Schleimschirmlinge

Schleimschirmlinge
Getropfter Schleimschirmling (Limacella guttata)

Getropfter Schleimschirmling (Limacella guttata)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Wulstlingsverwandte (Amanitaceae)
Gattung: Schleimschirmlinge
Wissenschaftlicher Name
Limacella
Earle

Die Schleimschirmlinge (Limacella) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Wulstlingsverwandten.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Die Schleimschirmlinge bilden in Hut und Stiel gegliederte Fruchtkörper, die in der äußeren Form kleinen Schirmlingen gleichen. Sie besitzen ein Velum universale, bei manchen Arten auch ein Velum partiale. Das Velum universale verschleimt bei Reifung den Fruchtkörper, wodurch die Huthaut und teils auch der Stiel klebrig bis schleimig werden. Das Velum partiale kann als häutiger, hängender Ring, schleimige Ringzone oder schleierartig am Stiel zurückbleiben. Eine Volva fehlt im Allgemeinen, kann aber bei jungen Fruchtkörpern rudimentär vorhanden sein. Die Lamellen sind weiß und frei. Das Sporenpulver ist weiß.

Mikroskopische Merkmale

Die Hyphen besitzen Schnallen. Die Sporen sind hyalin, inamyloid und entweder glatt oder mit kleinen Warzen ornamentiert.

Ökologie

Die Schleimschirmlinge sind Saprobionten, die auf Erde, Laub- und Nadelstreu, seltener auf Holz wachsen.

Arten

Die Gattung umfasst weltweit etwa 20 Arten[1], von denen in Europa 10 Taxa vorkommen bzw. zu erwarten sind[2].

Schleimschirmlinge (Limacella) in Europa
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Zierlicher Schleimschirmling Limacella delicata (Fries 1821 : Fries 1821) Earle 1909
Orangebrauner Schleimschirmling Limacella delicata var. glioderma (Fries 1852) Gminder 1994
Weinrötlicher Schleimschirmling Limacella delicata var. vinosorubescens (Furrer-Ziogas 1969) Gminder 1994
Langstieliger Schleimschirmling Limacella furnacea (Letellier 1835) E.-J. Gilbert 1928 ('1927')
Getropfter Schleimschirmling Limacella guttata (Persoon 1793 : Fries 1821) Konrad & Maublanc 1924
Elfenbein-Schleimschirmling Limacella illinita (Fries 1818 : Fries 1821) Murrill 1914
Limacella illinita var. rubescens H.V. Smith 1945 ('1944')
Ockergelber Schleimschirmling Limacella ochraceolutea P.D. Orton 1969
Limacella ochraceorosea (Béguet & Bon 1975) Neville & Poumarat 2004
Kartonbrauner Schleimschirmling Limacella subfurnacea Contu 1990

Systematik

Die Gattung wird von einigen Autoren auch zu den Dachpilzverwandten gestellt.

Bedeutung

Einige Arten der Schleimschirmlinge sind essbar, jedoch wegen der kleinen Fruchtkörper nicht sehr ergiebig oder aufgrund ihrer Seltenheit zu schonen.

Quellen

Literatur

  • Svengunnar Ryman, Ingmar Holmåsen: Pilze: über 1.500 Pilzarten ausführlich beschrieben und in natürlicher Umgebung fotografiert. Bernhard Thalacker Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-87815-043-1.
  • Egon Horak, Meinhard Moser: Röhrlinge und Blätterpilze in Europa. 6. völlig neu bearbeitete Auflage, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1478-4.
  • Bollmann, A.; Gminder, A.; Reil, P.: Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. 4. Auflage, mit Gattungs-CD, Schwarzwälder Pilzlehrschau, Hornberg 2007, ISSN 0932-920X.

Einzelnachweise

  1.  Paul M. Kirk, Paul F. Cannon, David W. Minter, J.A. Stalpers: Dictionary of the Fungi. 10th edition Auflage. CABI Europe, Wallingford, Oxfordshire (UK) 2008, ISBN 978-0-85199-826-8 (784 Seiten).
  2. Eric Strittmatter: Die Gattung Limacella. In: Fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank]. 22. Mai 2005, abgerufen am 22. September 2012 (inkl. Update Nr. 15).

Weblinks

 Commons: Limacella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

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