Zebra

Dieser Artikel behandelt drei Arten aus der Gattung der Pferde. Siehe auch Gruppe Zebra, Zebra-Batterie und Zebrarätsel.
Arten aus der Familie der Pferde (Equus), die allgemein als Zebra bezeichnet werden:
Equus zebra - Disney's Animal Kingdom Lodge, Orlando, Florida, USA - 20100119 - 03.jpg
Bergzebra (Equus zebra)
Grevy's Zebra Stallion.jpg
Grevyzebra (Equus grevyi)
Burchell's Zebra (Etosha).jpg
Steppenzebra (Equus quagga)

Als Zebra werden die drei Arten Grevyzebra (Equus grevyi), Bergzebra (Equus zebra) und Steppenzebra (Equus quagga) aus der Gattung der Pferde (Equus) bezeichnet. Untersuchungen von aDNA legen nahe, dass Zebras kein natürliches Taxon bilden. So sind Bergzebras eher mit dem afrikanischen Wildesel verwandt und Grevyzebras der Gruppe des Kiang und asiatischen Esels zugehörig. Demzufolge ist das charakteristische Streifenmuster mehrmals konvergent entstanden, und es ist auch bei anderen Wildpferden in Ansätzen zu sehen, und bei einigen Zebraformen, wie dem Quagga, nur zum Teil vorhanden.[1]

Ausgestorbene Formen, wie Equus simplicidens, oder das Kap-Zebra, werden mitunter auch als Zebras bezeichnet. Letztere Form hat sich als südliche Unterart des Steppenzebras herausgestellt. [1]

Merkmale

Zebras erreichen eine Kopfrumpflänge von 210 bis 300 Zentimetern, der Schwanz wird 40 bis 60 Zentimeter lang und die Schulterhöhe beträgt 110 bis 160 Zentimeter. Das Gewicht variiert zwischen 180 und 450 Kilogramm. Das Grevyzebra ist das größte Zebra und die größte wildlebende Pferdeart. Sie sind durch ihre typische Streifenzeichnung charakterisiert, unterscheiden sich aber deutlich in ihrem Äußeren.

Bei mehreren Zebras auf einem Fleck ist es schwer, die Umrisse eines einzelnen Tieres zu erkennen

Für die Entwicklung der Streifen gibt es mehrere Erklärungsversuche. Zum einen wird vermutet, sie könnten im hohen Gras oder bei heißer, flimmernder Luft als Tarnung wirken. Es ist auch denkbar, dass durch die Streifenzeichnung die Umrisse der einzelnen Tiere nicht mehr erkennbar sind. Da Zebras in Herden leben, könnte es dadurch für Räuber erschwert werden, sich ein einzelnes Beutetier herauszusuchen. Einer weiteren Theorie zufolge bildeten sich die Streifen zur Tarnung vor Tsetsefliegen. Diese Insekten, die die gefährliche Schlafkrankheit übertragen, könnten mit ihren Facettenaugen die Tiere nicht mehr wahrnehmen. Auch wurde in einem Experiment gezeigt, dass gestreifte Flächen von Bremsen gemieden werden.[2][3] Wieder andere Vermutungen besagen, die Streifen dienten der Thermoregulation oder der Identifizierung der einzelnen Tiere untereinander und so dem Gruppenzusammenhalt. Es ist auch eine Kombination mehrerer Gründe denkbar.

Verbreitung und Lebensweise

Ursprünglich waren die Zebras in ganz Afrika verbreitet. In Nordafrika sind sie jedoch schon in antiker Zeit ausgerottet worden.

Am weitesten verbreitet ist heute das Steppenzebra, das vom südlichen Sudan und Äthiopien bis Südafrika verbreitet ist. Das Grevyzebra bewohnt ein kleines Gebiet in Ostafrika (Kenia, Uganda, Äthiopien und Somalia). Das Bergzebra bewohnt das südwestliche Afrika vom südlichen Angola bis Südafrika. Das Grevyzebra bevorzugt trockene Halbwüsten, das Bergzebra ist auch an Gebirgsregionen angepasst und kommt bis in 2000 Meter Seehöhe vor. Das Steppenzebra lebt in verschiedenen Habitaten wie Grasländern und offenen Wäldern.

