Klivien

Die Klivien (Clivia), auch Riemenblatt genannt, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Amaryllidoideae innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae).

Die etwa sechs Arten sind im Südlichen Afrika beheimatet. Sorten von Clivia miniata und Clivia nobilis werden als Zierpflanzen verwendet.

Beschreibung

Illustration von Clivia nobilis.
Blütenstand von Clivia nobilis.

Clivia-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von etwa 60 Zentimeter erreichen. Sie bilden Rhizome. Die grundständigen und mehr oder weniger zweizeilig angeordneten Laubblätter sind ungestielt.

Der aufrechte Blütenstandsschaft trägt in einem doldigen Blütenstand zehn bis zwanzig Blüten. Die zwittrigen Blüten sind mehr oder weniger radiärsymmetrisch und dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind hellrot bis orangefarben, seltener gelb. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet in einer dreispaltigen Narbe. Es werden Beeren gebildet.

Inhaltsstoffe

Die Klivien enthalten, ebenso wie auch die Belladonnalilie (Amaryllis belladonna) das Alkaloid Lycorin. Folgende Giftstoffe sind enthalten: Alkaloide, unter anderem Lycorin (47 %), Clivimin und Clivatin. [1]

Systematik

Die Gattung Clivia wurde 1928 durch John Lindley in Botanical Register, ... aufgestellt.[2] Der Gattungsname Clivia ehrt Lady Charlotte Florentia Clive (1787–1866), Herzogin von Northumberland, eine Gouvernante der späteren Königin Victoria; in ihren Gewächshäusern konnte eine Clivia zum ersten Mal in Europa zum Blühen gebracht werden.

Die Gattung Clivia gehört zur Tribus Haemantheae in der Unterfamilie Amaryllidoideae innerhalb der Familie der Amaryllidaceae. Früher wurde sie auch in die Familie der Liliaceae eingeordnet.[3]

Es gibt früher fünf, heute sechs Clivia-Arten:

  • Clivia caulescens R.A.Dyer
  • Clivia gardenii Hook.
  • Clivia miniata (Lindl.) Regel: Mit zwei Varietäten:
    • Clivia miniata var. citrina Watson
    • Clivia miniata (Lindl.) Regel var. miniata
  • Clivia mirabilis Rourke
  • Clivia nobilis Lindl.
  • Clivia robusta B.G.Murray & al.: Sie wurde in B. G. Murray, Y. Ran, P.J. De Lange, K.R.W. Hammett, J.T. Truter & Z.H. Swanevelder: A new species of Clivia (Amaryllidaceae) endemic to the Pondoland Centre of Endemism, South Africa, In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 146, 2004, S. 370 erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht im Marschland an voneinander isolierten Standorten nur in Pondoland.

Quellen

  • John C. Manning, Peter Goldblatt & Dee Snijman: The Color Encyclopedia of Cape Bulbs, 2002, Timber Press, Portland. ISBN 0-88192-547-0 (Abschnitt Beschreibung und Vorkommen): Clivia auf S. 108-110
  • Die Clivia-Website. (engl.)
  • Y. D. Ran et al.: Phylogenetic analysis and karyotype evolution in the genus Clivia (Amaryllidaceae), In: Ann. Bot. (Oxford), Volume 87, 2001, S. 823–830.

Einzelnachweise

  1. Weitere Infos zu Lycorin und Strukturformel.
  2. Eintrag bei Tropicos.
  3. Eintrag bei GRIN. abgerufen am 8. Februar 2012

Weblinks

 Commons: Klivien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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