Sommer-Adonisröschen

Sommer-Adonisröschen
Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis)

Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Adonideae
Gattung: Adonisröschen (Adonis)
Art: Sommer-Adonisröschen
Wissenschaftlicher Name
Adonis aestivalis
L.

Das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), auch Blutauge, Blutströpfchen, Sommerblutströpfchen oder Kleines Teufelsauge genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Adonisröschen (Adonis) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Auf die rote Variante des Sommer-Adonisröschens bezieht sich der Gattungsname Adonisröschen (Adonis), siehe Gattungsartikel. Das Sommer-Adonisröschen wurde zur Blume des Jahres 1984 gewählt.

Beschreibung

Habitus, Laubblätter, Blüten und junge Sammelfrüchte.

Erscheinungsbild und Laubblatt

Das Sommer-Adonisröschen wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 20, selten 50 bis zu 100 Zentimeter. Es wird eine Pfahlwurzel gebildet. Die an der Basis spärlich flaumig behaarte Stängel sind verzweigt oder unverzweigt.

Die wechselständig am Stängel angeordneten, oft in seinem oberen Bereich konzentrierten Laubblätter sind lang gestielt bis mehr oder weniger ungestielt. Die Blattspreite besitzt eine Länge bei den untersten Laubblättern von etwa 3,5 Zentimeter bis zu bei den obersten Laubblättern bis zu 6 Zentimeter und ist zwei- bis dreifach fiederschnittig. Die Blattoberfläche ist auf beiden Seiten kahl oder auf der Blattunterseite spärlich flaumig behaart. Bei den obersten Laubblättern sind die Blattspreiten einfach und mit einer Breite von 0,4 bis 0,8 mm linealisch bis lanzettlich-linealisch.

Blüte

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die endständig und einzeln stehenden, zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten weisen einen Durchmesser von 1,5 bis 3,5 cm auf. Die an die Kronblätter angedrückt stehenden fünf Kelchblätter sind häutig, schmal rhombisch bis schmal eiförmig oder breit verkehrt-eiförmig und besitzen zwei Drittel der Länge der Kronblätter. Die sechs bis acht mehr oder weniger aufrechten, mehr oder weniger flachen Kronblätter besitzen eine Länge von 10 bis 17 mm. Die Farbe der Kronblätter ist sehr variabel: von leuchtend purpurrot bis zinnoberrot oder selten orangefarben bis auch blassgelb, an ihrer Basis oft mit dunklem bis schwarzem Fleck. Es sind etwa 30 Staubblätter mit anfangs purpurfarben-schwarzen, später olive-grünen Staubbeuteln, vorhanden. Die 30 bis 40 freien Fruchtblätter sind schmal eiförmig.

Frucht

Nüsschen, × 15

An einem langen Stiel erhebt sich die mit einer Länge von 20 bis 30 mm und einer Breite von 7 bis 10 mm zylindrische Sammelfrucht deutlich über die Laubblätter und enthält dicht gedrängt 30 bis 40 Nüsschen. Die kahlen Nüsschen sind mit einer Länge von 4 bis 6 mm eiförmig und besitzen einen aufrechten 1,5 bis 2 mm langen Schnabel.

Ökologie

Das Sommer-Adonisröschen ist ein sommerannueller Therophyt. Selbstbestäubung ist erfolgreich.

Vorkommen

Das Sommer-Adonisröschen kann man in West-, Mittel-, Süd- und Osteuropa, in Nordafrika, von Kleinasien bis Mittelasien und im nordwestlichen Himalaja finden. Es ist ein gemäßigt-kontinental-ost-submediterranes Florenelement.

In Deutschland tritt das Sommer-Adonisröschen seit der mittleren Bronzezeit als Getreideunkraut auf. Früher war sie häufig, durch Unkrautbekämpfung und intensive Bearbeitung der Äcker ist sie jedoch stark zurückgegangen.

In Deutschland kommt heute Adonis aestivalis nur noch im mittleren Gebiet zerstreut bis verbreitet vor, darüber hinaus ist es sehr selten zu finden oder fehlt ganz. In Österreich und der Schweiz ist es selten und gebietsweise stark gefährdet.

Meist findet man diese kalkliebende Art an Ackerrändern. Das Sommer-Adonisröschen bevorzugt sommerwarme, meist trockene, nährstoff- und kalkreiche, meist steinige Ton- und Lehmböden. Seine Wurzeln können bis zu 80 Zentimetern tief in die Erde reichen.

Systematik

Adonis aestivalis wurde 1762 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Editio Secunda, Band 1, S. 771 erstveröffentlicht. [1]

Medizinische Bedeutung und Giftwirkungen

Pharmakologisch sehr interessante Inhaltsstoffe sind: Strophanthin, Adonitoxin, Vernadigin, und das Cymarin - Strophanthidin. Es handelt sich dabei um sehr herzwirksame Cardenolide, also Herzglykoside. [2]

Aufgrund dieser Inhaltsstoffe sind bereits viele Pferde verendet, die die Pflanze gefressen hatten.

Bilder

Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis):

Quellen

Einzelnachweise

  1. Eintrag bei Tropicos.
  2. Zur Giftigkeit von Adonis aestivalis.

Weblinks

 Commons: Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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