Das Sozialverhalten ist unterschiedlich. Beim Grevyzebra etablieren die männlichen Tiere Paarungsterritorien, die über 10 Quadratkilometer groß sein können – eine der größten bekannten Reviergrößen aller Pflanzenfresser. Obwohl sich manchmal Tiere zu Verbänden zusammenfinden, gibt es bei diesen Arten keine dauerhaften Beziehungen zwischen erwachsenen Tieren. Beim Berg- und beim Steppenzebra begleiten die Hengste überwachend eine stutengeführte Herde. In diesem Fall kann es auch zur Bildung größerer Herden mit etablierter Rangordnung kommen.

Zebras sind wie alle Pferde Pflanzenfresser, die vorwiegend Gräser zu sich nehmen.

Zebras und Menschen

Die Zebrakutsche von Lionel Walter Rothschild blieb eine Ausnahme. Zebras sind kaum gezähmt worden.

In freier Wildbahn stellt die Wilderei, verbunden mit der Zerstörung ihres Lebensraums, die Hauptbedrohung dar. Die IUCN listet das Grevy- und das Bergzebra als stark gefährdet (endangered) und nur das Steppenzebra als nicht gefährdet. Mehrere seiner Unterarten sind allerdings ausgestorben, darunter das Quagga, das bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch häufig vorkam, aber gegen Ende dieses Jahrhunderts in freier Wildbahn nur noch selten beobachtet werden konnte, zuletzt im Jahre 1901.

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Zähmungsversuche (z.B. nach [1]) --Flominator
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber bitte kopiere keine fremden Texte in diesen Artikel.

Die Hauptautoren wurden noch nicht informiert. Bitte benachrichtige sie!

Systematik

Innere Systematik der rezenten Vertreter der Gattung Equus nach Budiansky 1997[4]
Pferde (Equus
 N.N. 

 Afrikanische Esel (E. asinus)


     

 Asiatische Esel und Kiang (E. hemionus + E. kiang)


 N.N. 

 Bergzebra (E. zebra)


 N.N. 

 Grevyzebra (E. grevyi)


     

 Steppenzebra (E. quagga)





     

 Wildpferd (E. ferus)



Ein Quagga (E. q. quagga); Ende 19. Jh. ausgerottet

Äußere Systematik

Die drei Zebraarten bilden zusammen mit dem Wildpferd (aus dem das Hauspferd domestiziert wurde), dem Afrikanischen Esel (von dem der Hausesel abstammt), dem Asiatischen Esel und dem Kiang die Gattung und Familie der Pferde (Equidae, Equus). Innerhalb dieser Gattung kommt es auch zu Kreuzungen: Zebroide sind Kreuzungen aus Hauspferd und Zebra, Zebrule oder auch Zesel zwischen Hausesel und Zebra. Diese Kreuzungen sind jedoch nur in den seltensten Fällen fertil.

Innere Systematik

Unter dem Begriff Zebra werden im Allgemeinen folgende drei Arten zusammengefasst, die sich ihrerseits teilweise wieder in Unterarten gliedern.

Art Merkmale Unterarten Bild
Bergzebra
(E. zebra)
Das Bergzebra hat breitere Streifen, die an der Kruppe waagrecht verlaufen, am hinteren Teil des Rückens befindet sich eine gitterähnliche Zeichnung.
  • E. z. hartmannae
  • E. z. zebra
Hartmann zebra hobatere S.jpg
Grevyzebra
(E. grevyi)
Das Grevyzebra hat sehr enge Streifen, die auch im hinteren Bereich des Rumpfes weitestgehend senkrecht bleiben, der Bauch ist weiß. keine Unterarten Equus grevyi (aka).jpg
Steppenzebra
(E. quagga)
Das Steppenzebra ist variabel gefärbt. Häufig ist die hintere Hälfte des Rumpfes eher waagrecht gestreift, die Zeichnung schließt auch den Bauch mit ein und es sind oft hellere „Schattenstreifen“ vorhanden.
  • E. q. boehmi
  • E. q. borensis
  • E. q. burchelli
  • E. q. chapmani
  • E. q. crawshayi
  • E. q. quagga
Equus quagga (xndr).jpg

Literatur

  •  Ronald M. Nowak: Walker’s mammals of the world. 6. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9, LCCN 98-23686.
  • ISBN: 0801882214

Weblinks

 Commons: Zebras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference
Wiktionary Wiktionary: Zebra – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Orlando et al.: Revising the recent evolutionary history of equids using ancient DNA. 2009.
  2. Ádám Egri, Miklós Blahó, György Kriska, Róbert Farkas, Mónika Gyurkovszky, Susanne Åkesson & Gábor Horváth: Polarotactic tabanids find striped patterns with brightness and/or polarization modulation least attractive: an advantage of zebra stripes. In: The Journal of Experimental Biology. Nr. 215, März 2012, S. 736-745, doi: 10.1242/​jeb.065540
  3. Evolution: Zebrastreifen schützt vor Stichen. In: Spiegel Online. 9. Februar 2012
  4. Stephen Budiansky: The Nature of Horses: Exploring Equine Evolution, Intelligence, and Behavior. The free press, New York 1997

