Pliensbachium

System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
höher höher höher jünger
Jura Oberjura Tithonium 150,8–145,5
Kimmeridgium 155,6–150,8
Oxfordium 161,2–155,6
Mitteljura Callovium 164,7–161,2
Bathonium 167,7–164,7
Bajocium 171,6–167,7
Aalenium 175,6–171,6
Unterjura Toarcium 183–175,6
Pliensbachium 189,6–183
Sinemurium 196,5–189,6
Hettangium 199,6–196,5
tiefer tiefer tiefer älter

Das Pliensbachium (im Deutschen meist verkürzt zu Pliensbach, seltener auch Pliensbachien) ist in der Erdgeschichte eine chronostratigraphische Stufe des Jura, die in der geochronologischen Gliederung der Erdgeschichte etwa dem Zeitraum von 189,6 bis etwa 183 Millionen Jahren entspricht. Auf das Pliensbachium folgt das Toarcium, dem Pliensbachium geht das Sinemurium voraus.

Namensgebung und Geschichte

Das Pliensbachium wurde nach Pliensbach benannt, dem kleineren Teilort der Gemeinde Zell unter Aichelberg im Landkreis Göppingen im Vorland der mittleren Schwäbischen Alb, ca. 30 km östlich von Stuttgart. Die Stufe und der Name wurden von Albert Oppel 1858 eingeführt.

Definition und GSSP

Der Beginn wird durch das erstmalige Erscheinen von Bifericeras donovani sowie der Gattungen Apoderoceras und Gleviceras bestimmt. Das Ende wird durch das erstmalige Auftreten der Ammonitengattung Eodactylites definiert. Zum Global Stratotype Section and Point (GSSP, entspricht etwa einem Typprofil) wurde das Wine Haven-Profil in Robin Hood’s Bay (Yorkshire, England) bestimmt.

Untergliederung des Pliensbachium

Pleuroceras spinatum Museum von Toulouse

Das Pliensbachium wird im borealen Bereich (zu dem auch der Süd- und Norddeutsche Jura zu rechnen ist) derzeit in folgende Ammoniten-Biozonen untergliedert (von oben nach unten):

  • Pleuroceras spinatum
  • Amaltheus margaritatus
  • Prodactylioceras davoei
  • Tragophylloceras ibex
  • Uptonia jamesoni

Im tethyalen Bereich entsprechen dem Pliensbachium folgende Ammonitenzonen:

  • Emaciaticeras emaciatum
  • Arieticeras algovianum
  • Fuciniceras lavinianum
  • Prodactylioceras davoei
  • Tragophylloceras ibex
  • Uptonia jamesoni

Intern erfolgt eine weitere Unterteilung in ein unteres Pliensbachium (regional auch als „Carixium“ bezeichnet) und ein oberes Pliensbachium („Domerium“).

Fossilien

Das Städtische Naturkundliche Museum in Göppingen zeigt Fossilien dieser Zeit.

Literatur

  • Felix M. Gradstein, James G. Ogg, and Alan G. Smith (Hrsg.): A Geologic Time Scale 2004. Cambridge University Press, Cambridge (UK) 2005, ISBN 0-521-78673-8.
  • Christian Meister, Martin Aberhan, Joachim Blau, Jean-Louis Dommergues, Susanne Feist-Burkhardt, Ernie A. Hailwood, Malcom Hart, Stephen P. Hesselbo, Mark W. Hounslow, Mark Hylton, Nicol Morton, Kevin Page und Greg D. Price: The Global Boundary Stratotype Section and Point (GSSP) for the base of the Pliensbachian Stage (Lower Jurassic), Wine Haven, Yorkshire, UK. Episodes, 29(2): 93–106, Beijing 2006 ISSN 0705-3797 PDF.
  • Hans Murawski & Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 10., neu bearb. u. erw. Aufl., 278 S., Enke Verlag, Stuttgart 1998 ISBN 3-432-84100-0.
  • Albert Oppel: Die Juraformation Englands, Frankreichs und des südwestlichen Deutschlands: nach ihren einzelnen Gliedern eingetheilt und verglichen. 857 S., Ebner & Seubert, Stuttgart 1856–1858.

Weblinks

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