Sauerkleeartige


Sauerkleeartige

Waldsauerklee (Oxalis acetosella), Illustration

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Sauerkleeartige
Wissenschaftlicher Name
Oxalidales
Bercht. & J.Presl

Die Sauerkleeartigen (Oxalidales) sind eine Ordnung der Bedecktsamer (Magnoliopsida). Die darin enthaltenen Taxa teilen nur wenige morphologische Züge miteinander, daher wurde die Ordnung hauptsächlich durch molekulargenetische Untersuchungen abgegrenzt. Mit fast 800 Arten ist die Gattung Sauerklee (Oxalis) die größte Gattung der mit rund 1800 Arten recht kleinen Ordnung.

Beschreibung

Schleimzellen sind vorhanden, die Blätter sind unpaarig gefiedert bis aus drei (selten einem) Blättchen zusammengesetzt. Griffel sind vorhanden, die Narben trocken. Epikutikular finden sich Wachsplättchen. Die äußere Epidermis des inneren Integumentes ist faserig durch Tracheiden. Die innere Samenschalenschicht, die Endotesta, ist kristallin.

Systematik

Die Sauerkleeartigen sind innerhalb der Eurosiden I die Schwestergruppe der Malpighiales.[1]

Die Ordnung Oxalidales umfasst folgende Familien:[1]

Das folgende Kladogramm schlüsselt die innere Verwandtschaft der Ordnung näher auf.[2]




Connaraceae


   

Oxalidaceae



   

Cunoniaceae


   


Brunelliaceae


   

Cephalotaceae



   

Elaeocarpaceae





Botanische Geschichte

Die Oxalidales wurden zwar bereits 1927 von August Heintze erstbeschrieben, enthielten aber unter ihren damals zwölf Familien (darunter unter anderem die Hülsenfrüchtler (Fabaceae), die Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) oder die Leingewächse (Linaceae) mit den Sauerkleegewächsen (Oxalidaceae) und den Connaraceae nur zwei der Familien aus dem heutigen Umfang.

Die heute zu den Oxalidales gerechneten Familien gehörten hingegen früher zu ganz unterschiedlichen Ordnungen und teilweise sogar zu unterschiedlichen Unterklassen. Im heutigen Umfang sind sie erst im Zuge molekulargenetischer Untersuchungen anerkannt worden. Erste Hinweise auf die gemeinsame Abstammung gab es bereits 1993. Dabei wurde eine Klade aus den Oxalidaceae, Cephalotaceae, Cunoniaceae und den (mittlerweile in den Elaeocarpaceae aufgegangenen) Tremandraceae aufgestellt. Weitere Untersuchungen bestätigten die Ordnung und ergänzten sie auf ihren heutigen Umfang. Trotz detaillierter Untersuchungen gibt es allerdings kaum Merkmale, die eine morphologische Umschreibung der Ordnung erlauben.

Nachweise

  • Merran L. Matthews, Peter K. Endress: Comparative floral structure and systematics in Oxalidales (Oxalidaceae, Connaraceae, Brunelliaceae, Cephalotaceae, Cunoniaceae, Elaeocarpaceae, Tremandraceae) In: Botanical Journal of the Linnean Society, 140, 2002, S. 321–381.
  • Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Volume 6: Flowering Plants, Dicotyledons: Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2004, ISBN 3-540-06512-1, S. 2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Eduard Strasburger (Begr.), Peter Sitte, Elmar Weiler, Joachim W. Kadereit, Andreas Bresinsky, Christian Körner: Lehrbuch der Botanik für Hochschulen. 35. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1010-X, S. 829.
  • Eintrag zur Ordnung der Sauerkleeartigen auf der APWebsite

Einzelnachweise

Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Nachweise angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

  1. 1,0 1,1 Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III Botanical Journal of the Linnean Society, Band 161, 2009, S. 105–121.
  2. Zitiert nach dem Eintrag zur Ordnung auf der AP-Website

Weblinks

Commons: Sauerkleeartige – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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