Ähnliche Artikel wie "Zebra"

27.01.2021
Neurobiologie
In der Zwickmühle
Bei der Flut an Reizen, die ununterbrochen auf uns einbricht, ist es unmöglich auf alles zu reagieren.
30.11.2020
Zytologie | Biochemie
Zellmigration: neu entdeckte Funktion eines bekannten Proteins
Ein Team um den Zellbiologen Prof.
13.10.2020
Zytologie | Neurobiologie
Die richtigen Zellen am richtigen Ort
Beute erkennen, verfolgen und fangen – das ist für viele Tiere eine überlebenswichtige Aufgabe.
30.10.2020
Vogelkunde | Entwicklungsbiologie
Warum Vögel Fortpflanzungsprobleme haben
Sowohl bei Vögeln als auch bei anderen Arten können Paare erhebliche Schwierigkeiten bei der Fortpflanzung haben.
22.09.2020
Neurobiologie | Video
Eine optische Täuschung gibt Einblicke ins Gehirn
Yunmin Wu erforscht, wie wir Bewegung wahrnehmen können.
10.08.2020
Evolution | Neurobiologie
Individuelle Unterschiede im Gehirn
Die Persönlichkeit des Menschen zeigt sich in vielen Varianten: Es gibt forsche und zurückhaltende Individuen, und diese können völlig unterschiedlich auf gleiche Umweltreize reagieren.
03.06.2020
Zytologie | Entwicklungsbiologie | Fischkunde
Neu entdeckte Ionenkanalfamilie gibt Fischspermien den Takt vor
Fische leben sowohl in Salz- als auch Süßwasser.
08.05.2020
Neurobiologie
Bewegungsmuster statt Pixel
Unsere Augen registrieren unentwegt eine Fülle von Sehreizen.
15.01.2020
Ethologie | Neurobiologie | Vogelkunde
Wie Zebrafinken ihren Balzgesang lernen
Komplexe Lernprozesse wie Sprechen oder Singen laufen nach ähnlichen Mustern ab.
02.12.2019
Anthropologie | Neurobiologie
Entscheidungsprozess wird im Gehirn sichtbar
Kaum bemerkt, treffen wir unzählige Entscheidungen: Links oder rechts rum im Bus? Warten oder Beschleunigen? Hinschauen oder ignorieren? Im Vorfeld dieser Entscheidungen bewertet das Gehirn Sinneseindrücke und löst erst dann ein Verhalten aus.
14.10.2019
Ethologie | Vogelkunde | Entwicklungsbiologie
Verkehrslärm stört normale Stressreaktionen und verzögert das Wachstum von Zebrafinken
Lärm macht krank – zumindest den Menschen.
27.09.2019
Morphologie | Physiologie | Entwicklungsbiologie
Zebrafischherz: Forscher entdecken neue Form der Gewebe-Kommunikation
Entwicklungsbiologie - Biomechanische Signale steuern Wachstum von Herzgeweben.
01.07.2019
Neurobiologie | Video
Das Gehirn im Fluss – Nervenzellen im Prätektum berechnen großflächige Bewegungen
Wir sehen mit dem Gehirn – die Augen liefern die Informationen.
01.07.2019
Neurobiologie | Bioinformatik | Video
Interaktives Zebrafischgehirn
Wären Zebrafischlarven im Internet unterwegs, könnten sie vielleicht bald eine Karte ihres gesamten Gehirns herunterladen.
12.06.2019
Neurobiologie
Hörkortex verarbeitet nicht nur Töne
Wie wir im Straßenverkehr auf das Hupen eines Autos reagieren sollten, hängt von der Situation ab, in der wir uns befinden: Stehen wir beispielsweise auf dem Bürgersteig vor einem Zebrastreifen, sollten wir besser stehen bleiben.
09.05.2019
Biochemie | Entwicklungsbiologie
Wie sich das Eiweiß vom Dotter trennt
Ein zentraler Prozess für die Entwicklung einer Fischlarve ist die Entmischung des Dotters vom ihn umgebenden Cytoplasma im frühen Embryonalstadium.
14.02.2019
Zytologie | Neurobiologie | Entwicklungsbiologie
In Zebrafischeiern hemmt die am schnellsten wachsende Zelle ihre Nachbarn durch mechanische Signale
Wissenschaftler des IST Austria entdecken neuen Mechanismus für die laterale Hemmung von Zellen - Studie in Cell erschienen.
28.01.2019
Zytologie | Neurobiologie
Das Kleinhirn verstehen
Obwohl wir wissen, dass das Kleinhirn eine große Rolle beim Koordinieren von Bewegungen und Verhalten spielt, wissen wir kaum etwas darüber, wie die Kleinhirn-Schaltkreise dies tun.
18.01.2019
Neurobiologie | Entwicklungsbiologie | Fischkunde
Wenn für Fischlarven die Nacht zum Tag wird
Biologinnen der Universität Siegen haben herausgefunden, dass Zebrafischlarven Infrarotlicht wahrnehmen können. Das hat weitreichende Konsequenzen für wissenschaftliche Versuche mit diesen Larven.
18.12.2018
Zoologie | Ökologie
Schutz der Säugetiere Afrikas durch Beobachtung aus dem All
Wissenschaftler des deutsch-russischen Tierbeobachtungssystems Icarus haben in Namibia 30 Individuen zwölf verschiedener Arten mit elektronischen Ohrmarken ausgestattet, darunter Elefanten, verschiedene Antilopen- und Gnu-Arten, sowie Giraffen, Zebras und Geparde.
01.11.2018
Neurobiologie | Fischkunde
Sozialverhalten von Fischen: Freundschaft mit dem springenden Punkt
W
01.11.2018
Anthropologie | Biochemie | Fischkunde
Zebrafischlarven helfen bei der Entdeckung von Appetitzüglern
Forscher der Universität Zürich und der amerikanischen Harvard University haben eine neue Strategie für die Suche nach psychoaktiven Medikamenten entwickelt.
10.10.2015
Ethologie
Harmonisches Nestgeflüster
Wenn Zebrafinken brüten, ändern sie ihr Rufverhalten in der Gruppe

