Maastrichtium

System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
höher höher höher jünger
Kreide Oberkreide Maastrichtium 70,6–65,5
Campanium 83,5–70,6
Santonium 85,8–83,5
Coniacium 88,6–85,8
Turonium 93,6–88,6
Cenomanium 99,6–93,6
Unterkreide Albium 112–99,6
Aptium 125–112
Barremium 130–125
Hauterivium 133,9–130
Valanginium 140,2–133,9
Berriasium 145,5–140,2
tiefer tiefer tiefer älter

Das Maastrichtium (im Deutschen häufig verkürzt zu Maastricht) ist in der Erdgeschichte die oberste und jüngste chronostratigraphische Stufe der Oberkreide. Die Stufe umfasst in absoluten Zahlen (geochronologisch) den Zeitraum von etwa 70,6 bis etwa 65,5 Millionen Jahren. Das Maastrichtium folgt dem Campanium, es wird abgelöst vom Danium (früher in die Kreide gestellt), der ältesten Stufe des Paläogens und damit des Känozoikums (Erdneuzeit).

Am Ende des Maastrichtiums liegt die Kreide-Tertiär-Grenze, die eines der größten weltweiten Massenaussterben der Erdgeschichte und einen damit verbundenen dramatischen Faunenschnitt dokumentiert.

Namensgebung und Geschichte

Benannt ist die Stufe nach der niederländischen Stadt Maastricht. Stufe und Name wurden von André Dumont 1849 vorgeschlagen.

Definition und GSSP

Die Basis wird mit dem Erstauftreten der Ammoniten-Art Pachydiscus neubergicus definiert, die obere Grenze wird durch eine Iridium-Anomalie markiert, die auch mit einem Massenaussterben verschiedenster Tiergruppen korreliert ist (Foraminiferen, Kalkiges Nannoplankton, Dinosaurier, Ammoniten, Belemniten etc.). Der GSSP liegt im Grande Carrière, Tercis-les-Bains, Département Landes, Südwestfrankreich (Koordinate: 43° 40′ 46,1″ N, 1° 6′ 47,9″ W43.679472222222-1.1133055555556).

Untergliederung

Für das Maastrichtium sind zwei Unterstufen vorgesehen: Unter- und Obermaastrichtium

Im Tethysbereich wird das Maastrichtium in drei Ammoniten-Zonen unterteilt (von jung nach alt):

  • Anapachydiscus terminus
  • Anapachydiscus fresvillensis
  • Pachydiscus neubergicus bis Pachydiscus epiplectus

Faunen- und Florenentwicklung

Mit dem Maastrichtium endet die Kreidezeit und damit das Mesozoikum. Die folgende Periode ist das Paläogen, das bereits zum Känozoikum gerechnet wird. Die Wende von der Kreide zum Paläogen wird nach dem älteren Begriff „Tertiär“ für den Beginn des Känozoikums Kreide-Tertiär-Grenze genannt. Diese ist durch ein Massenaussterben gekennzeichnet, dem ein Großteil der damaligen Tier- und Pflanzenwelt zum Opfer fiel. Als Ursache wird der Einschlag (Impakt) eines großen Meteoriten oder extrem starker Vulkanismus vermutet. Die Kreide-Tertiär-Grenze fällt außerdem mit einem starken Meeresrückzug (marine Regression) zusammen. Dies hatte zur Folge, dass weite Schelfgebiete trocken fielen, die noch im Campanium und zu Beginn des Maastrichtiums von flachen Meeren bedeckt waren, und so der Lebensraum vieler Bewohner des Flachwassers verschwand.

Literatur

  • Felix Gradstein, Jim Ogg, Alan Smith: A Geologic Timescale. 3. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 2006, ISBN 9780521786737.
  • Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 10. Auflage. Enke, Stuttgart 1998, ISBN 3-432-84100-0.
  • D. B. Weishampel u. a. (Hrsg.): The Dinosauria. 2. Auflage. University of California Press, Berkeley 2004, S. 517–606 (Kapitel Dinosaur distribution).

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