Gundermann (Gattung)

Gundermann
Gundermann (Glechoma hederacea)

Gundermann (Glechoma hederacea)

Systematik
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Mentheae
Untertribus: Nepetinae
Gattung: Gundermann
Wissenschaftlicher Name
Glechoma
L.

Gundermann (Glechoma) ist eine Gattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Merkmale

Die Vertreter der Gattung sind ausdauernde, niederliegende krautige Pflanzen. Ihre Stängelblätter sind herzförmig bis elliptisch, auch leicht nierenförmig. Der Blattrand ist gekerbt oder gezähnt.

Die Blütenstände sind einseitswendige Scheinquirle, die in Blattachseln stehen und 2 bis 5 Blüten tragen. Der Kelch ist röhrig-glockenförmig mit 15 Nerven. Er ist schwach zweilippig, wobei die Oberlippe drei- und die Unterlippe zweizähnig ist. Die Krone ist zygomorph zweilippig. Sie ist blauviolett und länger als der Kelch. Die Kronröhre ist gerade, nach vorne stark erweitert. Sie trägt innen keinen Haarkranz. Die Oberlippe ist flach und ausgerandet, die Unterlippe ist dreispaltig mit einem großen Mittellappen, der ausgerandet und bärtig ist. Es gibt vier fruchtbare Staubblätter, zwei länger und zwei kürzer, dabei alle kürzer als die Krone. Die beiden Staubbeutelhälften spreizen auseinander, nähern sich paarweise und bilden ein Kreuz. Der Griffel ist länger als die Oberlippe der Krone.

Ökologie

Die Blüten bilden Lippenblumen mit Nektar, sie sind proterandrisch und werden vorwiegend von Hummeln bestäubt.

Die Ausbreitung erfolgt über Ausläufer, die Teilfrüchte werden durch Klebausbreitung (Epizoochorie) ausgebreitet. Die Teilfrüchte werden auch durch Ameisen verschleppt, besitzen jedoch kein Elaiosom, allerdings ein verschleimendes Perikarp.

Verbreitung

Die Gattung ist in Europa und Asien heimisch, in Amerika kommt sie kultiviert vor.[1]

Systematik

Die Gattung wird innerhalb der Familie Lamiaceae in die Unterfamilie Nepetoideae, Tribus Mentheae, Subtribus Nepetinae gestellt. Von den insgesamt etwa neun Arten kommen drei in Europa und auch in Mitteleuropa vor. Dies sind:

  • Gundermann (Glechoma hederacea L.)
  • Langhaar-Gundelrebe (Glechoma hirsuta Waldst. & Kit.): die Nordwestgrenze des Areals verläuft durch Südtirol, Süd- und Ostösterreich und Mähren
  • Sardische Gundelrebe (Glechoma sardoa (Bég.) Bég.): kommt in Sardinien und vielleicht auch in Korsika vor

Die außereuropäischen Arten sind:[2]

  • Glechoma biondiana (Diels) C.Y.Wu & C. Chen
  • Glechoma brevituba Kuprian.
  • Glechoma granatensis (Boiss.) Kuntze
  • Glechoma grandis (A. Gray) Kuprian.
  • Glechoma longituba (Nakai) Kuprian.
  • Glechoma sinograndis C.Y.Wu

Name

Der Name Glechoma leitet sich ab vom griechischen glechon, womit die Polei-Minze (Mentha pulegium) bezeichnet wurde. Der Name wurde von Linné auf diese Gattung übertragen, die Gründe sind nicht klar.

Belege

  • M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6
  • Werner Greuter, Hervé-Maurice Burdet, Guy Long (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 3 (Dicotyledones: Convolvulaceae–Labiatae). Conservatoire et Jardin Botanique, Genève 1986, ISBN 2-8277-0153-7. (online)

Einzelnachweise

  1. Flora of China, abgerufen 27. April 2008.
  2. Artenliste auf Tropicos, abgerufen 27. April 2008.

Weblinks

 Commons: Gundermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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