Alpen-Soldanelle

Alpen-Soldanelle
Alpen-Soldanelle (Soldanella alpina)

Alpen-Soldanelle (Soldanella alpina)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Gattung: Alpenglöckchen (Soldanella)
Art: Alpen-Soldanelle
Wissenschaftlicher Name
Soldanella alpina
L.

Die Alpen-Soldanelle (Soldanella alpina) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Alpenglöckchen. Weitere Namen sind auch Alpentroddelblume sowie Gewöhnliches oder Großes Alpenglöckchen (Schweiz). Sie wurde zur Blume des Jahres 2004 gewählt.

Beschreibung

Die Alpen-Soldanelle ist eine immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimetern erreicht. Es ist ein kurzes, knollig verdicktes Rhizom vorhanden. Die grundständigen Laubblätter messen bis zu 3 cm im Durchmesser und sind rundlich bis nierenförmig, dicklich und ledrig.

Die Blütezeit reicht je nach Standort von April bis Juni. Sie hat aufrechte, blattlose Blütenstände in denen die Blüten zu zweit oder oft auch zu dritt stehen. Die zwittrigen, violetten Blüten werden etwa 10 bis 15 mm lang, sind trichterförmig und – anders als bei der Zwerg-Soldanelle – bis zur Mitte faserig eingeschnitten. Es werden aufrecht stehende Kapselfrüchte gebildet.

Ökologie

Die Alpen-Soldanelle ist ein Hemikryptophyt und eine Rosettenpflanze.

Blütenbiologisch handelt es sich um eine homogame bis vorweibliche „Glockenblumen mit Streueinrichtung“. Kurze Schlundschuppen verbergen teilweise den von der Basis des Fruchtknotens abgegebenen Nektar. Beim Blütenbesuch fällt der Pollen mitbedingt durch die umgebogenen Spitzen des Konnektivs der Staubbeutel auf den Rücken der Besucher. Da die Narbe die Blütenkrone und den Streukegel überragt wird sie zuerst von den anfliegenden Insekten berührt. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln und Schmetterlinge und andere Insekten. Selbstbestäubung ist möglich.

Die Kapselfrüchte öffnen sich bei Trockenheit, sind also xerochas. Der Blütenstandsschaft ist zur Fruchtzeit verlängert; der bleibende Kelch dient als Windfang, es ist also ein Windstreuer. Die nur 0,24 mg schweren und 0,8 mm langen Samen sind Körnchenflieger. Die Fruchtreife erfolgt ab Juli.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Alpen-Soldanelle liegt in den Alpen, Pyrenäen und im Balkan. Die Alpen-Soldanelle bevorzugt kalkhaltige Böden, Schneetälchen und Rasen von der Tallage bis in eine Höhenlage von 3000 Meter.

Literatur

  •  Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1. (Abschnitt Ökologie)

Weblinks

 Commons: Alpen-Soldanelle – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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