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die News der letzten 7 Tage

06.05.2021
Anthropologie | Ethologie
Ältestes menschliches Begräbnis in Afrika
Eine neue Studie berichtet über die älteste bekannte Bestattung eines modernen Menschen in Afrika.
05.05.2021
Ethologie | Evolution
Verhaltensänderungen beim Eis-Essen
Wie Lernen und Evolution zusammenhängen, erforschen die Verhaltenswissenschaften seit über 100 Jahren. Bisher ohne allgemeingültige Antwort.
04.05.2021
Botanik | Klimawandel | Biodiversität
Klimawandel: Weniger Niederschläge, weniger Pflanzenvielfalt
Wasser ist in vielen Ökosystemen der Erde ein knappes Gut und dieser Mangel dürfte sich im Zuge des Klimawandels weiter verschärfen.
04.05.2021
Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Auf der Kippe: Brasiliens Küstenregenwald
Wissenschaftler haben den Einfluss der aktuellen Landnutzung auf die Vogel- und Amphibienwelt des Atlantischen Regenwalds im südöstlichen Brasilien untersucht.
01.05.2021
Mykologie | Genetik | Taxonomie
Millionen winziger Pilzarten bisher ohne Namen
Millionen kleiner Pilzarten haben noch keine Namen, darunter auch Krankheitserreger für Menschen, Tiere und Pflanzen.
01.05.2021
Biodiversität | Meeresbiologie
Enorme Artenvielfalt in der Tiefsee
Die Tiefseebecken im Atlantischen und Pazifischen Ozean weisen einzigartige Artengemeinschaften auf, die durch wirtschaftliche Nutzung bedroht sind. Ein neues Forschungsverfahren kombiniert unterschiedliche Datentypen.
01.05.2021
Klimawandel | Biodiversität | Land-, Forst- und Viehwirtschaft
Baumplantagen tragen nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei
Künstlich angelegte Baumplantagen sollen helfen, den Verlust naturbelassener Wälder auszugleichen, tragen aber nur bedingt zum Schutz der Biodiversität bei.
01.05.2021
Ökologie | Klimawandel | Biodiversität
Verlust der Tierwelt in tropischen Wäldern
Eine neue Untersuchung betrachtet den Zusammenhang zwischen zunehmend tierleeren Tropenwäldern und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung.
01.05.2021
Anatomie | Meeresbiologie
Die faszinierende Innenwelt des Meereswurms
Der Meereswurm Ramisyllis multicaudata lebt in den inneren Kanälen eines Schwammes.