischen oft fadenförmig verlängert sind. Die zweite weichstrahlige Rückenflosse hat 22 - 37 Strahlen. Der Schwanzstiel ist dünn und die Schwanzflosse klein. Die Brustflossen sind klein, kurz, und von runder Form. Bauchflossen verlängert. Ungewöhnlich ist, dass auch die Afterflosse aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil mit 1-4 harten Strahlen und der zweite weichstrahlige Teil mit 20 - 39 Flossenstrahlen. Entlang des Bauches, sowie an der Basis der Rücken- und der Afterflosse ziehen sich Knochenplatten, die einen gepanzerten Kiel bilden.

Die gewöhnlich hell silber glänzenden Tiere haben keine oder sehr kleine Schuppen. Auf der Flanke tragen sie manchmal einen dunklen Fleck. Zeus capensis und der auch in europäischen Gewässern vorkommende Heringskönig (Zeus faber) werden 90 Zentimeter lang. Die anderen drei Arten bleiben kleiner.

Lebensweise

Die im freien Wasser lebenden Fische halten sich gewöhnlich in mittleren Wassertiefen oder über schlammigen Gründen, in Tiefen von 50 bis 500 Metern über den Kontinentalsockeln auf. Es sind langsame Schwimmer, die ihre Rücken- und Afterflossen zum Antrieb nutzen. Die paarigen Flossen dienen der Balance oder bei Richtungsänderungen.

Ernährung

Junge Petersfisch ernähren sich von Zooplankton, adulte Tiere jagen Schwarmfische, wie Heringe, Sardinen, junge Makrelen, oder fressen auch Kopffüßer wie Kalmare. Sie selbst werden Opfer von Haien.

Vermehrung

Petersfische sind Freilaicher. Die Eier sind schwerer als das Wasser und sinken zu Boden und haften am Substrat. Die Fische wachsen schnell und werden mit 3 bis 4 Jahren geschlechtsreif.

Man kennt sie fossil seit dem Oligozän, der mittleren Stufe des Tertiär, vor 20 bis 30 Millionen Jahren.

Systematik

Zenopsis conchifera

Es gibt zwei Gattungen mit sechs Arten:

Literatur

  • Joseph S. Nelson: Fishes of the World, John Wiley & Sons, 2006, ISBN 0-471-25031-7
  • Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag, Jena 1991, ISBN 3-334-00339-6

Weblinks

 Commons: Petersfische – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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